S-Bahn fährt in den Bahnhof Hermannstraße (Quelle: dpa/Wolfgang Kumm)
Bild: dpa/Wolfgang Kumm

Fahrer konnte noch bremsen - Frau muss für Stoß auf S-Bahn-Gleise vier Jahre in Haft

Weil sie eine Frau in Berlin-Neukölln vor eine einfahrende S-Bahn gestoßen hat, muss eine 31-Jährige für vier Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht sprach die Angeklagte am Montag unter anderem des versuchten Totschlags schuldig und ordnete zudem die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Sie habe die 55 Jahre alte Frau im Juli 2017 auf dem S-Bahnhof Hermannstraße "kräftig nach vorn gestoßen", begründeten die Richter. Nur dank einer sofortigen Vollbremsung des Triebwagenführers sei die Bahn wenige Meter vor der Frau zum Stehen gekommen.

Die Motivation der damals stark alkoholisierten Angeklagten sei offen geblieben, hieß es weiter im Urteil. Die 31-Jährige wurde zudem der Körperverletzung, des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und der Beleidigung schuldig gesprochen.

Der Staatsanwalt hatte eine Strafe von sechs Jahren und neun Monaten wegen versuchten Mordes gefordert. Von der Verteidigerin war kein konkreter Antrag gestellt worden. Die Beschuldigte hatte zu Prozessbeginn im Januar um Verzeihung gebeten.

Sendung: Abendschau, 19.02.2018, 19.30 Uhr

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3 Kommentare

  1. 3.

    Unsere Berliner Kuscheljustiz überrascht gar nicht mehr. Aber es geht immer noch etwas besser.
    "Kein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr"
    http://www.tagesspiegel.de/berlin/angriff-auf-polizistin-in-berlin-karow-kein-gefaehrlicher-eingriff-in-den-strassenverkehr/20976172.html

  2. 2.

    So! Kein Mitleid mit der Täterin ... Kurzen Prozess. Mehrere Jahre Knast, später Geldstrafe ...
    Unter Alkoholeinfluss zu stehen ist keine Ausrede mehr! Dann könnte ja jeder sowas tun.
    Die Bitte um Verzeihung sollte überhört werden!
    Mein Mitleid gilt der Dame, die um Haaresbreite ihr leben verloren hätte.
    Denkt auch einmal an den Fahrer, der diesen tötlichen Unfall auch hätte verkraften müssen.
    Das gilt auch für mögliche Zeugen auf dem Bahnsteig.

  3. 1.

    Offensichtlich eine viel zu geringe Strafe. Warum hier nicht wegen Mordversuchs veruteilt wurde, ist mir schleierhaft. Anscheinend haben Richter mehr Mitleid mit den Tätern als mit den Opfern.

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