Ein beschädigtes Auto nach einem Unfall am Alexanderplatz in Berlin-Mitte (Quelle: rbb/Donschen)
Video: rbb Aktuell | 29.01.2018 | Bild: rbb/Donschen

Schwerer Unfall am Berliner Alexanderplatz - 21-Jährige stirbt bei Zusammenstoß mit Polizeiauto

Mit hoher Geschwindigkeit ist ein Polizeiauto in Berlin-Mitte am Montag mit einem PKW zusammengestoßen. Die Fahrerin des Wagens starb noch am Unfallort. Laut Polizei war sie 21 Jahre alt. Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist derzeit noch unklar.

Bei einem schweren Unfall eines Berliner Polizeiautos, das mit Blaulicht unterwegs war, ist am Montag eine Frau gestorben. Gegen 13.10 Uhr stieß auf der Grunerstraße in Berlin-Mitte in Einsatzfahrzeug der Berliner Polizei mit einem Kleinwagen zusammen. Wie der stellvertretende Polizei-Sprecher Thomas Neuendorf rbb|24 sagte, starb die Fahrerin des Renault Clio noch am Unfallort. Sie war 21 Jahre alt.

Die beiden Polizisten seien schwer verletzt und in ein Krankenhaus gebracht worden. Einer von ihnen sei ambulant behandelt, der andere stationär aufgenommen worden.

Ein Polizeiauto und ein privater PKW nach einem Zusammenstoß auf der Grunerstraße in Berlin-Mitte (Quelle: rbb/David Donschen)
Bild: rbb/David Donschen

Polizeiauto soll auf linker Spur unterwegs gewesen sein

Wie Neuendorf weiter sagte, wollte das Polizeiauto zum Potsdamer Platz, von wo aus ein Raubüberfall gemeldet worden war. Nach bisherigen Ermittlungen sei das Einsatzfahrzeug auf Höhe der Rathauspassagen "im rechten Winkel" auf den Renault geprallt. Der Verkehrsermittlungsdienst der Direktion 3 habe die weiteren Ermittlungen übernommen.

Das Polizeiauto sei "mit Sonder- und Wegerechten", also mit Blaulicht, auf der äußersten linken Spur der Grunerstraße unterwegs gewesen. Damit fuhr es direkt an den Parkhäfen entlang, die auf der Mitte der Grunerstraße angeordnet sind. Wie es zu dem tödlichen Unfall kam und wer die Schuld daran trägt, sei derzeit noch unklar, hieß es bei der Polizei. Nach rbb-Informationen gibt es mindestens zwei Szenarien, die plausibel klingen.

Da der Renault der 21-Jährigen direkt auf der Fahrerseite getroffen wurde, könnte es sein, dass die Frau rückwärts aus einem der Parkhäfen ausparkte, als das Einsatzfahrzeug sie mit großer Wucht traf. Möglicherweise befuhr die 21-Jährige aber auch die mittlere Fahrspur und überquerte dann den linken Fahrstreifen, um einen Parkplatz anzusteuern. Der genaue Unfallhergang sei Gegenstand der Ermittlungen, sagte Neuendorf.

Unfallstelle zeigt ein Bild der Verwüstung

Die Unfallstelle zeigte ein Bild der Verwüstung, aus dem klar wurde, mit welcher Wucht das Polizeiauto die Seite des weißen Pkw getroffen haben muss. Die Fahrertür des zweiten Autos war abgerissen und zertrümmert. Auf der Straße lagen zahlreiche Autoteile. Bei dem
Polizeiauto wurde der vordere Bereich durch den Aufprall zerstört. Die Feuerwehr und andere Helfer waren mit zahlreichen Einsatzkräften an der Unfallstelle.

Während des Rettungseinsatzes und der Unfallaufnahme kam es zu anhaltenden Behinderungen. Der Tunnel am Alexanderplatz war bis gegen 17.00 Uhr gesperrt. Die Röhre in Richtung Tiergarten zwischen Moll- und Spandauer Straße war nicht befahrbar. In den umliegenden Bereichen kam es zu langen Staus.

Kommentar

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39 Kommentare

  1. 39.

    Das gilt natürlich auch für die öffentliche Hand, Straßen so anzulegen, dass die Verkehrsteilnehmer § 1 befolgen können. Was hier angesichts der Stellplatz-Anordnung in der Mitte der Fahrbahn offenbar nicht möglich war.

  2. 38.

    Es gilt für jeden und zu jeder Zeit § 1..........

  3. 37.

    Mein Beileid an die Angehörigen und eine schnelle Genesung an die Polizisten.
    Ich laufe fast jeden Tag am Unfallort vorbei und fast jedes Mal kommt es zu brenzligen Situationen, wenn parkende Autos die Grunerstraße befahren wollen oder Fußgänger alle 4 Spuren überqueren wollen/müssen. Wen die Schuld trifft müssen andere klären, ich möchte nur noch einmal darauf hinweisen, dass die Grunerstraße vom Tunnel aus kommend einen knick macht. Als ausparkender Autofahrer (zumal auch rückwärts), hat man keine Chance den Verkehr auf der linken Spur kommen zu sehen, ohne nicht schon komplett auf der Spur zu stehen. Sollten die Bauarbeiten für den Molkenmarkt jedoch bald beginnen, wird dieses Problem nicht mehr bestehen. http://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/staedtebau-projekte/molkenmarkt/download/2009_faltblatt_molkenmarkt_und_klosterviertel_72dpi.pdf

  4. 36.

    @ Berliner Retter
    Die dauerhafte Nutzung des Martinhornes bei einer Einsatzfahrt ist keine Ruhestörung, auch nicht nachts. Trauermama's Tochter wäre dann noch am Leben gewesen.
    Ich kann Dir und Deinen Kollegen nur empfehlen, während einer Einsatzfahrt an die anderen Verkehrsteilnehmer zu denken, nicht an die Anwohner. Letztgenannte sind sicher innerhalb ihrer vier Wänden, erstgenannte sind potentiell gefährdet.

  5. 35.

    Sie überziehen die bloße Formalie leider bis zum Exzess. In der Tat können Stadt und Land formell nicht gleichgesetzt werden. Dennoch lässt sich sehr wohl feststellen, dass auf der 2. udn 3. Spur schneller gefahren wird als auf der 1. Wer schaut, wird fündig.

    Und darum ist es paradox, dass ausgerechnet von der 3. oder 4. Spur heraus auf einen Stellplatz gefahren werden kann und von ihm wieder hinunter. Von den Fußgängern, die von diesem Stellplatz inmitten dieser autobahnähnlichen Straße zur anderen Straßenseite wechseln, ganz zu schweigen.

    Der aus dem Tunnel kommt, ist für den, der vom Stellplatz kommt, garnicht sichtbar.
    Das mag bei einem Autoverkehrsaufkommen vor 1990 noch nachvollziehbar gewesen sein, als die Fahrbahnquerschnitte mehr dem Hauptstadtgedanken geschuldet waren als den tatsächlichen Verkehrsverhältnissen, heute aber ist diese Stellplatzanordnung schlichtweg abenteuerlich.

    Danke, Rolf, @ Beitrag 24, vollkommene Einigkeit!
    Es gibt viel zu tun!

  6. 33.

    Ich stimme Ihnen voll und ganz zu.

    Ebenso wurde bis heute nicht öffentlich diskutiert wie die tödlichen Schüsse auf eine scheinbar verwirrte Person am Neptunbrunnen im Jahr 2013 zu erklären sind.

    Über 20 Einsatzkräfte sind nicht in der Lage einen nackten Mann mit einem Messer in der Hand durch einen gezielten Schuss in den Oberschenkel zu stoppen?

  7. 32.

    Das ist so leider Unsinn, da es in der Stadt freie Spurwahl gibt und mithin kein Rechtsfahrgebot, es sei denn die Straße wäre eine Kraftfahrtstraße. Dann gäbe es da aber keine Parkplätze.

  8. 31.

    Mein tiefstes Mitgefühl gilt der Familie der jungen Frau. Auch meine Tochter starb bei ein Unfall mit ein Polizeiauto. Die Medien haben veröffentlicht "Taxi rast in Polizeiauto". Dabei war es umgekehrt. Nach allen Ermittlungen war das Taxi innerorts mit 49 km/h auf der Hauptstraße unterwegs und der 23jährige Polizist allein im Streifenwagen mit Blaulicht ohne Martinshorn zu einem Einsatz unterwegs. Allein diese Konstellation wirft ganz große Fragen auf. Der Polizist hat eine Stoppstraße mit gelbblinkender Ampel innerorts ungebremst mit 70 km/h überfahren und das Taxi gerammt. Ergebnis fünf Schwerverletzte und eine Tote imTaxi (meine Tochter, 25 Jahre). Was verwerflich ist, ist dass die Angehörigen vollkommen allein gelassen werden. Dem Polizisten wurde jede Hilfe zuteil. Ich leide heute nach fast sechs Jahren noch unter den Ereignissen. Ich kann den Eltern nur ganz viel Kraft wünschen das Leben zu überstehen.

  9. 30.

    Kommt durch das Ku'damm-Raser Urteil, auch Mord für eine mögliche Anklage in Frage?

    Die Polizei dein Freund und ???

    Das sollten jetzt die Experten von der Verkehrspolizei ermitteln!
    Missstände gibt es ja in der Berliner Behörde reichlich.

    Ich bin entsetzt, bestürzt und gespannt.

    Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Verstorbenen 21-Jährigen.

  10. 29.

    Offensichtlich ist es derzeit noch unklar, ob auch das Martinshorn eingeschaltet war. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil - ansonsten Gehirn vor Tastenbetätigung einschalten!

  11. 28.

    ist doch ganz einfach, wer mit sonder bzw wegerecht fährt , hat besondere aufmerksamkeit zuhaben.das blaue licht auf dem dach ist kein freibrief, was allerdings viele denken.
    so ist die gesetzeslage nun mal

  12. 27.

    Henry - was, glauben Sie, gibt Ihnen das Recht, hier andere hier aufzufordern "die Schnauze zu halten"? Ihre frommen Sprüche, oder Ihr Glaube an die Unfehlbarkeit der Polizei? Auch ein Einsatzfahrer ist für sein Tun und Lassen voll verantwortlich. siehe StVO § 35 Abs. 8.

  13. 26.

    @ JanJ
    Eine dauerhafte Nutzung des Martinhornes sorgt für massive Beschwerden der Bevölkerung wegen Ruhestörung und ähnlichen Vorwürfen.

  14. 25.

    Der- oder Diejenige sollte man zur Verantwortung ziehen die den Fehlalarm ausgelöst haben

  15. 24.

    @ 13, 16: Hr Krueger benennt die Hauptursache dieses Unfalls allgemein und konkret. An dieser Stelle duerfen tatsaechlich einfach keine Parkplaetze sein: Wer aus dem "schnellen" Alexanderplatz-Tunnel herausfaehrt, rechnet weder mit (Quer)Parkern, noch ist rechtzeitiger Sichtkontakt moeglich.
    So lange dort der Charakter einer Schnellstrasse bestehen bleibt, ueberfordert diese Art von Parkplaetzen KFZ-Fahrer. Und zwar noch umso mehr, je schlechter die Sicht aus "modern" designten Autos wird und je kraeftiger die Motoren sind (Letzteres ist bei einem Polizeiauto natuerlich okay).

  16. 22.

    So wenn ich das hier alles so lese wird mir ja schlecht. Wie hier schon erwähnt wurde sollte man die Kamera des Polizeiauto auswerten die wird alles aufklären was passiert ist. Dafür wurden sie ja in den Autos integriert.
    Ob die Junge Frau nun in die Parklücke fahren wollte oder Raus fahren wollte spielt in dem fall keine Rolle, denn das Polizeiauto kam in der Grunarstraße aus dem Tunnel und jeder der die Strecke schonmal gefahren ist der weiß das man wenn aus dem Tunnel kommt ein schlechten überblick hat was vor ihm passiert. Der Polizei ist es genau so wenig erlaubt mit Hoher geschwindkeit durch die Stadt zu Rasen auch wenn sie das Blaulicht und Martinshorn anhaben. Denn wenn man sich die Rechte mal durchlist hat die Polizei ein recht drauf schnellstmöglichst am Unfallort des geschehens zu sein in einem angemessenen Tempo und muss Trotzdem alle verkehrsregeln einhalten die die Straßenverkehrsregeln her geben. Den angehörigen der Jungen Frau wünsche ich viel kraft.

  17. 21.

    Berliner Retter, m.E. ist das Problem, dass bei einer Einsatzfahrt zwar immer das Blaulicht eingeschaltet ist, aber der Martinshorn nur "bei Bedarf" eingeschaltet wird. Also bspw. nicht auf gerader Strecke mit grünen Ampeln und Fahrgeschwindigkeit 60 km/h in der Stadt.
    In den Niederlanden ist bei Einsatzfahrten von Rettungswagen immer beides eingeschaltet, ob tagsüber oder nachts.

  18. 20.

    Zum Einsatzort rasen geht gar nicht, aber allen Bessereissern rate ich einfach mal mit Sonder-und Wegerechten durch die Stadt zu fahren. Die Erlebnisse, die man dabei erlebt sind ein Traum, dabei ist Missachtung noch das harmloseste.

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