Plakat des selbsternannten 'Volkslehrers' (Quelle: rbb/Abendschau)
Video: Abendschau | 08.01.2017 | Iris Marx | Bild: rbb/Abendschau

Bildungsverwaltung will Anzeige stellen - Berliner Grundschullehrer wegen Internetvideos freigestellt

Berichte über möglicherweise volksverhetzende Internetvideos haben jetzt Folgen für einen Berliner Grundschullehrer: Der Mann wurde vom Dienst freigestellt. Er sieht sich zu Unrecht beschuldigt.

Ein Berliner Grundschullehrer ist vorläufig vom Dienst freigestellt worden, weil er im Internet Video verbreitet hat, die möglicherweise volksverhetzend sind. Die Bildungsverwaltung wolle zudem Anzeige gegen den Mann erstatten, teilte eine Sprecherin am Montag mit. Die Videos würden auf volksverhetzende Inhalte geprüft.

Lehrer wehrt sich gegen Hetz-Vorwürfe

Der Lehrer für Musik und Sport betreibt im Internet den YouTube- Kanal "Der Volkslehrer". Der Berliner "Tagesspiegel" hatte am Wochenende berichtet, dass der Mann dort Verschwörungstheorien und möglicherweise rechtsextremes Gedankengut verbreitete.

In einem am Sonntag veröffentlichten Video widersprach der Mann der Behauptung des "Tagesspiegel", er würde in seinen Videos gegen Juden hetzen. "Ich habe mal – das war vor der 'Volkslehrer'-Zeit – auf einer Demo Plakate gehabt oder Flugblätter, wo es um den Anteil von Juden in bestimmten Bereichen geht", sagte er darin. Auch sei das, was er selbst mache, keine Volksverhetzung. Er überlege, juristische Schritte einzuleiten, so der Lehrer.

Offenbar keine Beschwerden an Grundschule

Der Mann unterrichtet an der Vineta-Grundschule in Gesundbrunnen seit zwei Jahren Musik und Sport. Dort habe es keine Auffälligkeiten im Unterricht gegeben, sagte der kommissarische Schulleiter Harry Könnecke der Nachrichtenagentur dpa. "Es gab weder von Seiten der Eltern als auch von Seiten der Schüler Beschwerden."

Aus Kreisen der Schulverwaltung heißt es, dass es zuvor an einer anderen Schule bereits eine Beschwerde gegen den Mann wegen eines Videos gegeben habe. Daraufhin habe er die Schule freiwillig gewechselt.

Sendung: Radioeins, 08.01.2018, 12.00 Uhr

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16 Kommentare

  1. 16.

    Die Bildungsverwaltung hätte einfach mal einen Blick in die Videos von Volkslehrer werfen können, bevor sie eine Lehrkraft freistellt, erst prüfen, dann handeln. Bildungsverwaltungen, die aus Hörensagen Handlungen generieren und derartige Anschuldigungen öffentlich erheben, gehören in Persona der Handelnden wegen übler Nachrede und Verleumdung vor den Kadi.
    Danke RBB für diesen einigermaßen fairen ausgewogenen Artikel, alle anderen Verfasser von Presseartikeln, die ich heute zum Thema zu lesen bekam, gehören ebenso in Persona wegen übler Nachrede und Verleumdung angezeigt. Gleiches gilt auch für einige Politschauspieler, die sich profilierend glaubten zum Volkslehrer äußern zu müssen, Hetze, übelste Hetze von den sich als Gute bezeichnenden.

  2. 15.

    Also, da hätte doch gleich nur Berlin da stehen können. Oder? Aber da trau ich dem rbb ein wenig mehr Lokal-Kolorit zu, egal wie mies oder freudig die Themen sind. Da geht es Berlin wie in Paris oder in London oder in Kopenhagen, sie alle wollen es genauer wissen - auch ich.

  3. 14.

    Da sind Ihnen etliche (mehr oder weniger wichtige) Erfahrungen entgangen. Alles Gute ist halt nie beisammen.... sagt Ihnen eine "Alte", die noch Marx' "Kapital" gelesen hat. Aber dass "Geld die Welt regiert", wussten wir schon im Osten. Dort wurde der Arbeiter genauso ausgebeutet und Kriege würden auch geführt. Dafür sind jetzt die Gedanken frei. Liegt alles im Auge des Betrachters.

  4. 13.

    Nachdem der Volkslehrer sich mit einigen Artikeln im Tagesspiegel kritisch auseinander gesetzt hatte begann dieser mit einem Hetzartikel voller unbewiesener Behauptungen eine Kampagne. In den Videos ist nichts von dem zu finden was ihm vorgeworfen wurde. Ich kann nur hoffen die Menschen machen sich selber ein Bild und glauben nicht alles was im Tagesspiegel und TAZ steht.
    Wie von Journalisten versucht wird die berufliche Existenz dieses Mannes zu vernichten ist erschreckend und der eigentliche Skandal.

  5. 12.

    Hattet "ihr Alten" vielleicht schon mal. Hatte ich noch nicht. Und Kapitalismus führt zu Kriegen (wie man ja wunderbar am Bespiel des Mittleren Ostens sehen kann) und zu Ausbeutung der Arbeiter.

  6. 11.

    Wenn der ach so seriöse Tagesspiegel anfängt von Verschwörungstheorien und rechtem Gedankengut in einem Satz zu schreiben,sollte man sofort kritisch werden. Was dort schon für Ergüsse abgeliefert wurden,beleidigt jeden Menschen mit Verstand.
    Allerdings kenne ich den Lehrer auch nicht und will mir kein Urteil erlauben.

    @K. Schmitt
    Wenn ich Merkel als "Dienerin der Finanzeliten" bezeichne,macht mich das zum Antisemiten? Das würde manche Statistiken erklären..
    Ist es im Gegenzug nicht dafür rassisitisch,wenn man das Finanzkapital mit den Juden gleichsetzt?

  7. 10.

    Hatten wir schon einmal. Hat nicht funktioniert. Letztendlich ist sich jeder selbst der Nächste. Und wenn alles jedem gehört, fühlt sich niemand zuständig. Ob es Ihnen gefällt oder nicht: Geld regiert die Welt.

  8. 9.

    Ihr habt Probleme. Ob die Schule nun in Gesundbrunnen oder Moabit liegt, beides ist im Bezirk Mitte. Für den Artikel völlig unerheblich wo die Schule ist.
    Eine Falschmeldung ist für mich etwas anderes.
    Vielleicht hätte der RBB einfach den Ortsteil weglassen sollen :-)

  9. 8.

    Der Begriff Antisemitismus wird manchmal total missbraucht und auf Falle angewendet, die einfach nur politisch unbequem sind. Man sollte sich mal etwas belesen bevor man unbedarft den Antisemitismus-Begriff umherschleudert. Das "internationale Finanzkapital" zB ist kein antisemitischer Begriff sondern eine traurige Realität. Nämlich eine Klasse von Menschen mit für Normalbürger unvorstellbarem Reichtum, die sich den Reichtum der Erde untereinander aufteilen. Politker kann man als "Diener" dieser Klasse ansehen, genau so sind aber auch alle normalen Arbeiter und Angestellten "Diener" dieser Klasse, da sie halt Ausführer der Anordnungen ihrer Brötchengeber sind. Das kann man dann Kapitalismus oder Finanzkapitalismus nennen, ist mir egal. Der Gegensatz dazu wäre eine Form des Kommunismus, bei der die Produktionsmittel und das erarbeitete Kapital in der Hand der Arbeiter/des Volkes ist.

  10. 7.

    Sicherlich darf man Fehler machen. Aber auch ich erwarte von rbb24 Artikel, die sachlich (Inhalt) und fachlich (Form wie Orthographie und Grammatik) richtig sind. Wo fangen Falschnachrichten an, wo hören sie auf?

  11. 5.

    Sie schreiben ja schon selbst: Menschen machen Fehler. Sie sind immer ärgerlich, auch in diesem Fall hätte das nicht passieren sollen. Aber ist es nicht ein bisschen überzogen, gleich von "Falschnachrichten" zu tönen, nur weil wir versehentlich eine Schule im falschen Ortsteil verortet haben - und das in einer Meldung, bei der es nicht von entscheidender Wichtigkeit ist, ob die Schule in Moabit oder Gesundbrunnen liegt?

  12. 4.

    Tschuldigung,
    wollt auch grade Fragen ob nun Moabit oder Gesundbrunnen. Haben Sie ja nun korrigiert, aber warum müssen Sie darauf erst hingewiesen werden?
    Ja Klar Menschen machen Fehler, doch ich erwarte von meinem Hauptstadtsender etwas mehr Sorgfalt. Ihr als die vierte Gewalt im Staate tragt erheblich zur Meinungsbildung in der Demokratie bei und wenn ihr eure Arbeit so Nachlässig macht ist dass Scheiße. Ich mein dass ja nicht böse, und ja der Fehler mag hier marginal sein, doch wie soll ich eurer Berichterstattung bei anderen Themen wie Ukraine oder Syrien trauen wenn ihr schon über die Dinge die vor eurer Haustüre passieren so schluderig Falschnachrichten verbreitet?

  13. 3.

    Sie haben Recht. Die Schule liegt nicht in Moabit, sondern in Gesundbrunnen. Wir haben es im Artikel korrigiert. Danke für den Hinweis!

  14. 2.

    @rbb: Im Artikel heißt es "Der Mann unterrichtet an einer Grundschule in Moabit..." - sind Sie sicher, dass die Vineta-Grundschule in Moabit liegt? Meines Wissens nach endet Moabit bereits viel weiter westlich und die Demminer Str. müsste somit in Mitte oder Gesundbrunnen liegen.

  15. 1.

    Wenn Nikolai N. in seinen Videos von den "Globalisten" und der "Neue Weltordnung" fabuliert oder davon spricht, dass das "internationale Finanzkapital" etc. für die Terroranschläge verantwortlich und Merkel eine "Dienerin der Finanzeliten" sei, dann bezeichnet man das in der modernen Antisemitismusforschung als Umwegkommunikation. Auch wenn Juden nicht explizit genannt werden, wissen mindestens eingefleischte Judenhasser, wer gemeint ist.

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