Polizisten stehen am 12.01.2018 vor einer Bankfiliale in Berlin-Steglitz, in der eine verdächtige Versandtasche mit einer Zündvorrichtung und vermutlich Schwarzpulver aus Feuerwerkskörpern gefunden wurde. (Quelle: dpa/Georg Moritz)
Video: Brandenburg Aktuell | 13.01.2018 | Jacqueline Piwon | Bild: dpa/Georg Moritz

Postsendung an Bank in Berlin-Steglitz geliefert - Gefährliches Päckchen: Ermittler vermuten Täter aus der Region

Die gefährliche Postsendung, die in einer Bankfiliale in Berlin-Steglitz abgegeben wurde, könnte nach ersten Ermittlungen mit der DHL-Erpressung in Zusammenhang stehen. Die Polizei geht davon aus, dass der Täter aus der Region stammt. 

Nach dem Fund einer gefährlichen Postsendung in Berlin-Steglitz am Freitag untersuchen Experten des Brandenburger Landeskriminalamts das Päckchen. Die Spurenauswertung laufe am kriminaltechnischen Institut in Eberswalde, sagte der Brandenburger Polizeisprecher Torsten Herbst am Samstag. Er rechne noch nicht mit einem Ergebnis am Wochenende. Herbst betonte zugleich: "Wir gehen nach wie vor davon aus, dass es sich um einen regionalen Täter oder um regionale Täter handelt."

Polizei: Briefinhalt hätte Menschen verletzten können

Sechs Wochen nach dem Fund einer Paketbombe in Potsdam war die Postsendung in eine Bankfiliale in Berlin-Steglitz geliefert worden. Es handelte sich dabei um einen etwas dickeren  DIN-A4-großen Briefumschlag, im dem sich vermutlich Schwarzpulver aus Feuerwerkskörpern befand. Als ein Angestellter ihn öffnete, sah er Drähte und alarmierte die Polizei. Experten machten das gefährliche Päckchen unschädlich.

Geliefert wurde der Umschlag in diesem Fall nicht von DHL, sondern von einem Briefträger. Polizeisprecher Thomas Neuendorf sagte, der Inhalt dieses Briefes hätte Menschen verletzen können. Allerdings sei das in dem Versandumschlag enthaltene pyrotechnische Material nicht so gefährlich wie etwa Plastiksprengstoff oder Dynamit. 

Wer der Absender ist, ist noch unklar. Die Kriminalpolizei untersucht, ob sich Fingerabdrücke oder DNA-Spuren an dem Päckchen finden lassen, um einen Absender zu identifizieren. Die Brandenburger Polizei hat zudem eine Telefon-Hotline eingerichtet (0331 505950), die rund um die Uhr geschaltet sei. Auf Wunsch würden die Hinweise vertraulich behandelt, hieß es. Bis Samstagmittag seien allerdings noch keine Hinweise über eingegangen.

Zusammenhang mit DHL-Erpressungsversuch vermutet

Die Polizei bestätigte dem rbb, dass offenbar ein Zusammenhang mit der Erpressung des Paket-Dienstleisters DHL besteht. Es gebe Ähnlichkeiten zu den Bomben, die in den letzten Monaten in Potsdam und Frankfurt (Oder) gefunden wurden. Deshalb ermittelt die Brandenburger Polizei auch federführend im Fall des Steglitzer Päckchens. Einzelheiten - ob zum Beispiel wie in Potsdam ein QR-Code am Umschlag angebracht wurde - wurden zunächst nicht bekannt.  

Im vergangenen Dezember war in der Nähe des Potsdamer Weihnachtsmarktes eine Paketbombe in einer Apotheke abgegeben worden. In der Sendung entdeckten die Ermittler neben einem sogenannten Polenböller, Batterien und einer Metalldose voller Nägel einen mit einem QR-Code verschlüsselten Erpresserbrief. Damit sollten von dem Paketdienstleister DHL mehrere Millionen Euro erpresst werden.

Eine DHL-Sprecherin sagte am Samstag mit Blick auf den Fund in Berlin: "Wir arbeiten eng mit den Ermittlungsbehörden zusammen und unterstützen sie, wo wir können. Aber wir können und möchten das nicht kommentieren." 

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