Symbolbild - Eine Frau kratzt sich am Oberarm. (Quelle: imago/blickwinkel)
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Untersuchung der Krankenkasse Barmer - Krätze offenbar wieder auf dem Vormarsch

In Deutschland gibt es vermutlich mehr Fälle von Krätze - das legt zumindest eine Untersuchung der Krankenkasse Barmer nahe. Demnach wurden bundesweit im vergangenen Jahr 60 Prozent mehr Medikamente gegen die Hautkrankheit verschrieben als 2016. "Ähnlich stark dürfte auch die Zahl der Erkrankten gestiegen sein", so die Barmer.

Die Zahlen - die sich nur auf die Versicherten der Barmer beziehen - sind regional allerdings höchst unterschiedlich. In Berlin etwa wurden 35 Prozent mehr Krätze-Präparate verschrieben, das ist im bundesweiten Vergleich die niedrigste Zahl. In Brandenburg beläuft sich die Steigerung auf 68 Prozent. Spitzenreiter ist Schlewig-Holstein: Hier registrierte die Barmer einen Anstieg von 127 Prozent der verordneten Präparate. 

Die Krankenkasse DAK hatte bundesweit ebenfalls von einem Anstieg der Krätze-Behandlungen berichtet. Warum die Zahlen ansteigen, ist unklar.

Krätze nur für Gemeinschaftseinrichtungen meldepflichtig

Experten zufolge kann die Krätze (Skabies) jeden treffen, kommt in allen sozialen Schichten vor und wird durch längeren engen Körperkontakt übertragen. Trockene Haut gilt als Risikofaktor. Die Krätze wird durch winzige Parasiten, den Krätzmilben, verursacht. Sie nisten sich in der obersten Hornschicht der Haut ein und verursachen dort Entzündungen. Typische Symptome sind vor allem ein starker Juckreiz und gerötete, schuppige Haut. 

Gesicherte Zahlen zur Häufigkeit der Krätze in Deutschland gibt es nicht, erklärt das Robert Koch Institut (RKI). Eine umfassende Meldepflicht gibt es nicht, Gemeinschaftseinrichtungen wie etwa Kindergärten, Schulen, Obdachlosenunterkünfte oder Altenpflegeeinrichtungen müssen das Auftreten von Skabies aber den Gesundheitsbehörden melden. Diese Daten werden aber nicht an die Landesbehörden oder das RKI weitergegeben.

Sendung: Radio Berlin 88,8, 14.03.2018, 10.00 Uhr

Kommentar

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6 Kommentare

  1. 6.

    Hallo Rolf. Hier geht es zwar um die Krätze und nicht darum, mich zu schützen vor Keimen im Supermarkt:-) Aber auch hier ein recht simpler Tipp von mir. In jedem Handel gibt es Feuchtigkeitstücher mit Inhalt Alkohol zum Händedesinfizieren zu kaufen. Oder Sie legen ein Papiertaschentuch an besagter Stelle. Und lange Rede kurzer Sinn. Komme ich nachhause nach dem Einkauf, ist mein erster Gang zum Händewaschen, nachdem ich die Straßenschuhe abgestreift habe. Sich die Hände ruhig öfter Waschen hilft schon.

  2. 5.

    Grundsätzlich wird Krätze durch längeren intensiven Körperkontakt übertragen. Ein Handschlag gehört sicher nicht dazu. Natürlich ist es aber in der Infektzeit sicher besser darauf zu verzichten. Um der Krätze Einhalt zu Gebieten, wären Aufklärung und teils prophylaktische Therapie auch von Familienangehörigen und Pflegenden oder Erzieherinnen sinnvoll.

  3. 4.

    Dann sollte man aber auch im Supermarkt Handschuhe tragen, um den Griff am Einkaufswagen nicht mit bloßen Händen zu berühren - denn was sich da an Keimen tummelt, davon kann so manch ein Toilettensitz nur träumen.

  4. 3.

    Es gibt hierfür ganz simple Mittel und Wege. Eine freundliche Begrüßung des Gegenübers tut es auch( wie in den USA betrieben wird, nachdem man vorgestellt wurde. Mit: Nice to Met Your ).Besonders in der Winterzeit läßt der Mensch es ganz bleiben ( auch der behandelnde Arzt). Wir hier in Deutschland legen aber immernoch gr.Wert darauf, einander so vorgestellt zu werden. Regen uns aber gleichzeitig nicht ( neue Sitte in Berlin) über die Begrüßungsfloskel“Hallo“ auf. Was ich wiederum schade finde. Denn ein „Guten Tag“ oder eben der Tageszeit entsprechende Begrüßung finde ich hier angemessener. Aber der Punkt ist ja die Ansteckungsgefahr und daher vermeide ich es mittlerweile grundsätzlich jemanden die Hand zu geben. Wird verdutzt geschaut, dann erkläre ich mich. Aber ist für viele umständlicher als die Hand zu geben. Ja und in Krankenhäusern insbesonders sollte dies tatsächlich gehandhabt werden mit einem deutlichen Hinweis.

  5. 2.

    Dem stimme ich zu.
    Aber wer kann schon dem sozialen Druck widerstehen, die ausgesteckte Hand des anderen abzulehnen?
    Dazu müsste in öffentlichen Gebäuden (auch Krankenhäusern) Vorarbeit geleistet mit Hinweisen wie: "Wir geben uns zur Begrüßung nicht Hand, aus hygienischen Gründen."

  6. 1.

    Was sagt uns das? Das typische“ sich die Hand geben“ sollte mal gründlichst überdacht werden.In Deutschland eben allgegenwärtig( unhygienisch) und somit begünstigt es die Krätzmilbe sich schön auszubreiten. Geht nämlich anfangs in den Handzwischenräumen los. Ständiges Jucken und Kratzen zw. den Fingern könnte schon der Beginn sein.

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