Unfallort in Cottbus (Quelle: Privat)
Audio: Inforadio | 16.01.2018 | Jörg Schmidt | Bild: Privat

Unfalltod vor Cottbuser Stadthalle - Ermittlungen zum Tod ägyptischer Studentin kurz vor Abschluss

Letztes Jahr starb eine ägyptische Studentin, die in Cottbus von einem Auto angefahren wurde. Fest steht: Der Fahrer war zu schnell. Wäre die 22-Jährige auch bei Tempo 30 gestorben? Wurde sie zuvor fremdenfeindlich beleidigt?

Die Ermittlungen zum Unfalltod einer ägyptischen Studentin in Cottbus stehen kurz vor dem Abschluss. Das teilte die Staatsanwaltschaft dem rbb mit. Demnach sei noch immer unklar, ob die angefahrene ägyptische Studentin von den Insassen des Unfallautos auch fremdenfeindlich beleidigt wurde. Dazu werde noch eine Zeugin gehört.

Bis Ende Januar soll zudem ein rechtsmedizinisches Gutachten vorliegen. Das soll klären, ob
die junge Frau auch dann gestorben wäre, wenn der Autofahrer die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 30 km/h eingehalten hätte. Dass der Mann schneller gefahren ist, hat bereits ein technisches Gutachten der DEKRA ergeben. Doch auch, wenn er langsamer gefahren wäre, hätte ein Zusammenstoß mit der Studentin laut Experten nicht vermieden werden können.

Augenzeugin berichtete von rassistischen Beleidigungen

Abschließend entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob sie Anklage erheben wird.

Die 22-jährige Studentin war in der Nacht zu Karsamstag 2017 vor der Cottbuser Stadthalle von einem Auto angefahren worden. Sie soll plötzlich auf die Fahrbahn getreten sein und wurde von dem Auto eines 20-Jährigen, der aus der Richtung des Altmarkts kam, erfasst. Sie wurde schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert und starb drei Tage später.

Einer Augenzeugin zufolge soll das Opfer nach dem Unfall von Insassen des Fahrzeugs rassistisch beleidigt worden sein.

Ägyptische Studenten verlassen Cottbus

Die German University Cairo hatte nach dem Unfall die Kommilitonen des Unfallopfers aufgefordert, Cottbus als Wohnort zu verlassen und nach Berlin umzuziehen. Ihre Ausbildung an der BTU Cottbus-Senftenberg sollen sie wie geplant beenden. Die Cottbuser Uni zeigte sich empört über den Umzug der Studenten.

Kommentar

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6 Kommentare

  1. 6.

    Es gab mehrere merkwürdige Meldungen zu "Nazimorden", die nie bestätigt haben. Hat Sebnitz z. B. dauerhaft in Verruf gebracht, woran übrigens ein späterer Justizminister Christian Pfeiffer völlig unprofessionell beteiligt war. In Dresden wurde ein Mord unter Flüchtlingen immerhin schnell aufgeklärt, der auch gleich in diese Ecke gerückt wurde. Die letzte Meldung zu Sebnitz, Jugendliche hätten Flüchtlingskinder angegriffen, stand überall - wurde nie untermauert, nie zurückgenommen. Sebnitz ist ein kleines ruhiges Nest an der Grenze, dass ohne Falschmeldungen plus noch Pfeiffer kaum jemand kennen würde.
    Also zu CB würde ich gern mal die Ergebnisse wissen.

  2. 5.

    Ihr Beitrag ist ein hervorragendes Beispiel von Verharmlosung und Vertuschung von rechten Straftaten.

    Aber sie machen aus ihrer Gesinnung ja eh keinen Hehl, nicht wahr?

    Beitrag #5 https://www.rbb24.de/politik/beitrag/av7/neonazis-in-lindenau.html

    Fahrer und Beifahrer sind lt. Polizei "bekannt" und Ungereimtheiten bei den Zeugenaussagen kann ich auch keine finden.

    https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/drama-vor-der-stadthalle_aid-3307055

  3. 4.

    Ob das wohl gewollt ist??? Ein Schelm, der Arges dabei denkt. fakt ist, eine von einem als seriös geltenden Sender in Umlauf gebrachte Meldung wird in den meisten Köpfen gleich ein Fakt. Nicht selten werden solche Meldungen von anderen Sendern dann als Quelle für weitere Meldungen angegeben, was dazu führt, dass sie sich praktisch selber bestätigt. Ein ganz alter Trick ;-)
    Aber der Zweck heiligt ja bekanntlich die Mittel
    Aber um das ganz deutlich zu machen. Ich bedauere diese Ereignisse natürlich sehr, ist doch klar. Es ist nur die Art des Umgangs mit der ganzen Sache.

  4. 3.

    Oft liest man hinterher die Aufklärung nicht mehr, weil die keinen Pressewirbel erzeugt, würde ich aber gern lesen.
    Ich orientiere mich hier erst einmal an den Aussagen der Kommilitonen, die kein "rechtes" Cottbus darstellen und u. a. wegen des Presseinfalls in den Unterkünften umziehen mussten.

  5. 2.

    Ein hervorragendes Beispiel für die Wirkung von Stimmungsmache und Propaganda. Außer einer leicht erhöhten Geschwindigkeit konnte dem Fahrer nichts nachgewiesen werden und es ist somit einfach nur ein tragischer Verkehrsunfall. Dennoch bleibt der Vorwurf von fremdenfeindlichen Beschimpfungen des Opfers im Gedächtnis hängen und am Ende wird dieser Vorfall auch noch statistisch als "ausländerfeindlich motiviert" erfasst. Die vielen Ungereimtheiten bei den Zeugenaussagen und den Ermittlungen insgesamt spielen für eine reißerische Meldung offensichtlich keine Rolle mehr. Ich bin auf die offizielle Richtigstellung gespannt wie ein Flizebogen...

  6. 1.

    "Die German University Cairo hatte nach dem Unfall die Kommilitonen des Unfallopfers aufgefordert, Cottbus als Wohnort zu verlassen und nach Berlin umzuziehen."
    Tja, so ist das, Rassismus und Rechtsextremismus hat halt auch Einfluss auf die wirtschaftliche und wissenschaftliche Entwicklung einer Region. Abschottung bringt halt keinen Fortschritt und kein Geld. Selber schuld. Aber Schuld sind ja nur die Medien, wie manche sagen, und wenn andere Schuld sind kann man sich selber als Opfer darstellen. Traurig.

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