Spurensicherung in Berlin in der Luxemburgerstrasse (Quelle: imago/Olaf Wagner)
Audio: Inforadio | 14.03.2018 | Nina Amin | Bild: imago/Olaf Wagner

Mehr als 2.700 Straftaten im vergangenen Jahr - Zahl der Messerangriffe in Berlin nimmt zu

Die Zahl der Messerangriffe in Berlin hat zugenommen. Das geht aus einer Antwort der Innenverwaltung auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Peter Trapp hervor, die dem rbb vorliegt. 

Bei mehr als 2.700 Straftaten wurde im vergangenen Jahr ein Messer benutzt, 200 Mal öfter als im Vorjahr. In 560 Fällen waren die Tatverdächtigen unter 21 Jahre alt. In 80 davon waren Kinder unter den mutmaßlichen Tätern. 

Trapp nennt die Zahlen erschreckend. Er fordert, dass an Berliner Schulen mehr Präventionsarbeit stattfinden müsse. Außerdem, so Trapp, sollten Messerangriffe als Tötungsversuche und nicht nur als gefährliche Körperverletzung eingestuft werden. Ein Stich in den Oberschenkel sei lebensgefährlich, wenn er die Arterie träfe. 

AfD kritisiert Einstufung in Kriminalitätsstatistik

Der innenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion Berlin, Karsten Woldeit, kritisierte nach Bekanntwerden der Zahlen die offizielle Kriminalitätsstatistik. "Angeblich soll es in Berlin 2017 nur 51 versuchte und 40 vollendete Tötungsdelikte gegeben haben. Wie aber sollte es kein Tötungsversuch sein, wenn jemand auf einen Anderen mit einem Messer losgeht?"

Kommentar

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23 Kommentare

  1. 23.

    Hi Steffen, ich möchte mit meinem Kommentar auch gar nichts beschönigen oder dergleichen. Auch ich finde es erschreckend und überhaupt nicht hinnehmbar was jetzt hier tagaus, tagein darüber zu sehen und zu lesen ist. Es muß auch schleunigst gehandelt werden. Nur frage ich mich, wie soll das Geschehen? In Cottbus wurden ja Maßnahmen getroffen, doch sehe ich für Berlin da eher schwarz.

  2. 22.

    Das ist korrekt. Meines Wissens gab es aber damals auch keinen besorgniserregenden Anstieg an Messerattacken, weder unter den Italienern selbst, noch gegen Deutsche. Wenn es heute aber (auch bundesweit) eine statistische Häufung gibt (diverse überregionale Zeitungen lesen hilft), dann muss darauf reagiert werden und nicht nach dem Motto "Es kann nicht sein, was nicht sein darf" agiert werden. Wer Ursachen nicht benennt, kann sie auch nicht abstellen. Und Ursachen abstellen heißt nicht automatisch, Schutzbedürftige des Landes zu verweisen, auch wenn ich dies als allerletztes Mittel nicht grundsätzlich ablehne.

  3. 21.

    Mir das Verlangen zur Eliminierung ethnischer Gruppen zu unterstellen, ist nicht nur unzutreffend sondern auch nicht zielführend..
    Nein, das Problem liegt darin, dass wir aus politischer Korrektheit vor Tatsachen bei bestimmten Gruppen die Augen verschließen. Es sind ja noch nicht mal "die Ausländer". Nein, es sind bestimmte Gruppen junger Männer, die ihr Ego durch das Tragen von Messern zusammen mit Macho-Gehabe aufwerten. Es trifft ja auch all zu oft Ausländer, wenn Streitigkeiten in Unterkünften mit Messern ausgetragen werden. Auch das ist mir nicht egal. Dazu kommen bestimmte Gruppen aus kriminellen Milieus und die "bekannten" eifersüchtigen Ehemänner. Die sind für den Anstieg aber wohl nicht verantwortlich, auch wenn jeder Fall einer zu viel ist.
    Dem Ganzen muss entgegen gewirkt werden, zum Beispiel durch klare Kante, auch Sozialarbeit, schnelle und angemessene Gerichtsbarkeit, gezielte Polizeikontrollen inkl. Leibesvisitationen etc., damit sich der Trend nicht verfestigt.

  4. 20.

    Sie haben recht mit Ihrer Aussage. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie Ende der Fünfziger Jahre, Anfang der Sechziger die Italiener hier bei uns als“ die Messerstecher“ dargestellt wurden. Was selbstredend nicht den Tatsachen entsprach.

  5. 19.

    Ja Herr Oberlehrer, ist mir wohlbekannt und ja es gab schon mit Teppichmessern gefährliche Übergriffe. Sind nur nicht so häufig wie Messerangriffe. Auch ich besitze ein schönes kl. Messer( 9cm Klinge), trage es aber nicht protzend mit mir herum. Sondern dient eher dazu beim Wandern für die Brotzeit. Ein Messer dient nicht immer nur zum Töten.

  6. 18.

    Und genau da liegt die Problematik in unserer Gesellschaft, dass wir nicht mehr in der Lage sind, Straftaten als das zu sehen, was sie sind, nämlich Gesetzesbrüche und fertig. Wir suchen nur noch nach der vermeintlichen schuldigen Gruppe, und nicht nach der Lösung
    Zu glauben, durch das Eliminieren einer ethnischen Gruppierung, würden gewisse Straftaten nicht mehr vorkommen, sitzt einem populistischen Wunschtraum auf, die Lücke wird nicht unbesetzt bleiben. Zu einem nüchternen Blick sind beide Seiten aufgerufen, und wenn ich aufgrund von Ermittlungen eine bestimmte Gruppe im Blick habe, muß ich auch als Ermittlungsbehorde die Ruhe und den Rückhalt haben, die geeigneten Mittel einzusetzen, ohne dass das je nach Weltanschauung Kritik geübt wird, oder die Tätergruppe für irgendwelche Rassetheorien herhalten muss. Und ein anderes Mittel als Präsenz ist leider nicht gegeben, und wenn sie"nur"dazu führt, den Täter nach der Tat sofort festzunehmen. Auch das wird mit der Zeit Wirkung zeigen.

  7. 17.

    Sorry, Lars, aber wer jemandem ein Messer in den Rumpf sticht, will denjenigen nicht nur verletzten, derjenige nimmt billigend den Tod des Geschädigten in Kauf. Und auch Ihr Vorschlag für die Erhöhung des Verfolgungsdrucks geht meilenweit an der Realität vorbei. Ein Messer ist viel zu leicht zu verstecken und es gibt Personengruppen, wo es zum guten Ton gehört, solch ein Teil mitzuführen (nicht nur Ausländer). Wie soll so etwas denn wirksam kontrolliert werden? Und welche Wirkung soll es haben, wenn kaum eine wirksame Bestrafung möglich ist? Eine exorbitant hohe Strafe wäre verfassungsgemäß gar nicht durchsetzbar, da das alleinige Mitführen nicht mit einer ausgeführten Tat des versuchten/ausgeführten Totschlags/Mordes gleichgesetzt werden darf. Dazu kommt der zu erwartende "Rassismus"-Aufschrei, wenn die Polizei verstärkt potentielle Messerträger durchsucht. Schon jetzt gibt es ständig Vorwürfe, wenn die Bundespolizei Ausweise ausländisch aussehender Menschen kontrolliert.

  8. 16.

    In Berlin hat es im vergangenen Jahr pro Tag „im Schnitt“ sieben Messerattacken gegeben. Insgesamt wurden bei 2.737 Straftaten Messer als Tatwaffe benutzt. Das waren 200 Fälle mehr als noch vor einem Jahr.
    In 560 Fällen waren die Tatverdächtigen jünger als 21 Jahre alt. 
    Als ich aber vor Tagen darauf hinwies, schien das Problem noch nicht präsent zu sein, da Verfahren man noch mit der Vogel Strauß Methode und steckte den Kopf in den Sand, denn es kann doch nicht sein, was doch schon tagtäglich hier passierte.
    Das nenne ich mal Realitätsverweigerung.

  9. 15.

    Mindestens eine schwere Verletzung des Gegenüber. Die Frage, ob diese Entwicklung zu tolerieren ist, stellt sich auch nicht. Da kann nur ein klares Nein stehen. Letztendlich wird nur eine verstärkte Präsenz und Verfolgungsdruck dies eindämmen. Zur Strafverschärfung: In den USA wurde vor ca. 30 Jahren das verdeckte tragen kurzläufiger Waffen mit Schalldämpfer als versuchter Mord geahndet. Die Tötungen mit Schusswaffen ist aber trotz dieser radikalen Auslegung nicht zurück gegangen. Nur die Angst vor Entdeckung, hält vom Mitführen ab. Und die ist nur durch verstärkte Kräfte erreichbar.

  10. 14.

    Sie stellen doch nicht ersthaft Fragen, die Sie aus den täglichen, bundesweiten Nachrichten entnehmen können ?

  11. 13.

    " ... Trockenbauer u.a. die ein Teppichmesser bei sich am Gürtel tragen, die viel gefährlicher sind. "

    Die haben das zu ihrer Berufsausübung bei sich , mir ist kein einziger Fall in diesem Zusammenhang, auch mit Teppichverlegern, bekannt . Auch nicht mit den handelsüblichen Taschenmessern. Grundsätzlich lassen sich ja viele banale Gegenstände zu schweren Verletzungen mißbrauchen , auch ein Schraubenzieher als Stichwaffe . Hier geht es aber um Messerangriffe in Berlin .

  12. 12.

    "... so Trapp, sollten Messerangriffe als Tötungsversuche und nicht nur als gefährliche Körperverletzung eingestuft werden "
    richtig, und " sollten " müßte durch " werden " ersetzt sein .
    Bis zur Erfindung der Schußwaffen , mit denen man einen Gegner schon aus der Entfernung kampfunfähig machen konnte, gab es nur Hieb-u. Stichwaffen, also Schwerter, Säbel , Dolche etc., dann den Bogen , von Streitäxten ganz zu schweigen .

  13. 11.

    Messer sind überall verfügbar, in jedem Supermarkt in unterschiedlicher Größe . Außerdem in jedem Haushalt. Wer ein Messer mit sich führt ist wohl auch entschlossen, es bei " Bedarf" einzusetzen. Eine " Ächtung" , wie @ UlrikeBerlinMittwoch, 14.03.2018 | 15:41 Uhr anregt, hätte nur kosmetischen Effekt. Nicht negieren lässt sich, dass in der jüngsten Vergangenheit fast täglich über Messerattacken berichtet wurde , oft mit Todesfolge , Oft erfolgen diese Meldungen unter " Panorama " . Erst gestern wurde eine 17-jährige in Flensburg erstochen, Einzelheiten im NDR.
    @Lars BlümelMittwoch, 14.03.2018 | 18:54 Uhr : wenn ich einem Menschen ein Messer in den Bauch ramme, habe ich welche Absicht ?

  14. 9.

    Das Mitsichführen von Messern ist beileibe nicht nur einem bestimmten Kulturkreis zuzuordnen, wie Sie es versuchen darzulegen und worauf Sie anspielen. Messer bis einer maximallänge( Klinge)von 9 cm sind erlaubt und was macht der Trockenbauer u.a. die ein Teppichmesser bei sich am Gürtel tragen, die viel gefährlicher sind. Ihr Kommentar zielt nur auf eine Bevölkerungsschicht und ist somit unhaltbar, irrelevant.

  15. 8.

    Schade, das auch dieses Thema dazu instrumentalisiert wird, Rückschlüsse auf bestimmte Gruppen zu ziehen, denen man unterstellt, sie wären für die Einführung von Stichwaffen in die deutsche Kriminalität verantwortlich. Aber weit gefehlt, es wurde schon immer munter zugestochen. Im Rocker-Zuhälter-Drogenmileu war es die Waffe der ersten Wahl. Erst mit Öffnung des Ostblocks verlegte man sich aufgrund leichteren Beschaffung auf Schusswaffen. Und das Mitführen von Stichwaffen war schon immer Strafbar. Und einen Tötunsvorsatz nur aus dem Besitz und einer Verletzung abzuleiten, kippt jedes Gericht.

  16. 7.

    Darin lesen Sie keine Kritik? "Trapp nennt die Zahlen erschreckend. Er fordert, dass an Berliner Schulen mehr Präventionsarbeit stattfinden müsse. Außerdem, so Trapp, sollten Messerangriffe als Tötungsversuche und nicht nur als gefährliche Körperverletzung eingestuft werden."

    Es handelt sich hier übrings um eine Nachricht und keinen Kommentar, also wo sollte der rbb da Kritik äußern?

  17. 6.

    einheimische Deutsche haben schon immer mit dem Messer gestochen ... also wo ist das Problem ? .. oder doch nicht ? sind die Messerstecher doch keine Berliner , Deutsche ? woher kommt diese Kultur des Messer tragens und des Messer mordens ?

  18. 5.

    Warum wird das dauernde Mitsichführen von Messern, das in bestimmten Kreisen offenbar zur Kultur gehört, nicht genauso geächtet wie das Rumschleppen von Schusswaffen in den USA? Nirgends, in keinem Artikel, in keinem Medium, las ich bislang eine Kritik zu dieser Sitte. Kann man den Verkauf von Messern nicht vielleicht ebenso regulieren wie den von Pistolen und anderen guns?

  19. 4.

    Da dachte ich doch glatt, wir hätten die niedrigste Kriminalität seit zehn jahren.

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