Heimatforscher Christian Bormann fand 80 Meter vergessene Berliner Mauer in Pankow. (Bild: Pankower Chronik/Christian Bormann)
Video: rbbAktuell | 23.01.2018 | Marcel Trocoli Castro | Bild: Pankower Chronik/Christian Bormann

Hobby-Forscher findet ein Stück Geschichte - In Pankow stehen noch 80 Meter der Berliner Mauer

Inmitten von Gestrüpp zwischen Pankow und Reinickendorf steht ein bislang unentdecktes Stück der Berliner Mauer. Um die historische Bedeutung zu erkennen, muss man genau hinschauen. Ein Berliner Hobby-Forscher hat mit dem Fund die Denkmalpfleger überrascht.

Ein Berliner Heimatforscher hat einem Medienbericht zufolge ein Stück Ur-Mauer entdeckt. Das 80 Meter lange Stück der Berliner Mauer steht in einem Wald in Berlin-Schönholz und war nach 1989 offenbar vergessen worden abzureißen, die "Berliner Zeitung" hatte über den Fund zuerst berichtet. Der Mauerstreifen stammt nach Recherchen seines Entdeckers Christian Bormann noch aus der ersten Bauphase der DDR-Grenzanlagen, die nach dem 13. August 1961 in mehreren Etappen entstanden.

Nach allem, was er in den Archiven ermitteln konnte, handele es sich um "das letzte existierende Stück Ur-Mauer", sagte der Heimatforscher der Zeitung. Bis zur Fundmeldung Bormanns war man im Landesdenkmalamt davon ausgegangenen, dass keine baulichen Reste dieser Art mehr existieren. Offiziell war das Teilstück zwischen Schützenstraße und Bahntrasse fälschlich als demontiert erfasst worden.

Das Landesdenkmalamt konnte den Fund des Heimatforschers auf Anfrage von rbb|24 zunächst nicht einordnen. Man prüfe den Sachverhalt derzeit intern, dies könne einige Tage dauern. Grundsätzlich sei es jedoch vorstellbar, dass das Teilstück bislang unentdeckt blieb: "Die Mauer ist schließlich mit unzähligen Relikten in der Stadt verteilt", sagte Sabine Schulte, Referentin im Landesdenkmalamt, am Dienstag.

Erste Generation der Berliner Mauer

In seinem Blog pankowerchronikdotde.wordpress.com zeigt Bormann diverse Fotos von dem Bauwerk und erläutert, was Berliner Mauer im Urzustand bedeutet: "die erste Generation der Behelfsmauer mit kompletten Antipersonenaufbau, der auf der ganzen Welt bekannte Stacheldraht, ergänzt durch Strom und Alarmdrähte." Der von ihm entdeckte Mauerstreifen stamme noch aus der Zeit vor Errichtung des eigentlichen Todesstreifens an diesem Grenzabschnitt. Für den Bau der ersten Generation der Berliner Mauer bezog die DDR damals häufig bestehende Gebäude oder Mauern in die Sperranlagen ein.

Entdeckt hat Bormann nach eigener Aussage das Mauerstück bereits 1999. Er mache die Entdeckung aber erst jetzt öffentlich, weil die Restmauer nun erkennbar Schutz vor der Witterung brauche. Erst Anfang Januar war bei Bauarbeiten im Mauerpark in Berlin-Prenzlauer Berg ein alter Fluchttunnel entdeckt worden, der nach dem Mauerbau 1961 von West- nach Ost-Berlin gegraben wurde.

80 Meter Geschichte in Pankow

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

17 Kommentare

  1. 17.

    Kann man mal wieder sehen, wie der rbb seine Berichte oberflächlich recherchiert und anschließend eine Sensation daraus machen. Einheimische halten sich die Bäuche vor Lachen, wenn sie so etwas lesen.

  2. 16.

    Es gibt eine sehr gute Online-Landkarte, die alle vorhandenen Artefakte der Mauer dokumentiert (Stand vor einigen Jahren allerdings). Vielleicht interessant zum Vergleich: http://www.denkmallandschaft-berliner-mauer.de/

  3. 14.

    Die Medien sind wieder schneller mit Ihrem Urteil, als die eigentlichen Experten. Für die Medien ist es bereits ein Fakt, dass es sich um einen Mauerrest handelt (siehe Überschrift), wobei witzigerweise, im eigenen Text deutlich darauf hingewiesen wird, das die Sachverständigen von der Denkmalbehörde, dies erst noch überprüfen müssen und bislang nicht bestätigt haben.
    Zitat: "Das Landesdenkmalamt konnte den Fund des Heimatforschers auf Anfrage von rbb|24 zunächst nicht einordnen. Man prüfe den Sachverhalt derzeit intern, dies könne einige Tage dauern. Grundsätzlich sei es jedoch vorstellbar, dass das Teilstück bislang unentdeckt blieb: "Die Mauer ist schließlich mit unzähligen Relikten in der Stadt verteilt", sagte Sabine Schulte, Referentin im Landesdenkmalamt, am Dienstag."
    Es ist also durchaus denkbar, dass die Experten vom Denkmalschutz feststellen, dass es sich nicht um einen "Berliner-Mauerrest" handelt.
    Gibt es in dem Fall eine Richtigstellung, liebe ARD und RBB ?

  4. 13.

    Wer lesen kann (und dieses Faktum nicht einmal selbst wusste) ist eindeutig im Vorteil: "Für den Bau der ersten Generation der Berliner Mauer bezog die DDR damals häufig bestehende Gebäude oder Mauern in die Sperranlagen ein."

  5. 12.

    Könnte ein Teil der sogenannten Hinterlandmauer sein.

  6. 10.

    Das ist doch Satire oder? Das Mauerstück entspricht auf keinen Fall den Grenzschutzrichtlinien der DDR. Unser Sportheim hat die gleiche Mauer. :-)

  7. 9.

    Das kann kein Stück Original-Berliner-Mauer sein: Die wurde nicht so exakt und mit kleinen Ziegelsteinen hochgezogen. Sondern, damit es schnell geht, mit großvolumigen Hohlblocksteinen. Und die ursprüngliche Mauer war auch nicht so hoch. Diese Höhe erreichten erst die später aufgestellten Fertigbetonteile. Der inhomogene obere Abschluss und die abgebrochenen Abzweigungen, die verwinkelte Lage sprechen für Mauerreste eines Gebäudes.

  8. 8.

    Was soll diese Volksverdummumg?
    Diesen Unsinn kann man vieleicht US-Touristen ezählen, damit diese erschaudern. Aber bitte keinen aus San Diego!
    Das sind ca 100 Jahre alte Werksmauern, die evtl. in der ersten Phase als bereits vorhandene Sperre, wie eine x-belibige Hofmauer, verwendet wurde. Auch, das für einen ostdeutschen Sender (RBB), genau so peinlich. Es gab keine Sicherungsanlagen, die unter Strom standen. Zumindest nicht, wenn man 12 Volt Gleichstrom, also die Spannung einer Autobatterie, nicht als "Strom" bezeichnen will.
    Setzt man allerding solche Schauermärchen in einen größeren historischen Rahmen, ergibt alles wieder einen Sinn, auch Unsinn!
    Wenn z.B. Aufnahmen mit Stalin, Rosevelt und Churchill gezeigt werden, mit dem Hinweis, Churchill und Rosevelt bereiteten die Befreiung Europas vom Faschismus vor. Kann jeder selbst einordnen.

  9. 6.

    Empfehle einen Blick in Google-Maps, Die Schützenstraße finden Sie mit folgendem Link:
    https://www.google.de/maps/place/Hermann-Hesse-Stra%C3%9Fe,+13156+Berlin/@52.571613,13.3829436,553a,35y,28.37h,3.57t/data=!3m1!1e3!4m5!3m4!1s0x47a85244b56f51fb:0xd6022ed46e57c72f!8m2!3d52.5768911!4d13.3939391
    Freundliche Grüße

  10. 5.

    @ Hammeruni: Könnte das wohl zum ehemaligen Güterbahnhof Schönholz gehören?!

  11. 4.

    Das müsste genau an diesen Koordinaten hier sein: 52.571797, 13.382515

  12. 2.

    Ihre Bildunterschrift, dass sich die gefundene "Urmauer" in der Schützenstr. befinde, kann nicht stimmen, denn in der Nähe des S-Bahnhofs Schönholz gibt es keine Schützenstr.

  13. 1.

    Die Mauer stammt noch vom alten Fritz, für wie bescheuert halten die das Volk?

Das könnte Sie auch interessieren