Menschen warten am Montagmorgen in eisiger Kälte auf dem Verkaufsstart am Dienstag des BVG-Adidas-Sportschuhs. (Quelle: imago/Christian Ditsch)
Video: Abendschau | 15.01.2018 | Sabrina Wendling | Bild: imago/Christian Ditsch

Verkaufsstart am Dienstag - Mindestens 180 campieren in der Kälte für den BVG-Sneaker

Die ersten Kaufinteressenten für den limitierten BVG-Turnschuh campen trotz Minusgraden seit dem Wochenende vor einem Kreuzberger Laden. Dabei ist der Verkaufsstart erst am Dienstag. Die Schuhe werden jetzt schon für mehr als 700 Euro im Internet angeboten.

Um Sneaker der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) zu ergattern, die ab Dienstag verkauft werden, übernachten bereits seit dem Wochenende bei Minusgraden Kaufwilige vor einem Laden in Kreuzberg.

Dass Sammler wegen spezieller Turnschuhe Schlange stehen und vor den Läden übernachten, kommt gelegentlich vor. In der Größe wie beim Fahrschein-Schuh sei es "schon außergewöhnlich", hieß es vom Kreuzberger Geschäft. Nach Einschätzung einer rbb-Reporterin warteten am Montag mindestens 180 Menschen vor dem Laden.

Die Warteliste wird streng kontrolliert

Verkäufer erstellten eine Liste der Wartenden in der Schlange - und die wurde in regelmäßigen Abständen überprüft. Alle paar Stunden wurden die Namen aufgerufen und wer sich dann nicht meldete, verlor seine Wartenummer. In der aufgeschriebenen Reihenfolge dürfen sie am Dienstag dann in den Shop. Für die Wartenden soll es abends und nachts in der Kälte heiße Getränke sowie morgens ein Frühstück geben, teilte ein Sprecher des Ladens mit.

Die Sneaker sind nur im "Overkill" in Kreuzberg sowie im "adidas Originals Flagship Store" in Mitte erhältlich.

Der Sneaker als Wertanlage

Der Schuh ist offenbar weniger als "Jahreskarte" interessant, einige der Wartenden vor dem Kreuzberger Geschäft spekulieren darauf, dass der Sneaker an Wert gewinnt. Es gehe ihm darum, die Schuhe wiederzuverkaufen und damit "jede Menge Geld zu machen", sagte ein junger Mann dem rbb. "Ich kaufe die für 180 und könnte sie dann für 2.000 weiterverkaufen." Ein anderer Mann in der Warteschlange erklärte, dadurch, dass die Schuhe so limitiert seien, sei der Sneaker ein Sammlerstück.

Über Online-Auktionshäuser sind bereits jetzt Angebote im hohen dreistelligen Bereich zu finden. Für 750 bis 800 Euro bleibt einem nicht nur das Anstehen erspart - die Käufer versprechen auch, die Wunschgröße zu kaufen. Bei Ebay sind zudem Suchanzeigen zu finden, über die Interessenten bis zu 550 Euro für ein paar der Schuhe bieten.

"Die BVG wird zum Kultobjekt"

Der Adidas-Schuh ist in einer limitierten Auflage von 500 Exemplaren produziert worden. Die Sneaker sind im Look der Berliner U-Bahn-Sitzbezüge gehalten. Die Schuhe gelten bis Ende 2018 als Fahrkarte in sämtlichen Berliner U-Bahnen, Straßenbahnen, Bussen und Fähren – allerdings nicht in der S-Bahn. Das Ticket ist in die Lasche eingearbeitet.

Allerdings müssen die Sneaker am Fuß getragen werden, damit das Ticket gilt. "Das ist schon die Bedingung, einfach so unterm Arm oder im Schuhkarton, das gilt nicht", erklärte BVG-Sprecherin Petra Reetz.

BVG-Chefin Sigrid Nikutta ist sich sicher, "dass dieser Schuh für Berlin ein ganz besonderes Highlight ist". Die BVG, die in diesem Jahr ihren 90. Geburtstag feiere, werde nun selbst zum Kultobjekt, so Nikutta weiter. 

Warten auf die BVG-Sneaker

Sendung: Inforadio, 15.01.2018, 09.00 Uhr

Kommentar

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11 Kommentare

  1. 11.

    Hallo BVG:
    Gibt eine solche Jahreskarte vielleicht auch ohne Schuh? Zumindest für alle die wie ich vergeblich an gestanden haben?
    Wäre ein schöner Zug!

  2. 10.

    Oh Mann ! Solche Schwarzmaler brauchen wir hier in Berlin ! Solche Heuler die anderen Leuten nichts gönnen .Man lasst sie doch machen sie tun keinem weh und machen keinen Blödsinn ! Freut euch doch einfach mal mit den anderen das macht das Leben ein bisschen leichter ! Wenn nicht schließt euch doch ein und zieht über alles her was andere glücklich macht ! Sorry das musste ich jetzt mal loswerden es wird immer auf die jugend geschimpft und wenn sie sich dann mal für etwas einsetzen und Rückrad zeigen ist das auch wieder nicht richtig .

  3. 9.

    Was für eine Erholung, solche Artikel zwischen all dem Mord und Totschlag zu lesen.
    Bitte mehr davon!

  4. 8.

    Erschreckend, wie die Adidas Stores ihre Kunden zur Eigenwerbung missbrauchen, um mit den Bildern und Berichten über Schlangen in der Kälte in die Medien zu kommen. Vermutlich finden sie dieses Kunden verachtende Verhalten sogar cool.

    Schade auch, dass alle Medien das primitive Werbespielchen mitspielen.

    Und ebenso schade ist, dass die BVG die Schuhe nicht einfach selbst über eigene Verlosungen etc. verkauft.

    Aber vermutlich gehören diese Schlangen zum teuer bezahlten Werbekonzept nicht nur für Adidas, sondern auch für die BVG, das Jung und Matt für viel Geld in Wirklichkeit einfach nur von Apple kopiert hat.

  5. 7.

    Hallo ihr süßen ich will unbedingt diesen Schuh, aber ich bin wohl spät dran. Wie funktioniert das den ? Kann ich da nicht einfach um 11 in den Laden gehen und mir den Schuh kaufen ?

  6. 6.

    Und wieder erweist sich der Filmklassiker "Nur Pferden gibt man den Gnadenschuß" zeitlos.

  7. 5.

    früher hieß es: mein haus, mein auto, mein pferd; heute heißt es: mein iPad, mein schrittzähler, meine sneakers. es sind genau die gleichen selbstdarstellenden konsumbürger.

  8. 4.

    Ist es nicht herrlich, wievielen Menschen es in unserem Land offenbar so gut geht, daß sie erstens keine andere Sorgen und zweitens genügend Zeit haben, um sich solch einer Marotte zu widmen?

    Um eines meiner Lieblingszitate zu verbraten:
    Später einmal, nach dem nächsten Krieg vielleicht, wird man darüber sehr lachen.

  9. 3.

    sonst haben die keine sorgen?

  10. 1.

    "Die Verkäufer hatten inzwischen Mitleid: Sie setzten die wartenden Sneaker Fans auf eine Liste. In der aufgeschriebenen Reihenfolge dürfen sie morgen dann in den Shop."

    Was Sie dort schreiben und im Videobeitrag sagen ist nicht korrekt. Die Verkäufer haben kein Mitleid, das ist das normale Prozedere bei Sneaker-Releases. Die Liste heißt nicht, dass man nach Hause darf, es sorgt nur dafür dass jeder in der Anstellschlange eine genaue Nummer hat und um 11 Uhr alles geordnet vonstatten gehen kann, ohne dass jeder um den ersten Platz kämpft.

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