Am Standort des geplanten Berliner House of One ist am Montag (29.01.2018) ein Infopavillon eröffnet worden (Quelle: imago/Rolf Zoellner)
Video: Abendschau | 29.01.2018 | Arndt Breitfeld | Bild: imago stock&people

"House of One"-Pavillon in Berlin-Mitte eröffnet - Wo Juden, Christen und Muslime gemeinsam beten sollen

Eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee unter einem Dach: Auf dem Petriplatz in Berlin-Mitte soll ab 2019 ein interreligiöser Sakralbau entstehen. Seit Montag können sich Interessierte in einem Pavillon direkt am geplanten Standort über das Projekt informieren.

Am Standort des geplanten Berliner "House of One" ist am Montag ein Infopavillon eröffnet worden. Die Konstruktion aus Holz und transparentem Kunststoff in Berlin-Mitte soll bis zum geplanten Baubeginn des Drei-Religionen-Hauses 2019 als Informations- und Veranstaltungsort dienen, teilte die Stiftung House of One mit. Zudem soll mit dem Pavillon für das "House of One" geworben werden.

Der Pavillon, der vergangenes Jahr noch auf der Weltausstellung zum 500. Reformationsjubiläum in Lutherstadt Wittenberg für das Drei-Religionen-Projekt warb, ist Ende des Jahres auf dem Petriplatz errichtet worden. Die Konstruktion aus Holz ist dem zentralen Raum des zukünftigen "House of One" nachempfunden. Eine Version des Begegnungsraumes werde damit schon jetzt erfahrbar, sagte Architekt Wilfried Kuehn vom Architekturbüro Kuehn Malvezzi.

Auch Atheisten sind willkommen

Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) sagte bei der Eröffnung, das Drei-Religionen-Haus komme zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Am Petriplatz, wo die Wiege Berlins steht, werde gemeinsam demonstriert, dass Vielfalt die Gesellschaft bereichern kann. Er freue sich, dass das "House of One" auch Atheisten offen stehen soll, denn gegen Diskriminierung, Hass und Ressentiments vorzugehen "schaffen wir nur gemeinsam", so Lederer.

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, betonte, es sei "höchste Zeit" für das "House of One". "Wir dürfen den radikalen Kräften in Gesellschaft und Religionen nicht unsere Welt überlassen", sagte Parzinger, der dem Stiftungskuratorium des Projektes angehört.

Bildkombo: Außenansichten der Architektur des House of One © Kuehn MalvezziBildkombo: Außenansichten der Architektur des House of One © Kuehn Malvezzi

Bisher 8,5 Millionen Euro Spenden eingegangen

Nach einem Architekten-Wettbewerb liegt bereits ein Entwurf vor, der einen Ziegelbau in kubischen Formen vorsieht. Die Stiftung veranschlagt die Kosten auf 43 Millionen Euro. Der Bund sicherte bereits 2,2 Millionen Euro zu, das Land Berlin weitere 1,2 Millionen
Euro. Dank einer größere Einzelspende beträgt der Spendenstand für das Projekt nach Angaben Stoltes aktuell 8,5 Millionen Euro.

Die erste Bauphase werde starten, sobald die zwölf Millionen Marke überschritten ist, hieß es. Als 2014 die Spendensammlung für das Projekt begann, war ein Baustart im Jahr 2015 vorgesehen.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

22 Kommentare

  1. 22.

    Religionen haben noch nie funktioniert.
    Das ist ja eine rein technische Kategorie, der sich die Religion Gott sei Dank entziehen.

    Dann beginnen die Unterschiede und das House of One schätzt sie wert und darum können sie leben, ohne als Bedrohung wahrgenommen zu werden.

  2. 21.

    Fern von der Spitzfindigkeit:
    Nicht Autoabgase töten, Menschen sorgen durch ihren Autogebrauch dafür, dass die Todeszahlen zunehmen. Weil sie es einfach in Kauf nehmen.

    Da liegt der Hase im Pfeffer.

    Es ist weit mehr in Kauf genommen worden als willentlich herbeigeführt. Das macht die Sache nicht besser, doch die Antwort darauf muss darum anders lauten.

  3. 20.

    Die nächste Peinlichkeit, welche nicht funktionieren wird - in einer Stadt voller Peinlichkeiten.

  4. 17.

    Anstelle gemeinsam ihre verschiedenen Götter oder Götzen anzubeten, sollten die Menschen lieber mal damit anfangen, gemeinsam etwas für den Erhalt ihrer Umwelt zu tun. Oder töten die Autoabgase plötzlich etwa nicht mehr oder haben sich die Müllberge und Gifte in unseren Lebensmitteln etwa schon aufgelöst?

  5. 16.

    Zumindest der Versuch sich als weltoffene tolerante und für alle Religionen offene Hauptstadt zu präsentieren. Gut. Dass dies denen nicht gefällt, die gern Ressentiments, insbesondere gegen Muslime zu pflegen und Spannungen anheizen, ist auch klar. Nur müssen wir derart ausfälliges Verhalten ebenso verfolgen wie das von intolerant religiösen Eiferern.

  6. 15.

    Wieder einmal ein unausgegorenes berliner Projekt für gutgläubige Menschen, die es mit der Realität nicht so ernst nehmen. Ich weiß nicht welcher Muslim in diese Moschee geht, wenn da nicht ein türkischer Staatsprediger vom Leder zieht. Weltweit hauen sich Schiiten, Suniten, Wahabiten, Aleviten etc. die Köpfe ein, gemeinsam vereint nur im Hass gegen Juden. 43 Mio. sind besser in die Integration von muslimischen Kindern an den Schulen angelegt.

  7. 14.

    Tja, es wird hier in den Kommentaren schon fleißig dagegen gehetzt. Würde auch nicht in den Kram passen, wenn die eigene Weltanschauung widerlegt wird.

  8. 12.

    Das House of One wird insoweit "Flügel" bekommen, wie die weitsichtigste Vertreter von Religionen und religionsunabhängige Menschen zusammenkommen wollen und es würde zum Scheitern verurteilt sein, wenn sich Kontrahenten um Punkt und Komma sich auf so ein Projekt einließen. Das aber ist nach all den Vorbereitungen nicht der Fall. Die tragenden christlichen, jüdischen und islamischen Gemeinden sind verbunden in Übereinstimmungen und nicht in machtbewahrenden Kompromissen, wie es derzeit auf politischer Bühne abläuft.

    Deshalb liefe diese Parallele vollkommen ins Leere. Auch wenn sich viele Menschen dies überhaupt nicht vorstellen können: Die Religionen reden in verschiedener Sprache, doch grundsätzlich von Ein und Demselben.

  9. 11.

    Eigentlich eine gute Idee. Ob die Idee auch wirklich eine Füllung/Form bekommt, wird die Zeit zeigen.
    Aber warum muss der Name wieder ein Anglizismus sein???

  10. 10.

    House of One wird ein öffentliches Gebäude !

  11. 8.

    "Wir dürfen den radikalen Kräften in Gesellschaft und Religionen nicht unsere Welt überlassen", sagte Parzinger, der dem Stiftungskuratorium des Projektes angehört. - Das passiert irgendwie mit einem Pavillion??!
    Wie weltfremd sind eigentlich solche Leute. Naja, Stiftungen sind ja für solche zum Geldverdienen da.

  12. 7.

    Die Idee ist ja sehr löblich und ich hoffe, dass es gut funktioniert aber bitte was ist das für ein hässlicher Bau?! Das sieht ja aus wie ein Hochbunker.

  13. 6.

    Ein gemeinsames Haus für Christen, Juden und Antisemiten?

    Gibt es irgendwo auf der Welt bereits ein gelungenes Vorbild für dieses 8,5 Millionen-Experiment?

    Früher oder später setzt sich dort die aggressivste Gruppe durch, wenn die Messer beim Betreten nicht abgenommen werden.
    Das Geld sollte lieber für Aussteiger-Projekte verwendet werden.

  14. 5.

    Der Herr Parzinger. Hat er eine Stoppuhr? Schon die Floskel verrät die Leere. Wieder eine Stiftung mehr in der man sitzt. Und natürlich ist es wieder höchste Zeit. Und der Linke will da auch Atheisten sehen. Synkretismus hat schon die Schnittmenge Null. Dann kommen viele Nullen zusammen. Und dafür so viel Geld? Wir brauchen in Echtzeit taktbare Ampeln die Schulen Computer und und und

  15. 4.

    Hallo Ulla,
    soweit ich weiß, werden die Gebetsräume getrennt voneinander sein. Die Begegnungen der Menschen verschiedener Religionen findet wiederum gemeinsam statt. Ich hoffe Sie entscheiden sich dennoch für einen Besuch im House of One. Ich warte schon seit 2 Jahren gespannt drauf. Mein Teppich wirkt im Gegensatz zu den Kirchbänke befremdlich, das glaube ich Ihnen. So trage ich jedoch meinen sauberen "Gebetsort" immer bei mir und das erleichtert mir das Beten und bequemer ist das Ganze auch:D
    Liebe Grüße Derya

  16. 3.

    "Multikulti ist gescheitert" A. Merkel

Das könnte Sie auch interessieren