Die angegriffene Flüchtlingsunterkunft in Cottbus (Quelle: rbb/Brandenburg aktuell)
Video: Brandenburg aktuell | 08.01.2018 | Olaf Sundermeyer | Bild: rbb/Brandenburg aktuell

Flüchtlinge in Unterkunft angegriffen - Staatsschutz ermittelt nach Angriff auf Flüchtlinge in Cottbus

Mit Flaschen und Fäusten ins Gesicht: Drei Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft in Cottbus sind in der Silvesternacht angegriffen und verletzt worden. Eine Bürgerinitiative und auch die Angegriffenen erheben dazu schwere Vorwürfe. Der Wachschutz soll die Angreifer hineingelassen haben.  

Der Staatsschutz ermittelt gegen mehrere Unbekannte, darunter auch Frauen, die Bewohner einer Cottbuser Flüchtlingsunterkunft angegriffen haben sollen. Es gehe um gefährliche Körperverletzung, teilte die Polizei am Montag mit. Zudem müsse geprüft werden, ob ein fremdenfeindliches Motiv für den Angriff in der Silvesternacht, der nun erst bekannt wurde, vorliege.

Drei junge Männer aus Afghanistan hätten nach einer Silvesterfeier kurz vor zwei Uhr nachts in ihre Unterkunft zurückkehren wollen. "Sie wurden dann plötzlich von einer Personengruppe von sechs bis sieben Personen - Deutsche - angegriffen", sagt Ines Filohn von der Polizei Cottbus der Sendung Brandenburg aktuell. Einer habe eine Flasche ins Gesicht bekommen, der andere sei mit der Faust ins Gesicht geschlagen worden. Daraufhin seien die drei von der Ampelkreuzung an der Gelsenkirchener Allee, wo sie angegriffen wurden, etwa 250 Meter weit zur Asylbewerberunterkunft geflohen.

Der Wachschutz der Unterkunft hatte dann Polizeiangaben zufolge kurz nach 2 Uhr morgens die Einsatzkräfte alarmiert. Mehrere Deutsche sollen zuvor geklingelt haben. Die Mitarbeiter hätten die Tür geöffnet - als daraufhin keiner eingetreten sei, hätten sie nachgesehen. Dann hätten vier Männer und zwei Frauen die Unterkunft gestürmt und seien auf mehrere Flüchtlinge losgegangen.

Angeblich drei Menschen verletzt

Die Bürgerinitiative "Cottbus schaut hin" erhebt schwere Vorwürfe gegen die Wachleute: Diese hätten die Angreifer hereingelassen und anschließend zugesehen, wie die Flüchtlinge verprügelt wurden, schreibt die Initiative auf ihrer Internetseite und beruft sich dabei auf Aussagen der Angegriffenen. Zwei Betroffene bestätigten diese Version der Ereignisse dem rbb am Dienstag.  

Brandenburg aktuell sagte ein Mitglied der Initiative, der Wachschutz hätte anders reagieren und alles dafür tun müssen, dass die Angreifenden das Haus nicht betreten können.

Einer der Afghanen musste mehrere Tage im Krankenhaus behandelt werden. In der Unterkunft leben insgesamt 62 Flüchtlinge.

Dem Träger der Unterkunft zufolge liegt der Wachschutz nicht in dessen Verantwortungsbereich, sondern in dem der Stadtverwaltung. Der Stadt sei der Vorfall bekannt, teilte ein Stadtsprecher mit. Verwaltungsintern werde geprüft, ob die beauftragte Wachschutzfirma ihre vertraglichen Pflichten einhielt. Die Verletzungen der Opfer bedauere die Stadt.

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Auch der Wachschutz hat eine Garantenstellung. Und diese beinhaltet die Abwehr von rechtswidrigen Angriffen auf Objekte oder Person .Dafür werden sie vom Auftraggeber bestellt. So wie sich der Sachverhalt im Artikel darstellt, wurde nicht einmal der Versuch gemacht, dem rechtswidrigen Eindringen und dem Angriff auf die zu schützenden Personen entgegen zu treten. Das ist aber nun mal der Auftrag. Sollte der Wachschutzbetreiber an einem Objekt dieser Gefährdungslage Personal einsetzen, dass der Aufgabe körperlich klar nicht gewachsen ist, muss das separat betrachtet werden. U im zweifel zur Ablösung des Personals o des Anbieters führen. Wenn ich der Argumentationen der beiden vorangegangenen Beiträge folge wäre eine Bewachung überflüssig, man kann ja dann einen Alarmknopf setzen,den die Angegriffenen dann betätigen, denn für die paar Kröten leistet sowieso keiner Nothilfe. Hier geht es aber um die Gesundheit von Menschen.

  2. 4.

    Auch der Wachschutz darf Angst haben. Vor allem wenn sie in der Unterzahl sind oder es sich um alte Männer oder Frauen handelt. Dass es Dumme gibt, die ihr Leben aufs Spiel setzen (für 9 Euro Tariflohn, nur 5% Nachtzuschlag (krass wenig), 10 mal in Folge befristeter Vertrag, kein Betriebsrat, kein Weihnachtsgeld etc) will ich nicht bezweifeln, aber dann nicht hinterher beschweren, wenn es einer nicht tut.

  3. 2.

    Mir fallen da nur vier Worte ein. Unterlassene Hilfeleistung, mögliche Beihilfe

  4. 1.

    Da man ja offenbar schon weiß, wer es war: Bitte schnelle und harte Aburteilung als Abschreckung für alle anderen Idioten in diesem Land! In ein Flüchtlingsheim einfallen und wahllos Menschen attackieren, ist allerunterste Schublade!

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