Symbolbild: Zahlreiche junge Menschen sitzen im Görlitzer Park in Kreuzberg. (Quelle: dpa/Britta Pedersen)
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Amt für Statistik - Brandenburg wächst, Berlin auch - und wird immer jünger

Die Bevölkerung in Berlin und Brandenburg ist gewachsen. Das war es aber auch schon fast mit den Gemeinsamkeiten bei den neuesten Zahlen der Statistiker. Denn während Berlin sich verjüngt, wird Brandenburg immer älter. Nur eine märkische Stadt kann mit Berlin mithalten.

Berlin und Brandenburg wachsen. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Donnerstag bekannt gab, konnten beide Länder den neuesten Zahlen zufolge einen Zuwachs verbuchen.

In Berlin lebten demnach Ende 2016 (neuere Zahlen liegen nicht vor) rund 3,575 Millionen Menschen. Damit wuchs Berlin um rund 54.000 Menschen. Die Einwohnerzahl Brandenburgs stieg im Jahr 2016 um fast 10.000 Menschen. Damit lebten Ende 2016 knapp 2,5 Millionen Menschen im Land.

Sperrkreis in Forst (Quelle:rbb/Iris Wussmann)
Bild: rbb/Iris Wussmann

Spree-Neiße hat die ältesten Einwohner Brandenburgs

Bei der Bevölkerungsstruktur und den Gründen für das Wachstum unterscheiden sich die beiden Länder aber deutlich. Brandenburg wuchs, weil der Zuzug um 20.900 Menschen höher war als der Wegzug. Ebenso groß war die Zahl der neu geborenen Kinder im Land - der höchste Wert seit der Wiedervereinigung. Allerdings starben 9.900 mehr Menschen als geboren wurden.

Brandenburg ist damit im Schnitt älter geworden. Der Altersdurchschnitt im Land lag bei 46,9 Jahren, 32 Tage mehr als im Vorjahr. Allerdings gab es große Unterschiede zwischen den Städten und Landkreisen: Am ältesten waren die Menschen in Spree-Neiße (49,3 Jahre), Oberspreewald-Lausitz (49,2) sowie Elbe-Elster und Prignitz (beide 49,1) und der Uckermark (48,7). Nah am Landesdurchschnitt lagen Märkisch-Oderland (47,1), Frankfurt (Oder) (47,0) und Dahme-Spreewald (46,8). Zu den jüngsten Brandenburgern gehörten die Einwohner von Teltow-Fläming (45,9), Potsdam-Mittelmark (45,8) und Havelland (45,7). Mit deutlichem Abstand vorn lag Potsdam. Hier waren die Einwohner im Schnitt 42,7 Jahre alt.

Blick über die Potsdamer Innenstadt (Quelle: imago/teutopress)
Bild: imago stock&people

Potsdam und Berlin gleichen sich an

Die brandenburgische Landeshauptstadt lag damit fast auf Augenhöhe mit dem benachbarten Berlin: Die Bevölkerung der Bundeshauptstadt war durchschnittlich 42,6 Jahre alt.

Im Unterschied zu Brandenburg wurden die Berliner im Jahr 2016 jünger, im Schnitt um knapp 53 Tage. 2016 standen rund 41.000 Neugeborenen 34.100 Sterbefälle gegenüber - unterm Strich stand damit ein Geburtenüberschuss von 7.000 Kindern.

Vier von fünf Neubürgern waren 2016 zwischen 18 und 30 Jahren alt, während Menschen über 60 Jahren der Stadt eher den Rücken kehren.

Insgesamt stand für Berlin wie für Brandenburg ein klares Plus: Der Bevölkerungszuwachs von 54.200 Frauen und Männern im Jahr 2016 ist die höchste Zahl seit dem Mauerfall. Am Silvestertag 2016 hatte die Hauptstadt 3,575 Millionen Einwohner. Der Zuwachs lag bei 1,6 Prozent und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr beschleunigt, als die Rate 1,4 Prozent betrug.

Berlin wächst vor allem, weil Ausländer kommen. Rechnet man sie heraus, wäre die Stadt sogar leicht geschrumpft, um 5.400 Einwohner. Knapp 600.000 Berliner haben keinen deutschen Pass.

Während Berlin um die Jahrtausendwende noch Einwohner verlor, wächst die Metropole seit 2005 kontinuierlich - nicht nur durch Zuzug, sondern seit zehn Jahren auch durch einen Geburtenüberschuss.

Die am Donnerstag vom Amt für Statistik Berlin-Brandenburg vorgelegten Zahlen für 2016 sind die neuesten vollständig ausgewerteten. Abschließende Zahlen für 2017 liegen noch nicht vor.

Sendung: Antenne Brandenburg, 11.01.2018, 19:00 Uhr

Kommentar

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Antwort auf [Boesser] vom 12.01.2018 um 11:11
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1 Kommentar

  1. 1.

    Das war das Ziel vom Berliner Senat. Berlin als Weltmetropole, voller Newage Künstler. Die Hinterfragen am wenigsten, sind unkritisch und haben kein Bezug zu den Ureinwohnern. Die Folge ist natürlich auch Verdrängung. Ältere Generationen und auch Familien die im Laufe der Zeit seriös geworden sind, zieht es wieder weg aus dieser Stadt. Gentrifizierung nennt sich das. Wo führt das hin? Unter Rot Grün passiert politisch gesehen sicher nix mehr.

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