Menschen beteiligen sich am 06.03.2018 am Beteligungsverfahren für das RAW-Gelände (Quelle: Henrike Möller /rbb)
Audio: Radioeins | 07.03.2018 | Henrike Möller | Bild: Henrike Möller /rbb

Bezirk startet Dialogwerkstatt - Tetris spielen mit dem RAW-Gelände

An kaum einem anderen Ort in Berlin zeigt sich der Konflikt zwischen soziokulturellen und ökonomischen Interessen deutlicher als auf dem RAW-Gelände. Bei der künftigen Gestaltung des Ortes will der Bezirk sie versöhnen. Ein ambitioniertes Vorhaben, das jetzt gestartet ist.

"Ich wünsche mir mehr Bürofläche auf dem Gelände, dann wird das mit der Kriminalität vielleicht auch besser werden", sagt eine junge Frau. "Ein Gemüsegarten wäre schön!", erwidert eine andere. Ein Anwohner ruft: "Ich will mich hier willkommen fühlen."

Rund 200 Leute haben sich am Dienstagabend im Astra Kulturhaus versammelt, um ihre Wünsche für die zukünftige Nutzung und bauliche Gestaltung des RAW-Geländes in Friedrichshain zu äußern. Es ist die erste von drei öffentlichen Diskussionrunden zwischen Investoren, Anwohnern, Stadtplanern und Kulturschaffenden. Nachdem vor zwei Jahren ein ähnlicher, von einem der drei Investoren initiierter Prozess scheiterte, startet der Bezirk nun einen eigenen Versuch.

Einzige Vorgabe: 80 kulturelle Projekte bleiben erhalten

"Natürlich haben auch die Investoren Ansprüche", betont Bezirksstadtrat Florian Schmidt (Grüne). "Es muss allen klar sein, dass sie auch etwas zurückbekommen müssen, wenn sie auf etwas verzichten." Der Bezirk stellte vorab die Bedingung, dass alle 80 auf dem Gelände ansässigen soziokulturellen Projekte erhalten bleiben sollen.

An sieben Stationen können Fragen zur baulichen Gestaltung oder zur künftigen Nutzung beantwortet werden. Dazu gibt es auch ein begehbares Modell des rund 70.000 Quadratmeter großen RAW-Geländes, auf dem Papp-Gebäude hin- und hergeschoben werden konnten. Aus diesen Anregungen soll dann ein konreter Bebauungs- und Nutzungsplan entstehen.

Kulturoase und Zankapfel - Das RAW-Gelände im Wandel der Zeit

Unabhängige Firma soll Bebauungsplan erarbeiten

Darum kümmert sich das vom Bezirk beauftragte, unabhängige Stadtplanungsbüro "Urban Catalyst". "Wir werden drei Zukunftsgeschichten schreiben über das RAW-Gelände", sagt Klaus Overmeyer von Urban Catalyst. "Und diese drei Geschichten werden wir dann auch in eine räumliche Vision übersetzen."

Autofrei, Kindereisenbahn, künftiges Wahrzeichen für Berlin - die Wunschliste ist lang an diesem ersten Abend. Daraus konkrete Pläne zu machen, wird eine ambitionierte Aufgabe. Zumal noch zwei weitere "Dialogwerkstätten" folgen sollen, die nächste am 11. April.

Die Pläne sollen bis zum Sommer stehen - dann beraten Investoren, Lokalpolitiker, Experten im Bereich Stadtplanung und Nutzer des Geländes gemeinsam über die Umsetzung. Die Bezirksverordnetenversammlung will in den Sommerferien einen Plan beschließen. Baubeginn wird nicht vor 2020 sein.

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