Archivbild - Ein Falschparker wird in Berlin abgeschleppt. (Quelle: imago/Olaf Wagner)
Audio: Inforadio | 08.02.2018 | Kirsten Buchmann | Bild: imago/Olaf Wagner

Falschparker - Fast 50.000 Autos in Berlin abgeschleppt

Nur mal schnell was einkaufen, abholen oder einwerfen - da kann man doch mal eben sein Auto auf der Busspur abstellen oder sich halb in eine Einfahrt quetschen. Doch das kann teuer werden: 2017 wurden deutlich mehr Autos in Berlin abgeschleppt als im Jahr davor.

Fast 50.000 Mal sind im vergangenen Jahr in Berlin falsch parkende Autos abgeschleppt worden. Das waren 1.000 Umsetzungen mehr als im Jahr zuvor, wie aus der Antwort der Innenverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage des Grünen-Abgeordneten Harald Moritz hervorgeht. Hinzu kommen noch gut 9.000 Fälle, in denen zwar ein Abschleppwagen gerufen wurde, der Fahrer aber noch rechtzeig zu seinem Wagen zurückkehrte. 

Besonders schnell wird abgeschleppt, wenn der falsch geparkte Wagen den öffentlichen Nahverkehr behindert. Denn neben Polizei und Ordnungsamt kann auch die BVG eine Umsetzung veranlassen.

Auf Busspuren wird besonderes oft abgeschleppt

Die meisten Autos in Berlin wurden laut Innenverwaltung umgesetzt, weil sie auf Busspuren standen. Aber auch weil sie zu nah an Kreuzungen und Einmündungen oder auf Fahrradwegen parkten, wurden viele Fahrzeuge weggeschafft. Weitere Gründe für das Abschleppen sind unter anderem, wenn Autos zu nah an Fußgängerüberwegen stehen, Haltestellen oder Straßenbahngleise blockieren.

Während die Zahl der Falschparker auf Busspuren oder an Kreuzungen in den letzten Jahren annähernd gleich blieb, ist die Zahl der Autofahrer, die auf Fahrradstreifen geparkt haben, deutlich angestiegen. Das geht aus den eingeleiteten Gebührenverfahren hervor, wie die Innenverwaltung in ihrer Antwort mitteilte. Demnach wurden 2015 noch 209 Strafzettel wegen Parkens auf dem Fahrradstreifen verteilt, im vergangenen Jahr waren es 888.

Die Berliner Polizei hat mehrfach mehrtägige Aktionen durchgeführt, bei denen sie sich auf Falschparker konzentriert. Solche stadtweiten Aktionen soll es auch weiterhin geben, teilte die Innenverwaltung mit.

 

Sendung: Inforadio, 08.02.2018, 12:20 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

10 Kommentare

  1. 10.

    Einen PKW zu besitzen ist Privatbergnügen, wenn auch oft notwendiges. Das dadurch entstehende Platzproblem Dritten aufzuhalsen scheint unangebracht. Wo viele Autos um begrenzten Platz konkurrieren gibt es eben Mangel. Wo mehr Platz teuer geschaffen wird, werden mehr Autos angezogen. Wenn möglich, lieber umdenken als andere für die eigene Misere verantwortlich zu machen.

  2. 9.

    Schließe mich an. Dir Rücksichtslosigkeit stinkt zum Himmel. Sofort abschleppwagen rufen. Kostet schon. Anders lernen die es nicht. Und machen immer weiter. Egoistische ignoranten. Unkraut vergeht ja leider nicht

  3. 8.

    Dann wohnen Sie in einem anderen Neukölln. Ich rufe fast täglich das Ordnunsamt um meine Einfahrten in der Silbersteinstr. frei zu machen. Die Mitarbeiter steigen aus und bisher wurden sie auch nicht angepöbelt oder angegriffen.

  4. 7.

    Es könnte ruhig nich mehr abgeschleppt werden und auch stärker andere Verkehrsvergehen geahndet werden. Es gibt in Berlin genügen Straßenzüge, in denen die Ordnungsämter permanent patrouillieren könnten, um pausenlos Tickets zu verteilen.

    Ist aber die Zahl der Falschparker auf Radwegen gestiegen oder wird das einfach nur stärker geahndet?

  5. 6.

    Angesichts der zunehmenden Frechheit und Unverschämtheit, mit der diese Dreckschleudern selbst direkt vor Halteverbotsschildern und auf Hauptverkehrsstraßen mitten im fließenden Verkehr abgestellt werden, noch immer viel, viel, viel zu wenig!

  6. 5.

    In Kreuzberg stehen mehrere Parkhäuser mit hunderten ungenutzten Parkplätzen; drei davon wenige Gehminuten vom Oranienplatz. Ein Parkhaus wurde mangels Nutzung sogar in eine Kita umgebaut: http://www.inakindergarten.de/kitas/dresdener_strasse.php

  7. 4.

    Vielleicht liegt es aber auch schlichtweg daran, dass in Wohnvierteln wie in unseren mehr Autos als Parkmöglichkeiten existieren und der Parkraum dramatisch knapp wird. Es kann ja nicht sein, dass man abends eine Stunde vergeblich herumfahren kann um eine freie Lücke zu finden.

    Der Witz schlechthin.. ja so manch verzweifelter stellt sich dann auf Parkplätze des Supermarktes neben an, oder eben an Stellen wo es verboten ist, da es ansonsten keine Möglichkeiten gibt! Da wird dann natürlich auch brav abgeschleppt. Der Staat verdient also noch an dem Problem. Es kann ja nicht sein, dass man sein Busticket einstecken muss oder gar 20 Minuten laufen, um vom Parkplatz nach Hause zu kommen?!

    Wenn dann noch weitere Wohnhäuser in diese Viertel gesetzt werden dürfen und das ohne passende Parkplätze anzubieten, na wo soll man am Ende noch parken???

    Herzliche Grüße aus Adlershof.

  8. 3.

    Kann ich bestätigen. Kinder lernen an den Fußgängerfuhrten zwischen Autos auf die Straße zu gehen oder um die Autos herum in den fließenden Verkehr auszuweichen. Oft wird verkehrsgefährdened (!) geparkt! Allein am Oranienplatz werden regelmäßig mindestens fünf barrierearme Fußgängerfuhrten zugeparkt: die einzige zur zentralen Querung des Platzes, beidseitig der Einmündung zur Dresdener- und zur Naunynstraße ... die Bushaltestellen des 140 in der Adalbertstraße und des M29 in der Oranienstraße an der Ecke sind regelmäßig zugeparkt ... Und "wegen Parkens auf dem Fahrradstreifen .... waren es 888", also gut ZWEI Strafzettel am Tag!!! Und täglich 137 Umsetzungen in ganz Berlin, macht rein rechnerisch pro Bezirk ZWÖLF Umsetzungen pro Tag. ZUM VERGLEICH täglich werden in Berlin ca 1.480 "Schwarzfahrer" im ÖPNV mit Bußgeld bestraft - mehr als 10x so viele täglich - und da soll der Kontrolldruck noch erhöht werden. Wo sind hier die Prioritäten??? ÖPNV hat Vorrang - nicht mehr lustig!!!

  9. 2.

    Vielleicht haben die Mitarbeiter des Ordnungsamtes ja schlicht und ergreifend Angst. So wie hier bei uns in Neukölln.

    Kein O-Amt Mitarbeiter würde sich auf der Herrmannstraße, Sonnenallee, Karl-Marx-Str. und in diversen Querstraßen auch nur ansatzweise trauen sein/ihr Erfassungsgerät in die Hand zu nehmen. Die Gefahr das sie "aufgemischt" werden ist viel zu groß.
    Niemand schreibt hier einen Porsche, Audi, Mercedes, Jaguar, etc. auf, der in 2. Reihe, auf dem Bürgersteig, vor einer Fußgängerquerung/Ampel, auf einer Busspur parkt und die Leute behindert.

  10. 1.

    Komisch - in Pankow rund um den Florakiez und angrenzend werden seltenst Autos, die vor abgesenkten Gehwegen, oder anderweitig verkehrsbehindernd oder- widrig parken, abgeschleppt - mit Glück bekommen die ein Knöllchen, denn das O-Amt fährt und läuft nur dort, wo es sich richtig lohnt: im Prenzlbergkiez - da wo Parkraumbewirtschaftung aktuell ist - die angrenzenden Gebiete werden ausgespart und dort leiden Fußgänger, Behinderte, Radler, Kinder und auch Autofahrer unter dem Egoismus anderer Dosentreiber. Da stehen mitunter wochenlang Autos falsch und selbst Anrufe beim OA haben keine Wirkung und die Polimannzei gibt lapidar den Hinweis auf dieses ominöse OA.
    Anfragen und Beschwerden brachten und bringen eins: Nichts.....nicht mal Petitionen haben etwas geändert.

Das könnte Sie auch interessieren

Landtagswahl in Bayern 2018
imago/Revierfoto

Landtagswahl in Bayern - "Für die SPD ist es fünf nach zwölf"

Die SPD ist tief gefallen in Bayern - das Ergebnis bei der Landtagswahl einstellig. Das sorgt für Frust, auch bei den Genossen in Berlin und Brandenburg. Sie machen die Bundespolitik verantwortlich für das schlechte Ergebnis - und fordern Konsequenzen.