Ein Mitarbeiter des Fachbereiches Umwelt und Stadtgrün zersägt und räumt am 03.01.2018 im Stadtwald Eilenriede in Deutschland entwurzelte Bäume des Sturmtiefes (Quelle: dpa/Anne-Sophie Galli)
Video: rbb aktuell | 03.01.2018 | Bild: dpa

Ansonsten kaum Schäden durch Tief "Burglind" - Drei Verletzte durch umgestürzten Baum in Brandenburg

"Burglind" hat sich in Berlin und Brandenburg von seiner milderen Seite gezeigt. Das Sturmtief sorgte zwar für ungemütliches Wetter, löste aber kaum wetterbedingte Einsätze in der Region aus. In Falkenberg verursachte ein umgestürzter Baum einen Verkehrsunfall.

Tief "Burglind" ist am Mittwoch und in der Nacht zu Donnerstag über Deutschland hinweg gezogen und hat auch in Berlin und Brandenburg für ungemütliches Wetter gesorgt. Allerdings waren in der Region nur die Ausläufer spürbar, zu größeren Sturmschäden kam es hier nicht. Laut Polizei und Feuerwehr gab es mehrere umgestürzte Bäume, größere Schäden wurden aber nicht gemeldet.

Eín Auto liegt am 3.1. nach einem Unfall aufgrund eines ungestürzten Baumes am Straßenrand in Märkisch-Oderland bei Falkenberg. (Quelle: tnn)
Auf einer Anhöhe bei Falkenberg (Märkisch-Oderland) stießen zwei Wagen zusammen, als ein Baum auf die Straße stürzte. | Bild: tnn

Drei Verletzte bei Unfall in Falkenberg

Lediglich auf einer Anhöhe bei Falkenberg (Märkisch-Oderland) verursachte ein umgestürzter Baum einen Verkehrsunfall. Ein Pkw krachte beim Versuch, dem Baum auszuweichen, gegen einen zweiten Wagen. Dabei wurden insgesamt drei Personen verletzt, wie ein Sprecher der Feuerwehr Falkenberg berichtete. Alle drei wurden in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht. Weitere Details, etwa das Alter der Betroffenen oder die Schwere der Verletzungen, wurden zunächst nicht mitgeteilt.

Kaum wetterbedingte Einsätze in der Nacht

Die Feuerwehr zog am Donnerstagmorgen ansonsten eine positive Bilanz: "Es gab keine weiteren wetterbedingten Einsätze", sagte etwa der Berliner Feuerwehr-Sprecher Björn Radünz zu der ruhigen Nacht, für die Meteorologen von der MeteoGroup noch vor Böen von bis zu 90 km/h gewarnt hatten.

Im Berliner Bezirk Neukölln hatte am Mittwochmorgen ein umgestürzter Baum für einen Feuerwehreinsatz gesorgt. Der Baum krachte in der Lahnstraße auf ein Auto, wie die Feuerwehr mitteilte. Verletzt wurde niemand. Ein danebenstehender Baum musste gefällt werden, da er ansonsten umgekippt wäre, sagte eine Sprecherin der Feuerwehr. 20 Einsatzkräfte waren vor Ort.

Auch die Brandenburger Feuerwehren berichteten von relativ ruhigen und normalen Nächten mit nur vereinzelten wetterbedingten Einsätzen. In der Leitstelle in Brandenburg an der Havel wurden drei Einsätze registriert, in Potsdam vier, in Frankfurt (Oder) einer und in Cottbus sieben, wobei die Leitstellen neben den kreisfreien Städten auch die Brandenburger Landkreise koordinieren. In Uebigau-Wahrenbrück (Elbe-Elster) knickte der Weihnachtsbaum auf dem Weihnachtsmarkt um.

Amtliche Wetterwarnung vor Windböen beendet

Auch am Donnerstag blieb es zunächst noch windig: Starke bis stürmische Böen waren laut Wetterdienst Meteogroup zu erwarten. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte bis zum Mittag eine amtliche Wetterwarnung vor Windböen für Berlin und die Stadt Brandenburg ausgegegeben. Teils kräftige Regenschauer machen das Wetter doppelt unangenehm. Die Temperaturen liegen Donnerstag zwischen 6 bis 9 Grad.

In der Nacht zum Freitag werde noch ein kleineres Sturmtief über der Region erwartet, sagte der Meteorologe Ronny Büttner im rbb. Anschließend werde es einen Wetterumschwung hin zu winterlichen Temperaturen geben.

Sturmschäden im Süden und Westen Deutschlands

In anderen Teilen Deutschlands führte "Burglind" zu massiven Verkehrsbehinderungen. Durch orkanartige Böen stürzten am Mittwoch unter anderem in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern etliche Bäume um. Dadurch wurden Straßen und Bahnstrecken blockiert. Der Regional- und Fernverkehr der Bahn war eingeschränkt. Ernsthaft verletzt wurde bislang niemand. In Niedersachsen stürzte eine 70 Meter hohe Windkraftanlage um. Am Abend war der Kern des Tiefs nach Dänemark weitergezogen.  

Der Deutsche Wetterdienst warnte weiter besonders vor umstürzenden Bäumen. "Die Böden sind durch den Regen der vergangenen Tage durchnässt, Bäume kippen leichter um", sagte der DWD-Meteorologe Robert Hausen. In Wäldern solle man sich lieber nicht aufhalten. In Folge von Dauerregen und Tauwetter in den Bergen drohen an mehreren Flüssen zudem Überflutungen.

Namensgeberin von "Burglind" kommt aus Berlin

Seinen Namen verdankt das Sturmtief "Burglind" im übrigen einer Berlinerin. Sie habe sich die Wetterpatenschaft für das zweite Tiefdruckgebiet dieses Jahres selbst geschenkt, sagte eine Mitarbeiterin des Instituts für Meteorologie der Freien Universität (FU) Berlin am Mittwoch. Mit dem Erwerb einer Patenschaft habe die Frau auch die Wetter- und Klimabeobachtung von Studenten an der international meldenden Wetterstation in Berlin-Dahlem unterstützen wollen.

Das Institut der FU vergibt seit 1954 Namen für Hoch- und Tiefdruckgebiete, die das Wetter in Mitteleuropa beeinflussen. In diesem Jahr bekommen die Tiefs weibliche Namen, die Hochs männliche. Begonnen wird am Jahresanfang immer mit "A". Dann geht es in alphabetischer Reihenfolge weiter. "Burglind" ist bereits das Tief "Alja" vorausgegangen. Das erste Hoch des Jahres wird "Adam" heißen.

Patenschaften für Hochdruckgebiete kosten den Angaben nach 299 Euro, bei den Tiefdruckgebieten sind es 199 Euro. In diesem Jahr werden noch Namensgeber für Tiefdruckgebiete mit den Anfangsbuchstaben "Q" und "X" gesucht. Bei den Hochdruckgebieten sind noch Patenschaften mit den Anfangsbuchstaben "Q", "X", "Y" und "Z" zu haben.

Sendung: Inforadio, 03.01.2018, 08.00 Uhr

Kommentar

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1 Kommentar

  1. 1.

    Danke Merkel! (Achtung Ironie ;-))

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