Bildcollage: Snapchat der Polizei Berlin in Marzahn Hellersdorf (Quelle: Screenshot Snapchat, Hintergrund: Imago/ Christian Ditsch)
Video: Abendschau |13.02.2018 | Rainer Unruh | Bild: Bildcollage: imago stock/Christian Ditsch/ snapchat

Dreiwöchige Aktion - Berliner Polizei zeigt Arbeitsalltag auf Snapchat

Die Polizei Berlin gewährt zum vierten Mal quasi live Einblicke in ihre Arbeit via Snapchat.

Zwei Beamte des Abschnittes 62 im Bezirk Marzahn-Hellersdorf übernehmen für drei Wochen den polizeieigenen Kanal "polizei.berlin". Damit sollen sie vor allem jugendlichen Nutzern "Einblicke in den vielseitigen und abwechslungsreichen Arbeitsalltag" ermöglichen, heißt es in einer Mitteilung zum Start. Am ersten Tag waren die beiden Beamten - die 27-jährige Polizeikommissarin Michelle und ihr langerprobter Streifenkollege Polizeihauptkommissar "Kiwi" - vor allem mit kleineren Verkehrsdelikten beschäftigt und sicherten den Bereich um eine defekte Gasleitung in Biesdorf ab.

Vierte Übernahme seit Juli 2016

Das "Revier" des Polizeiabschnittes 62 ist Teil der größten Polizeidirektion 6 der Stadt, die die Bezirke Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick und somit 282,46 km² umfasst und somit so groß wie Frankfurt am Main ist. In ihr leben etwa 810.000 Menschen. Großstadtleben und dörflicher Charme, Hightech-Industrie und altes Handwerk, bunte Plattenbauten und grüne Oasen zeichnen Michelles und "Kiwis" berufliche Heimat aus, die sie nun bis zum 5. März über Snapchat bei persönlichen, polizeilichen Einsätzen zeigen wollen.

Die Polizei hat ihren Snapchat-Account anlässlich der YOU-Messe am 7. Juli 2016 gestartet und bislang drei Mal von Beamten für einige Wochen übernehmen lassen.

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Ich kann nachvollziehen, dass vor dem Hintergrund bedeutender Probleme im Dienstalltag, auch auf dieser Plattform Frust geäußert wird.

    Aber auch die Polizei Berlin (wie fast jeder Arbeitgeber in Deutschland) hat ein massives Nachwuchsproblem. Hier wird von den Kommentatoren auch personelle Überlastung angesprochen. Insofern ist es nur positiv zu bewerten, dass auch zeitgemäße Werbekanäle genutzt werden, um entsprechenden Nachwuchs zu rekrutieren. Über Inhalt und Form kann man ja streiten; aber bei allem Frust, sollten Fortschritte auch positiv gewertet und nicht mit Verweis auf andere Probleme niedergemacht werden.

  2. 4.

    Pure Verzweiflung! Der Versuch begabten Jugendlichen den Dienst bei der Berliner Polizei als "chic" und "cool" darzustellen um nicht allzu tief aus den unteren sozialen Schichten einstellen zu müssen.
    Jeder gestandene Polizist muss sich angesichts der verzweifelten Imagekampagnen, der Realität draussen auf der Strasse und der verzweifelt an ihre Karieren hängenden Polizeiführung nur noch verarscht vorkommen!

  3. 3.

    Nach fast 30 Jahren Einsatz und Schichtdienst in der Berliner Polizei, lange auch in der Direktion 6, stellt sich mir nur eine Frage: Wo bleiben bei der Aktion die Ernsthaftigkeit und übergroße Verantwortung dieses Berufes, seine Probleme, die parallele massive Belastung in allen Bereichen von Gesundheit bis Familie, eine realistische Darstellung von leider knallharter Polizeiarbeit jenseits von jugendgerechter Partyatmosphäre und der Vermittlung von gelassener Selfie-Glückseligkeit: "Ist ja alles eigentlich ganz easy" - total entspannt". Ich muss tatsächlich im falschen Film mitgespielt haben bei all der, teils auch bewaffneten, Gewalt gegen meine Kollegen und mich, dem permanenten Personalmangel in Verbindung mit gestrichener oder zumindest heftig mangelnder Freizeit und fast absolut fehlender Erholungsmöglichkeiten außer dem Jahresurlaub, massiver Schlafstörungen aufgrund des Nachtschichtdienstes usw. Die Realität sieht leider ganz anders aus: Wir haben hier keine Party!

  4. 2.

    Gute Idee mit dem Snapchat! Das bügelt die eigentlichen Probleme natürlich völlig weg!!!

    Das macht den Beruf natürlich attraktiv! Das Gute an Berlin: Ihr bekommt die schlechteste Ausrüstung und die schlechte Bezahlung DEUTSCHLANDWEIT!!! Glückwunsch!!!

  5. 1.

    Ihr solltet mal über die Diensttelefone der Funkstreifenwagen berichten, älter geht es nicht mehr, da wird das Akku mit Tesafilm befestigt.

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