Mitglieder der Jugendfeuerwehr Berlin bei einer Kranzniederlegung (Quelle: Archivbild dpa von 2012/Hannibal Hanschke)
Video: Abendschau | 14.03.2018 | Rainer Unruh | Bild: dpa/Hannibal Hanschke

Verdacht des sexuellen Missbrauchs - Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Jugendwart der Feuerwehr

Bei der Berliner Feuerwehr herrscht Unruhe: Erst trat der langjährige Jugendwart zurück; dann folgte eine Presseerklärung, die viele Fragen offen ließ, und seit Mittwoch ist klar: Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts auf sexuellen Missbrauch.

Nach dem Rücktritt des Leiters der Berliner Jugendfeuerwehr hat das Landeskriminalamt (LKA) Ermittlungen gegen den Mann eingeleitet. Dabei gehe es um den Verdacht des sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Seit Dienstag würden die Ermittler einem entsprechenden Verdachtsfall nachgehen. Weitere Informationen könnten derzeit nicht veröffentlicht werden.

Wie Feuerwehr-Sprecher Thomas Kirstein dem rbb bestätigte, ermittelt das LKA aufgrund von Schilderungen des Landesbranddirektors. Nach derzeitigem Stand handele es sich "um mehrere Betroffene". Ob es sich um Jungen oder Mädchen handelt, ist nicht bekannt. Die Feuerwehr betont, es gehe um einen Einzelfall. Ein strukturelles Problem gebe es nicht.

59-Jähriger kann Anschuldigungen nicht nachvollziehen

Am Wochenende hatte der jetzt Verdächtigte seinen Rücktritt als Jugendfeuerwehrwart und und Jugendfeuerwehrwart des Landes erklärt. Wie Kirstein sagte, habe der Mann auch Gründe für den Rücktritt genannt. Dies habe letztlich dazu geführt, dass ein "Verbot der Dienstausführung" als Angehöriger der Dienstfeuerwehr ausgesprochen worden sei, erläuterte Kirstein. Dies habe die Feuerwehr am Dienstag auch öffentlich gemacht [externer Link].

Zugleich hatte die Feuerwehr dazu aufgerufen, Spekulationen über die Vorfälle zu unterlassen, solange die Hintergründe nicht restlos geklärt seien. Kirstein zufolge war der Mann über 40 Jahre ehrenamtlich für die Feuerwehr tätig. Inzwischen hat sich der Beschuldigte auch selbst geäußert.

Nach Angaben der Berliner Zeitung "B. Z." [externer Link] ist der zurückgetretene Jugendfeuerwehrwart 59 Jahre alt. Die Anschuldigungen seien für ihn "nicht nachvollziehbar", habe der Beschuldigte gesagt. "Nach 44 Jahren Jugendarbeit falle ich in ein tiefes Loch." Die Berliner Jugendfeuerwehr zählt nach eigenen Angaben mehr als tausend Mitglieder.

"Mögliches strafbares Fehlverhalten"

Bis zum Mittwochnachmittag war über die angeführten Gründe nur spekuliert worden. Bei der Feuerwehr hieß es lediglich, dass es Hinweise "auf ein mögliches strafbares Fehlverhalten mit Bezug zu seiner Tätigkeit als Jugendfeuerwehrwart" gebe. Die Behördenleitung nehme dies sehr ernst und prüfe weitere geeignete Schritte. Betroffene Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr und der Jugendfeuerwehr werde Unterstützung und Betreuung zugesichert, hieß es in der Mitteilung weiter.

Kommentar

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9 Kommentare

  1. 9.

    Danke dass Sie mich auch Lotte nennen.Fühl mich geschmeichelt als“ überzeugter Wessi“. Schön auch dass Sie mir in dem Punkt Recht geben, worum es hier nämlich eigentlich geht.

  2. 8.

    Nicht aufregen. Bitte! Herr Lothar Lotte hat zu allem eine (schlaue?) Meinung. Und zwar zu jedem Thema. Dabei ist er ab und zu ein wenig übereifrig und spricht auch bisweilen als Blinder von der Farbe, ist beinahe missionarisch unterwegs. Ich bemühe mich, nicht mehr darauf einzugehen. In einem Punkt muss ich ihm allerdings recht geben: noch laufen die Vorermittlungen. Hat der Jugendwart die Tat begangen, wird er sich dafür zu verantworten haben.

  3. 7.

    @Tom: Lothar ist "Wessi", ist irgendwann weit vor dem Mauerfall nach Berlin (West) gekommen. Rest ist egal.

    Woher Sie einen Bezug zur DDR herzustellen versuchen (Suggestivfrage?) vermag ich auch nicht zu deuten. Was wollen Sie mit dieser Frage denn ausdrücken?
    Sicherlich gab es, insbesondere in der Vergangenheit und leider vereinzelt auch noch heute, Menschen in Institutionen, die Machtverhältnisse oder Abhängigkeiten für ihre perversen Gelüste ausgenutzt haben. Das war in der Katholischen Kirche genau so wie in Kinderheimen (Ost wie West), aber auch in Sportvereinen so und ist auch hier nicht anders gelagert, sofern sich die Vorwürfe bestätigen. Glücklicherweise ist das gesellschaftliche Klima heute ein anderes als damals, als alles vor falscher Scham verschwiegen wurde und Autoritäten unangreifbar schienen. Das ist auch gut so, soll aber kein Freiraum für Spekulationen oder Vorverurteilungen sein.

  4. 6.

    Werter Herr Lothar, Herr ohne Ort,

    Ich lasse mir doch nicht vorschreiben, was ich wann wo wie mitzuteilen habe!. Woher kommen Sie denn?
    Rede und Antwort steht der Mann zwangsläufig, weil es nun mal rausgekommen ist.
    Auf eine eventuelle "DDR"-Vergangenheit des Herren gehen Sie gar nicht ein? Wo haben Sie denn "Ihr Handwerk gelernt" ???? 1.76 ????????????????

  5. 5.

    Wieso warten Sie nicht freundlicherweise einfach mal ab und enthalten sich auch solch Möglichkeits-Fragestellungen? Wäre doch ganz einfach, oder etwa nicht? Aber sich gleich echauffieren, wenn ich nur darauf verweise und das eben mit bissigem Kommentar. Im Bericht steht es eindeutig und der Mann steht hierzu noch Rede und Antwort.

  6. 4.

    Werter Herr Lothar,

    ich habe in der Möglichkeitsform geschrieben !! Und ich habe eine ausdrückliche Frage gestellt!!!
    Wie so etwas eine Tatsachenverdrehung, oder gar eine falsche Behauptung oder Anschuldigung sein soll erschließt sich mir nicht.
    Der Geifer der "Gutmenschen" ist ja wohl an Widerwärtigkeit kaum zu überbieten.

  7. 3.

    Sehr bedauerlich zu lesen, wie gleich wieder vorschnell reagiert wird,obwohl nichts bewiesen ist. Schon mal daran gedacht, das es sich auch um eine Tatsachenverdrehung oder gar falsche Behauptung, Anschuldigung handeln könnte. Echt ätzend hier gleich loszulegen. Warten Sie doch ersteinmal ab. Der Vergleich mit der kath. Kirche ist auch weit hergeholt und zeigt bloß Ihren Geifer nach Publizität. Schnappenatmung und wie ein Leser der vier Buchstabenzeitung.

  8. 2.

    Eventuell so ein Verhalten wie bei einer alten römischen Kirche? Mist, daß das jetzt ans Licht kam.
    Und als Krönung ist der "Herr" eventuell auch noch "DDR"-erfahren??????? Das ist eine Frage; keine Behauptung.
    Auf diese Frage wird aber bestimmt nicht eingegangen. Armes Deutschland.

  9. 1.

    Wenn die Beschuldigungen zutreffen sollten dann verstehe ich nicht wie man seine Arbeit und die damit verbundenen
    Pensionsansprüche so aufs Spiel setzen kann.
    Spielt denn die ganze Welt nur noch verrückt??

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