Zahlreiche Blumen und Kerzen liegen vor dem Haus in Alt-Hohenschönhausen, in dem eine 14 Jahre alte Schülerin erstochen wurde. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Video: Abendschau | 12.03.2018 | Sylvia Wassermann | Bild: dpa/Paul Zinken

Erstochene Schülerin aus Alt-Hohenschönhausen - Verdächtiger 15-Jähriger in Untersuchungshaft

Ein 15-Jähriger hat gestanden, seine 14 Jahre alte Mitschülerin in Berlin-Alt-Hohenschönhausen getötet zu haben. Die Hintergründe der Tat sind weiterhin völlig unklar. Am Montag ist gegen den Jugendlichen Haftbefehl erlassen worden.

Im Fall der erstochenen 14-Jährigen in Alt-Hohenschönhausen ist Haftbefehl wegen Totschlags gegen den geständigen 15-Jährigen erlassen worden. Wie die Berliner Staatsanwaltschaft am Montag über Twitter mitteilte, befindet sich der Beschuldigte in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft hatte ihren Haftantrag mit dem Verdacht des Totschlags und Verdunkelungsgefahr begründet.

Der Jugendliche habe im Kern gestanden, seine Bekannte erstochen zu haben, hatte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, zuvor mitgeteilt. Die Hintergründe seien aber weiter unklar, sagte Steltner weiter. Das spätere Opfer und der mutmaßliche Täter hatten sich zuvor in der Wohnung der 14-Jährigen verabredet. Der 15-Jährige und das Mädchen gingen den Angaben zufolge auf dieselbe Schule, ein Paar seien sie aber nicht gewesen. 

Auf den Jugendlichen seien die Kriminalisten durch Ermittlungen im persönlichen Umfeld gekommen, so die Staatsanwaltschaft. Der 15-Jährige war am Sonntagvormittag in der Wohnung seiner Eltern festgenommen worden. Er wurde anschließend stundenlang von der Mordkommission verhört. 

Schwer verletzt in der Wohnung gefunden

Die Mutter hatte ihre 14-jährige Tochter am Mittwoch gegen 17:30 Uhr schwer verletzt in der gemeinsamen Wohnung gefunden, wie die Polizei mitteilte. Sie habe dann Polizei und Rettungskräfte gerufen. Trotz eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen erlag das Mädchen seinen vielen Stichverletzungen.  

Eine Obduktion in der Rechtsmedizin bestätigte am Donnerstag, dass das Mädchen erstochen wurde. In der Wohnung in der Plauener Straße sicherten Experten der Polizei Spuren. Beamte durchsuchten auch die nähere Umgebung des Mehrfamilienhauses, wo sich unter anderem ein Baugrundstück befindet.

Polizei warnt vor Fake-Meldungen

Nach Angaben der Polizei kursieren im Internet zu der Tat viele Fake-Meldungen, Gerüchte und Hetzbeiträge. Die Berliner Polizei ruft dazu auf, solche Meldungen nicht zu teilen und sich auf die Informationen der Staatsanwaltschaft zu verlassen. 

Sendung: Abendschau, 12.03.2018, 19.30 Uhr

Kommentar

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20 Kommentare

  1. 20.

    Tja, gegen Naivität, Sozialromantikertum und Blindheit ist nun mal kein Kraut gewachsen. Die Wahrheit ist wie immer bitter.

  2. 19.

    Sie vermitteln mir den Eindruck, noch nie an einer nicht öffentlichen Verhandlung mit jugendlichen Angeklagten teilgenommen zu haben.

  3. 18.

    Ich bin froh das die Justiz nicht im Sinne Ihrer Gefühle urteilt. Das "Raser-Urteil" konnte nicht höher ausfallen, weil es bis zur kürzlichen Verschärfung noch einem Verständnis folgte, nachdem sowieso jede Geschwindigkeitsbegrenzung als "Einschränkung der Freiheit" und des "Fahrspasses" aufgefasst wird. Das dies nach der Verschärfung möglicherweise in Zukunft anders beurteilt wird, kann man nur begrüssen. Trifft sie doch hoffentlich auch den "Leistungsträger" der auf der Autobahn mit seiner schweren schnellen Limousine den Twingo in den Strassengraben schleudert. Und das für sein darwinistisches Recht hält.
    Im übrigen kann man zum Thema "Kuscheljustiz" inzwischen durchaus hoffen. Wie das Urteil gegen die Terrorgruppe Freital zeigt. Da war es ja auch der Bürgermeister der kuschelte. Oder wie muss man das nennen, hielt er sie doch bis zum Urteil für "Lausbuben"

  4. 16.

    Wo hast du das denn abgeschrieben? Danke, ich hatte heute Besuch und wir haben herzhaft gelacht. Bitte nächstes mal in DRUCKBUCHSTABEN. Siehe Verwendung von Druckbuchstaben in Kommentarspalten.

  5. 15.

    "Beides ist bei einem 15 Jährigen nicht unbedingt gegeben."

    Entschuldigen Sie Bitte, dieser Junge hat einen Mord begangen. Und zwar auf eine sehr bestialische Art und Weise!

    Oder haben Sie da etwas nicht ganz verstanden?

  6. 14.

    "Beides ist bei einem 15 Jährigen nicht unbedingt gegeben."

    Entschuldigen Sie Bitte, dieser Junge hat einen Mord begangen. Und zwar auf eine sehr bestialische Art und Weise!

    Oder haben Sie da etwas nicht ganz verstanden?

  7. 13.

    Vielleicht ist Hauptzweck der "amtlichen Unterbringung" des Tatverdächtigen ja auch der Schutz seiner Unversehrtheit bis zur Hauptverhandlung?

  8. 12.

    Wenn es zum Verfahren kommt, hat der Täter von unserer Kuscheljustiz nichts zu befürchten. Täterschutz steht an erster Stelle. Die Opfer und deren Familien sind unserer Gutmenschenjustiz vollkommen egal, siehe Raser-Urteil!

  9. 11.

    Vielleicht würde die Staatsangehörigkeit auch angegeben damit solche Schlaumeier wie Sie nicht gleich wieder über die Migranten herziehen? Als würden Biodeutsche so etwas nicht machen.

  10. 9.

    Fluchtgefahr nicht gegeben? Das lässt sich für ein Migrantenkind nicht sicher sagen. Deitsche Staatsbürgerschaft heißt ja noch nicht, dass der Junge nicht sei e Wirzeln und seine Gamilie ganz woanders hat und er sich dorthin einer Verhaftung entzieht.

  11. 8.

    Wie gerade auf tagesschau.de gesehen habe, ordnete der Richter Haftbefehl gegen den Täter an. Als Grund wurde "Verdunkelungsgefahr" angegeben?
    Verdunkelungsgefahr? Bei einem geständigen Täter?
    Ich vermute doch eher, dass das präventiv wegen einer latent bestehenden Fluchtgefahr geschehen ist.

  12. 7.

    Der konkrete Tatvorwurf ist zwar noch nicht bekannt, aber könnte die Höhe der zu erwartenden Haftstrafe eine mögliche Fluchtgefahr vermuten, und dementsprechend U- Haft rechtfertigen.

  13. 6.

    Wenn Sie sich diesen Jungen angeschaut hätten bevor diese Tat begangen wurde, hätten Sie mir wahrscheinlich auch erzählt, dass "keine hohe Wahrscheinlichkeit der Begehung von Straftaten in naher Zukunft zu befürchten ist".

  14. 5.

    Die Untersuchungshaft dient nur der Sicherung der Hauptverhandlung und nicht der Bestrafung des Täters. Gründe für die Anordnung der Untersuchungshaft sind zB Fluchtgefahr oder hohe Wahrscheinlichkeit, dass weitere Straftaten zu befürchten sind. Beides ist bei einem 15 Jährigen nicht unbedingt gegeben.

  15. 3.

    Das ist das ganz normale rechtsstaatliche Verfahren. Es erfolgt zunächst eine Festnahme durch die Polizei, ein Richter prüft dann anschließend, ob Haftgründe vorliegen. Dann wird aus der Festnahme eine Verhaftung, in diesem Fall Untersuchungshaft.

  16. 2.

    JA, er sollte in U-Haft. Straffälligkeit ist erreicht. So sind reguläre Maßnahmen geboten.

  17. 1.

    Ein 15 jähriger der scheinbar mehrfach auf sein Opfer eingestochen und dann liegen lassen hat... da muss geprüft werden ob es U-Haft gibt? Gehts noch?

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