Eine Kohlmeise (Parus major) ist am 29.12.2017 in einem Garten in Sieversdorf (Brandenburg) zu sehen. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | 09.01.2018 | Interview mit Christiane Schröder (NABU) | Bild: dpa/Patrick Pleul

Erste Bilanz der NABU-Vogelzählung - 6,01 Kohlmeisen pro Garten

Immer mehr Vögel ziehen nicht in den sonnigen Süden, sondern überwintern in Deutschland. Das geht aus der Vogelzählung hervor, die der NABU am Wochenende veranstaltet hat. Auch aus Berlin und Brandenburg liefert die Zählung interessante Ergebnisse.

Der Winter in Deutschland ist in diesem Jahr wieder sehr mild, daher bleiben viele Vögel einfach hier, statt in den sonnigen Süden zu ziehen. Das geht aus einer ersten Zwischenbilanz der Vogelzählung hervor, die der Naturschutzbund Deutschland (NABU) am vergangenen Wochenende wieder veranstaltet hat.

Vom 5. bis zum 7. Januar konnten Vogelfreunde in ganz Deutschland zählen, welche und wie viele Vögel sie innerhalb einer bestimmten Stunde in ihren Gärten beobachten konnten.

Auch viele Graugänse und Stare gezählt

Auch in Brandenburg überwintern immer mehr Vögel, die gewöhnlich vor Anbruch der kalten Jahreszeit in den Süden ziehen. So kommen Graugänse nach dem aktuellen Stand der Auszählung in der "Stunde der Wintervögel" auf Platz neun der am häufigsten gesichteten Tiere: Rund 3.240 Gänse wurden gesichtet, ein Anstieg von 73 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Gründe dafür sind derzeit noch nicht endgültig geklärt, hieß es. Vermutlich hätten größere Schwärme die Gärten überflogen und seien mitgezählt worden. Seit einigen Jahren würden auch noch im Januar Ansammlungen der Tiere beobachtet, sagte NABU-Landeschefin Christiane Schröder am Dienstag dem rbb.

Das zeigt auch das Beispiel eines anderen Zugvogels: Nach Auszählung von rund 63 Prozent aller Gärten wurde der Star rund 250 Mal gesichtet (Platz 36) - gegenüber dem Vorjahr ist das zwar ein Rückgang von drei Prozent, zeigt aber, dass auch Stare während des Winters gerne in Deutschland bleiben. Ähnlich sehen die Zwischenergebnisse für Berlin aus: Dort sind die Stare mit 1.555 Exemplaren noch häufiger vertreten (Platz zehn), die Graugans liegt mit 938 gezählten Tieren auf Platz zehn.

Spatzen liegen unangefochten an der Spitze

Bei einigen heimischen Arten hat sich laut NABU die Situation in Brandenburg wieder etwas entspannt: So wurden in diesem Jahr im Durchschnitt 6,01 Kohlmeisen pro Garten gezählt, im Vorjahr waren es nur 5,5. Beim Kleiber sind es nach den Angaben aktuell im Durchschnitt 0,82 je Garten, 2017 waren es 0,54. Zuwachs gab es bei den Amseln: von 2,63 pro Garten auf jetzt 3,89. Auf den ersten drei Plätzen liegen wie in den Jahren zuvor Haussperlinge (Spatzen), Kohlmeisen und Feldsperlinge. Auch in Berlin liegen die Spatzen nach dem bisherigen Stand der Auszählung ganz vorne, gefolgt von Kohlmeise und Blaumeise.

Wichtige Ergebnisse für Ornithologen

Noch bis zum 15. Januar können Beobachtungsergebnisse beim NABU eingereicht werden. Die endgültigen Ergebnisse der Vogelzählung sollen Ende Januar vorliegen. Bis dahin können sich Vogelfreunde auf der NABU-Website über den Stand der Auszählung informieren. Dabei lassen sich die Zahlen für jedes Bundesland filtern, auch für Berlin und Brandenburg.

Aus Sicht des NABU liefern die Ergebnisse der Vogelzählung wichtige Hinweise zur Entwicklung der Vogel-Populationen. "Die Masse macht es", sagte NABU-Pressesprecherin Kathrin Klinkusch am Dienstag rbb|24. Laienzählungen seien "sehr belastbar, wenn man sie regelmäßig durchführt". So könnten sie wichtige Hinweise auch für Ornithologen liefern. Die nächste Vogelzählung findet im Mai statt. Dann schlägt wieder die "Stunde der Gartenvögel".

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereKommentar-Regeln und Hilfe zu Kommentaren zum Kommentieren von Beiträgen.

4 Kommentare

  1. 4.

    Nehmt euch alle nur ein Beispiel. Meine Schwester füttert nicht nur , sie stellt sogar im Winter einen Vogelkasten hin, damit der Singvogel auch ein warmen Übernachtungsplatz hat.

  2. 3.

    Tausend Vogeltote ? Es kommen wesendlich viel weniger Vögel an Windkrafträder zu Tode,als in den Nätzen von Fallenstellern in den Ländern wie Italien, Ägypten usw. Da landen besonders tausende von Singvögel in den Kochtopf.

  3. 2.

    Wieso falsche Energiepolitik? Den Vögelein dürfte es egal sein, ob sie durch Windkraftanlagen geschreddert oder durch Lausitzer Braunkohlenabgase vergiftet werden...! Und wie so oft, liegt das eigentliche Problem auch hier ganz woanders, mal bissel nachdenken, mh?

  4. 1.

    Und nochmal meine Frage: Wurden die tausenden Vogelleichen unter den Windrädern auch mitgezählt. Was denn nun NABU, Artenschutz oder falsche grüne Energiepolitik?

Das könnte Sie auch interessieren

Eine Stockente steht am 23.02.2018 in Kleinmachnow auf dem Eis eines zugefrorenen Teiches (Quelle: Ralf Hirschberger/dpa)
ZB/Ralf Hirschberger

Wetter in Berlin und Brandenburg - Dauerfrost ist angesagt

In der Nacht zu Sonntag war es schon frostig - aber das war noch nicht alles. Am Sonntag steigen die Temperaturen in Berlin und Brandenburg auch tagsüber nicht über null Grad. Und in den folgenden Nächten wird es weiter klirrend.