Auto fährt durch brandenburgische Allee (Quelle Archivbild: dpa/Andreas Franke)
Video: Brandenburg Aktuell | 12.03.2018 | Mark Albrecht | Bild: dpa/Andreas Franke

Schröter zur Verkehrsunfallbilanz für Brandenburg - "Runter vom Gas, dann haben Sie Freude an unseren Alleen"

148 Verkehrstote hat es im vergangenen Jahr in Brandenburg gegeben und tausende Unfälle - besonders oft an Autobahnbaustellen. Innenminister Schröter will in Anbetracht der Zahlen die Verkehrskontrollen stärken.

Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) will angesichts der gestiegenen Zahl der Verkehrstoten im Land auf mehr Aufklärung und Kontrollen setzen. "Wir sind aufgefordert, mehr Prävention, aber auch mehr Repression durchzusetzen", sagte Schröter am Montag bei der Vorlage der Verkehrsunfallstatistik 2017.

Schröter kann sich noch mehr Tempo 70-Zonen vorstellen

"An vielen Stellen haben wir schon das Tempo 70", sagte Schröter. Er könne sich noch weitere Stellen vorstellen, so der Innenminister. Er betonte aber, jeder Verkehrsteilnehmer beeinflusse mit seinem Verkehrsverhalten, ob er sich und andere gefährde. "Ich appelliere an alle: Runter vom Gas und dann haben Sie Freude an unseren Alleen", so Schröter.

Im vergangenen Jahr waren - wie bereits vorab bekannt geworden - 148 Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen – das sind 22,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Langfristig ist die Zahl der Verkehrstoten aber gesunken. 1991 waren noch 931 Verkehrstote zu beklagen.

2.200 Unfälle an Baustellen an Brandenburger Autobahnen

Aus der neuen Verkehrsunfallbilanz geht auch hervor, dass sich im vergangenen Jahr über 2.200 Unfälle mit fast 200 Verletzten und drei Toten an Baustellen auf Brandenburger Autobahnen ereignet haben.

Unfallschwerpunkt war dabei die Großbaustelle Michendorf auf der A10. Allein dort hat es über 1.000 Mal gekracht. Brandenburgs Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke sagte dem rbb am Montag, kurzfristige Verbesserungen seien dort aber nicht vorgesehen. Man beurteile gemeinsam mit den zuständigen Behörden ständig die ergriffenen Maßnahmen. Es gehe darum, die Flüssigkeit des Verkehrs und die Sicherheit des Straßenverkehrs zu gewährleisten. Wenn die Geschwindigkeit noch weiter reduziert würde, gebe es Stau. "Ich denke, dass wir da gegenwärtig ein Optimum gefunden haben. Gleichwohl sind natürlich die Unfallzahlen dort nicht befriedigend", so Mörke.

Kommentar

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9 Kommentare

  1. 9.

    Interessant.
    Ich hatte auch auf einer Alle einen Wildunfall mit einem beträchtlichen Schaden und landete NICHT an einem Baum weil ich NICHT ausgewichen bin - was man auch tunlichst vermeiden MUSS, daher ist der Schaden und leider der Tod eines Tieres in Kauf zu nehmen. Und glauben Sie mir: der Schreck war enorm, der Schaden war mir wurscht, denn mein Leben und meine Gesundheit und die der Entgegenkommenden sind definitiv wichtiger.
    Baumunfälle sind mitnichten alleinige Schuld der Bäume, die dort stehen - und Neubauten, wie Sie schreiben, gibt es in dieser Form lange nicht mehr. Denn bei bestehenden Alleen werden Bäume mittlerweile mit Schutzplanken umbaut.
    Übrigens bin ich ein überzeugter Allee-Genießer - äätsch.......

  2. 8.

    Die überwiegende Zahl der Unfälle mit Alleebäumen sind auf überhöhte Geschwindigkeit und/oder missglückte Überholmanöver zurückzuführen. Dass Alleebäume plötzlich auf die Straße springen, erlebt man dagegen recht selten...

  3. 7.

    Nö, ich überhole auf Landstraßen allenfalls Traktoren. Es ging mir lediglich darum, nicht jedes Baumopfer als Raser abzustempeln! Genau DAS entspricht aber scheinbar Ihrem Gedankengut, was Sie wunderbar unter Beweis gestellt haben.
    Und die Politik bestärkt Sie darin auch noch, anstatt wenigstens beim Neubau auf diesen Wahnsinn zu verzichten.

  4. 6.

    Genau Herr Dieter - die Natur ist schon lästig.....was suchen Bäume schon an Alleen bei den technisch so ausgereiften Autos mit technisch überforderten Nutzern? Die müssten alle weg.
    Sie wollen bestimmt auch gerne schnell fahren und werden jeden, der sich nur annähernd anmaßt, nicht die maximal höchstzulässige Geschwindigkeit zu fahren, mit entsprechendem Verhalten dazu drängen und vllt auch nötigen, Platz zu machen und auch riskant überholen?
    Bäume und Genießer haben Ihrer Ansicht nach nichts in der Verkehrslandschaft zu suchen? - Leute wie Sie aber auch nicht.

  5. 5.

    Es sind m. E. nicht die von Ihnen bezeichneten "Idioten", vielmehr ist das besagte Verhalten eher die Spitze des Eisbergs. Die riesengroße "Fläche" des Eisbergs befindet sich "ganz normal" darunter.

    Solange bei Erreichern des Ortseingangsschildes zum spätestmöglichen Zeitpunkt gebemst und Hunderte von Metern VOR Erreichen des Ortsausgangsschildes gemeinhin "die Kiste" geschwindigkeitsmäßig wieder beschleunigt wird, kann ich von einem angepassten Fahrverhalten kaum etwas erkennen.

    Selber gehe ich so früh vom Gas, dass ich im Geschw. korridor zwischen 50 und 60 km/h das Ortseingangsschild im Sinne des phys, Trägheitsmomentes erreiche. Dabei werde ich aber von gut 2/3 noch überholt, die punktgenau von 10.000 Tonnen Schubkraft auf 2.500 Tonnen Schubkraft abbremsen.

    Wenn es nur 1/3 wären, die mich nach dem Von-Gas-Gehen überholten, wäre schon viel erreicht. Nicht nur im Sinne der Schonung des Geldbeutels, auch im Sinne der Fahrkultur.

    Freut Euch der Alleen und der Dörfer!

  6. 4.

    Was der Herr Minister vielleicht noch lernen sollte: Auch wenn man "nur" mit 50 km/h gegen einen Alleebaum fährt, ist man mit hoher Wahrscheinlichkeit tot! Die "Freude" dürfte sich da in Grenzen halten, insbesondere die der Hinterbliebenen. Dazu muss man kein Raser sein, eine einfache Reifenpanne oder ein Reh reicht schon!

    Wenn es um die Entscheidung geht, ob ein Autofahrer oder ein Baum sein Leben verlieren soll, würde ich immer noch lieber den Baum dran glauben lassen. Daher: Bäume gehören nicht an den Rand von Landstraßen! Das war zu Zeiten der Postkutsche sicher noch anders, leider wird diese Zeit öko-romantisch verklärt.

  7. 3.

    Nur Idioten oder möchtegern Rennfahrer halten sich nicht an die angegebene Geschwindigkeit.
    Erlebe das tagtäglich auf der B 96 zwischen Dabendorf und Groß Machnow bzw Groß Machnow
    und Rangsdorf.

  8. 2.

    Ein wunderbares Motto "... dann haben Sie Freude an unseren Alleen."

    Denn darum geht es m. E. in der Tat: Ein freudloses Dahinschießen mit technisch maximal möglicher Geschwindigkeit, das alles andere, auch die unmittelbare Umgebung zur lästigen Begleitkulisse degradiert ...

    ... oder aber eben Freude an derlei Alleen.

    Diese Gesellschaft dreht oft genug die Dinge um: Da, wo besagte Freudlosigkeit herrscht, wird von Freude am Fahren gesprochen und da, wo aufgrund niedrigerer, umgebungsbezogener Geschwindigkeit wirklich Freude ist oder sein könnte, wird von Schikanierung, Unfreiheit und Ausbremsen gesprochen.

    Ein glatter Widersinn, wer die eigenen Sinne wirklich walten lässt. - Begrüßt die Alleen mit Freude, ebenso jeden Ort, der sich mit gelbem Ortseingangsschild weit genug ankündigt !

  9. 1.

    Das steht im Teaser: "Brandenburgs Innenminister will in Anbetracht der Zahlen die Verkehrskontrollen stärken."

    Und das sagte der Minister: "Wir sind aufgefordert, mehr Prävention, aber auch mehr Repression durchzusetzen."

    Alles bleibt also wie gehabt :-)

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