Sichtfenster auf einer gefälschten 50-Euro-Note (Quelle: dpa/Dedert)
Audio: Inforadio | 05.02.2018 | Ricardo Westphal | Bild: dpa/Dedert

Falschgeld in Berlin - "Der falsche Fuffziger ist der Spitzenreiter"

In der Hauptstadt wurde im vergangenen Jahr Falschgeld im Wert von knapp 464.000 Euro beschlagnahmt. Die beliebteste Blüte ist laut Polizei der 50-Euro-Schein. Bei der Suche nach den Hintermännern müssen die Ermittler neue Wege gehen.

In Berlin sind im vergangenen Jahr weniger Falschnoten sichergestellt worden als 2016. Der Schaden sei dennoch um 33 Prozent gestiegen, teilte die Polizei auf Anfrage von dpa mit. Das gehe auf die große Anzahl gefälschter 500-Euro-Scheine zurück. Anders formuliert: Der Polizei ging offenbar eine höhere Summe gefälschten Geldes durch die Lappen als im Vorjahr.

Insgesamt wurden 2017 Blüten im Wert von knapp 464.000 Euro konfisziert gegenüber 653.000 Euro im Vorjahreszeitraum. Am häufigsten wurden gefälscht 50-Euro-Scheine entdeckt, sie machten 61 Prozent aus. "Der falsche Fuffziger ist der Spitzenreiter", sagte eine Sprecherin.

Vertrieb über das Darknet

Der Zugang zu Falschgeld über das Internet sei leichter geworden. Zugleich warnte die Polizei: Das Entdeckungsrisiko sei auch im Darknet, einem nicht öffentlich zugänglichen Bereich des Internets, hoch. Eine Vielzahl der 121 Tatverdächtigen, die im vergangenen Jahr ins Netz der Polizei gingen, sei hier ermittelt worden.

Schon wer nachweislich einen einzigen falschen Schein in den Zahlungsverkehr bringt, macht sich einer Straftat schuldig, die mit mindestens einem Jahr Haft bestraft wird.

Das Landeskriminalamt nutze alle zulässigen Ermittlungsinstrumente. Dazu gehören laut Angaben auch die Überwachung von Telefonen und die Observierung von Verdächtigen. So wurde in Österreich im Mai 2017 eine Tätergruppe überführt, die selbstgedruckte Noten im Darknet vertrieben hatte. Die österreichischen Behörden gaben Adressen von Käufern und Interessenten an die deutschen Behörden weiter, auch in Berlin wurden Verdächtige ermittelt.
 

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    Ach deswegen gucken mich die Verkäferinnen immer so schräg an, wenn ich einen Fuffi ziehe. Komm ich halt nur noch mit Hunnies!

  2. 2.

    Wenn es endlich voran ginge mit dem bargeldlosen Bezahlen per Karte auch bei kleinen Summen könnzen wir langsam auf das Bargeld verzichten znd das Bargeldfälschen wäre eine brotlose Kunst. Aber es ist halt die Krux mit der Digitalisierung des Alltages in Deutschland....

  3. 1.

    In der DDR war man vor solcher Kriminalität sicher!

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