Menschen stehen an einer Haltestelle der BVG in Berlin-Marzahn-Hellersdorf (Quelle: rbb/zibb)
Video: zibb | 16.04.2018 | Carsten Krippahl | Bild: rbb/zibb

Marzahn-Hellersdorf - Unbekannte schießen auf mindestens 25 BVG-Haltestellen

Die BVG spricht von einem bislang nicht dagewesenen Grad von Vandalismus: Aus einem fahrenden Auto wurde am Wochenende auf mehrere Haltestellen im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf geschossen.

Unbekannte haben in Marzahn-Hellersdorf am Sonntagmorgen auf mindestens 25 Haltestellen geschossen. Das bestätigte Petra Reetz, Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), am Montag dem rbb. Mehrere Scheiben gingen zu Bruch oder splitterten.

Zeugen beobachteten an elf Tatorten zwischen 4 und 5 Uhr unter anderem in der Cecilienstraße und im Blumberger Damm zwei Autos, aus denen mit "waffenähnlichen Gegenständen" auf die Häuschen geschossen worden war, wie die Polizei am Sonntag mitteilte.

Wie Polizeisprecher Martin Halweg rbb|24 am Dienstag sagte, gibt es noch keine Erkenntnisse, ob eine Schusswaffe eingesetzt wurde, eine Zwille oder möglicherweise etwas anderes. Bislang seien keine Projektile gefunden worden.

Jugendliche verspürte stechenden Schmerz

An der Cecilien-/Ecke Tollenseestrasse verspürte eine 15-Jährige nach Angaben der Polizei einen stechenden Schmerz im linken Unterschenkel. Die Jugendliche sei jedoch nicht verletzt worden. Nach den Worten von Polizeisprecher Halweg hätte aber theoretisch jemand durch die Geschosse verletzt werden können - diese hätten aus mehreren Meter Entfernung dicke Scheiben durchschlagen.

Von den Tätern fehlt bislang jede Spur. Bei den Fahrzeugen soll es sich um zwei VW gehandelt haben. Die Polizei sucht nach Zeugen.

Ähnlicher Vorfall im vergangenen Herbst

Um Fahrgäste nicht zu beunruhigen, waren Montagmittag schon fast alle Spuren von der BVG beseitigt worden. Dies sei ein Grad von Vandalismus, wie man ihn noch nicht erlebt hat, sagte BVG-Sprecherin Reetz. Sie sprach von rund 1.000 Euro Schaden pro Haltestelle.

Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art: Bereits im Oktober vergangenen Jahres schossen Unbekannte in Berlin-Hellersdorf auf offener Straße auf einen 67-Jährigen und einen Jugendlichen.  

Kommentar

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7 Kommentare

  1. 7.

    Traurig ist, dass solch Unsinn überhaupt seitens RBB toleriert wird.
    Aber ist ja leicht sich über den Pöbel zu amüsieren wenn man gemütlich in seiner Villa sitzt und am besten noch der Sekretär oder die Haushälterin für einen tippen und dabei noch den Arsch pudern.
    Herrlich wie realitätsfern die "besser betuchten" doch in unserer Stadt - und ja unserer nicht ihrer - Stadt leben

  2. 6.

    "die Tat lässt wieder tief blicken, wer da so wohnt"
    Stimmt, weil in den anderen Bezirken Berlins ja keine Verbrechen begangen werden.. täglich.. und in viel größerem Ausmaß.
    Solche idiotischen Kommentare sollte man sich klemmen. Mit dem Wohnort hat das nichts zu tun. Spinner gibt’s überall.

  3. 5.

    So was kann man nicht mehr als groben Schabernack bezeichnen, es wird langsam Zeit mit null Toleranz gegen solche Zerstörer vorzugehen,die Strafen die ei solchen Taten folgen sind lächerlich.

  4. 4.

    "verspürte eine 15-Jährige nach Angaben der Polizei einen stechenden Schmerz im linken Unterschenkel. Die Jugendliche sei jedoch nicht verletzt worden." @rbb Wie bitte? Nicht verletzt worden - trotz Schmerzen? Ich hoffe die Jugendliche begibt sich in ärztliche Behandlung. Bei Hämatombildung oder anderen Beweisen für die Körperverletzung sollte sie mit ihren Eltern Anzeige wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung erstatten. Eventuell ist die Gewalt-Ambulanz der Charité eine empathischere Anlaufstelle, die ggf. Verletzungen gerichtsfest dokumentiert und hilfreich ist; nicht zuletzt auch in rechtlicher Hinsicht. Als Vater würde ich mich auch anwaltlich beraten lassen bzgl. dieses Angriffs auf mein Kind. Unglaublich, wie hier die Gewalt gegen eine junge Frau auch vom rbb fast wie: "ist ja nix passiert" abgetan wird. Bitte kritischer recherchieren. Ist das - Körperverletzung durch drive-by-shooting - nicht sogar ein Offizialdelikt?!

  5. 3.

    Ich würde eher auf Gasdruckwaffen schließen. Bei Blei-Diabolos ist es schwierig, was zu finden. Kann mir vorstellen, dass so eine Scheibe davon zu Bruch geht, auch den stechenden Schmerz im Unterschenkel der Passantin könnte das erklären. Auf jeden Fall eine bescheuerte und gefährliche Aktion. Vielleicht gibt's ja Zeugen, die sich noch melden.

  6. 2.

    Kieselsteine - und in M-H auch Kronkorken - fallen null auf. Machen aber viel kaputt und tun echt weh... die Tat lässt wieder tief blicken, wer da so wohnt (haust, autofährt, nachts rumzieht etc etc) Herr lass Hirn regnen!

  7. 1.

    "An den Tatorten fand die Polizei keine Projektile." Gefrorenes Wasser? Projektile aus Eis? Bei den aktuellen Temperaturen natürlich nicht auffindbar.

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