Im Berliner Mauerpark ist eine Joggerin im März 2017 mit einem Ziegelstein niedergeschlagen und ausgeraubt worden. (Quelle: imago/Thomas Lebie)
Bild: imago/Thomas Lebie

Berliner Mauerpark - Bewährungsstrafe nach brutalem Raubüberfall auf Joggerin

Rund ein Jahr nach dem brutalen Überfall auf eine Joggerin im Berliner Mauerpark ist ein 18-Jähriger zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Ein Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Tiergarten sprach den jungen Mann des schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung schuldig, wie eine Gerichtssprecherin am Montag sagte. Das Urteil wurde bereits im März gesprochen.

Täter habe günstige Sozialprognose

Nach Überzeugung des Gerichts hatte der damals 17-Jährige im März 2017 die Joggerin von hinten mit einem Ziegelstein niedergeschlagen und ausgeraubt. Die 40-Jährige erlitt einen Kieferbruch und Brüche an der Hand. Die Polizei hatte damals mit Aufnahmen aus einer Überwachungskamera eines Supermarktes nach dem Jugendlichen gefahndet, die nach der Tat entstanden sein sollten. Schon wenige Stunden nach der Veröffentlichung wurde der Verdächtige festgenommen. Er kam in Untersuchungshaft, wo er acht Monate blieb.

Diese Zeit wurde nicht auf die Jugendstrafe von zwei Jahren angerechnet. Das sei eher ungewöhnlich, so die Gerichtssprecherin. "Doch das Gericht hat die außergewöhnliche Brutalität der Tat strafverschärfend gewertet." Zugunsten des Täters berücksichtigte das Gericht demnach, dass er nicht vorbestraft war. Zudem habe der 18-Jährige eine günstige Sozialprognose. Zusätzlich zur Bewährungsstrafe erhielt der junge Mann "engmaschige Betreuungsauflagen" und muss ein symbolisches Schmerzensgeld von 2.000 Euro zahlen. 

Kommentar

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23 Kommentare

  1. 23.

    Die Richterin war eine FRAU. In dem Prozess ging es nicht um Frauenrechte, sondern um eine objektive Beurteilung der Tat und eine spezialpräventive Sicht auf den Täter. Mich ärgert immer wieder, wenn sich Menschen ohne Sachverstand zu etwas zu Wort melden. Vielleicht sollten Sie sich erst einmal intensiv mit dem Jugendstrafrecht beschäftigen, bevor Sie ein schnelles (Fehl-)Urteil fällen.

  2. 22.

    Was für ein Unsinn. Ist die verquere übliche Täterschutz-vor-Opferschutz-Ideologie. Eine "positive" Sozialprognose wird natürlich immer aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit dem Täter erstellt, natürlich unter Einbeziehung und Reflektion der Tat, denn die kommt ja nicht aus dem Nichts. So wird das in Gerichten gemacht. Wenn man keine Anzeichen für eine positive Sozialisation hat, soll das Positive woher kommen? Aus der Luft? Dem Täter wird ohne Haftstrafe und ohne spürbare Bestrafung die Möglichkeit gegeben, sich das nächste Opfer zu suchen.
    Anderer aktueller Fall: Täter für Vergewaltigung, Gewalt usw. verurteilt, wg. Bürokratie aber lange Zeit nicht in Haft gekommen, hat direkt die nächste Vergewaltigung begangen. Wäre mit Haftzvollstreckung nicht passiert, aber da sieht jemand wie sie bestimmt auch eine "Positive Sozialprognose".
    Bitte mich mit Täterschutzgerede nicht mehr anposten, ist für mich geistig nicht zumutbar.

  3. 21.

    P. Bert, Berlin, Dienstag, 10.04.2018 | 14:23 Uhr:
    "Das ist ein fürchterlich gewalttätige Tat, bei der sich null "positive Sozialprognose" gezeigt hat. Die wird einfach herbeigeschwurbelt. Ich hoffe dringend auf Revision."

    Unsinn!

    Eine Sozialprognose ist in die Zukunft und nicht in die Vergangenheit gerichtet. Aus der Tat kann daher keinerlei Schlussfolgerung auf die Sozialprognose gezogen werden.

    P. Bert tut arroganterweise so, als ob er das Urteil kenne ("Die wird einfach herbeigeschwurbelt.") und Ahnung von Rechtswissenschaft hätte ("Ich hoffe dringend auf Revision."). Dem ist aber offensichtlich nicht so! Nichts als nur undifferenzierte Stammtischparolen aus Unwissenheit!

  4. 20.

    P. Bert, Berlin, Dienstag, 10.04.2018 | 14:19 Uhr:
    "Absurde, bagatellisierende Urteilsbegründung."

    Ich habe kein Urteil begrüündet. Ich kenne - genausowenig wie Sie - die Urteilsgründe - und maße mir daher keine Urteilsschelte an.

    P. Bert, Berlin, Dienstag, 10.04.2018 | 14:19 Uhr:
    "Mit diesem System sind in Berlin nach Richteraussagen Intensivtäter erzeugt worden."

    Können Sie bitte die Quellen ("Richteraussagen"), auf die Sie sich berufen benennen, da heutzutage im Internet viele behauptete Fakten einfach nur frei erfunden sind. Falls Si ekeine Quelle benennen, so muss ich davon ausgehen, dass auch diese Behauptung keine "RIchteraussagen", sondern frei erfunden sind.

  5. 18.

    Die Staatsanwaltschaft hatte 38 Monate Haft beantragt. Gegen das Urteil ist schon Berufung eingelegt worden, aber nicht von der Staatsanwaltschaft, sondern von dem Verurteilten, b.z.w. seinem Rechtsanwalt. Zwei Jahre auf Bewährung ist wohl "zu viel".

  6. 17.

    Mit diesem Urteil wird mMn die Menschenwürde drastisch untergraben.

  7. 16.

    "Aber was genau umfassen die "engmaschigen Betreuungsauflagen", die mir einen Rest Hoffnung geben?"
    Das er sich wöchentlich beim Bewährungshelfer melden (anrufen) muss.

  8. 15.

    Das liegt nicht an den Gesetzen, sondern an den wohlwollenden Richtern, die das Wohl von männlichen Gewaltstraftätern über das der Opfer stellen. Wenn ein Richter Frauenrechte aufrechterhalten wollen würde, würde er für so massive Gewalt niemals "Bewährung wg. positiver Sozialprognose" vergeben. Das ist ein fürchterlich gewalttätige Tat, bei der sich null "positive Sozialprognose" gezeigt hat. Die wird einfach herbeigeschwurbelt. Ich hoffe dringend auf Revision.

  9. 14.

    Absurde, bagatellisierende Urteilsbegründung.
    Mit diesem System sind in Berlin nach Richteraussagen Intensivtäter erzeugt worden.
    Immer wieder Vorfälle - immer wieder kettenartig wollwollende Justiz, also keine spürbare Grenzsetzung.
    Deswegen haben die Täter in HH auch so im Gerichtssaal abgefeiert.

  10. 13.

    Ein weiterer Schlag in den Nacken dieser armen Frau. Ich werde den Eindruck nicht los, dass so einige Richter ihren Beruf verfehlt haben und lieber Sozialpädagogen hätten werden sollen.

  11. 12.

    Kapitulation des "Rechtsstaates", kann man anders nicht mehr sagen. Es scheint sogar noch schlimmer, als ich es bisher annahm...

  12. 10.

    Das Urteil ist ein Witz und eine Ohrfeige für die verletzte, geschädigte Frau. Die Gesetze in diesem Land sind völlig unzeitgemäss, Richter mit dieser Auffassung sollten den Beruf nicht ausüben dürfen. Wer oder was schützt denn hier noch die Unversehrtheit der Bürger???Ich kann gut nachvollziehen, dass immer mehr Wähler extreme Wahlentscheidungen treffen.

  13. 9.

    http://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/pressemitteilung.572855.php

    "...als ihr plötzlich von einem Unbekannten von hinten mit einem Ziegelstein auf den Kopf geschlagen wurde. Sie stürzte daraufhin zu Boden, wurde dort liegend weiter mit dem Stein geschlagen sowie von dem Mann gegen Kopf und Schulter getreten."

    Das ist potentiell tödlich und wird deshalb in letzter Zeit von der Justiz eigentlich konsequenter geahndet. Mit 2 Jahren auf B ist der Täter sehr gut weggekommen, selbst mit Untersuchungshaft.

    @rbb: Ist bekannt, was die Staatsanwaltschaft gefordert hat?

  14. 8.

    Ich bin überzeugt, die Jugendschöffen hätten anders entschieden, wenn sie selbst oder einer ihrer näheren Angehörigen schon einmal einen Ziegelstein (!!) absichtlich auf den Kopf (!!) geschlagen bekommen hätten. Und auch Kommentator Immanuel (#4) würde anders schreiben. Ich zitiere aus dem rbb-Bericht vom vergangenen Jahr: "...soll die 40-Jährige mit einem Ziegelstein von hinten [!!] angegriffen haben. Als sie am Boden [!!] lag, schlug er weiter mit dem Stein auf sie ein, trat sie..."
    - Wissen Sie, wie sich das anfühlt?
    Ich bin leider ebenso überzeugt, dass der nette junge Mann ((Hatte mit 17 noch keine Vorstrafe; hört, hört! UND günstige Prognose - weil ???)) uns bald wieder hier im Panorama mit Meldungen versorgen wird: Wer so drauf ist, den verändern weder die vorausgehende U-Haft noch eine Bewährungsstrafe zum Positiven.
    - Aber was genau umfassen die "engmaschigen Betreuungsauflagen", die mir einen Rest Hoffnung geben?

  15. 7.

    Vielleicht sollte der gute Richter einmal intensiv darüber nachdenken, ob nicht vielleicht doch seinen Beruf verfehlt hat, und dass er mit seinem Urteil auch eine Gesellschaft formt?

  16. 6.

    Ein Witz wie so vieles, z.B. auch das Terrorverdächtige wieder draussen rum laufen.
    Ich finde es nicht gut, aber verstehe langsam warum sich draussen immer mehr Bürger bewaffnen (Siehe Statistiken Zunahme des leg. Waffenbesitzes), über den illeg. Waffenbesitz brauchen wir nicht reden!

  17. 5.

    Bewährung für einen Raub?
    Dann kann man sich die Polizei einsparen, wozu fangen sie die Täter noch?
    Wenn die Justiz sie eh frei lässt, und nicht wie es immer heißt "Die Polizei lässt frei".

  18. 4.

    @ Norbert Schulz, Berlin, Montag, 09.04.2018 | 22:08 Uhr:
    "Nur gefährliche Körperverletzung? Die Schläge mit dem Stein und die Tritte gegen den Kopf hätte man auch noch als versuchten Totschlag betrachten können."

    @ tommy, Berlin,Montag, 09.04.2018 | 22:24 Uhr:
    "(Un)Recht"

    Waren Sie beide bei der Verhandlung dabei, dass Sie das so genau wissen?

    @ P. Bert, Berlin, Montag, 09.04.2018 | 22:21 Uhr:
    "Ist das unter der Mindesstrafe?"
    Sicher nicht!

    @ P. Bert, Berlin, Montag, 09.04.2018 | 22:21 Uhr:
    "Und wieso soll der "17" gewesen sein - der sah auf Fotos viel älter aus."

    Seit wann geht die Altersbestimmung im Strafrecht nach dem Aussehen???
    Nicht alle gleichalten menschen sehen gleichalt aus. Jeder ist anders!

    @ P. Bert, Berlin, Montag, 09.04.2018 | 22:21 Uhr:
    "Zudem habe der 18-Jährige eine günstige Sozialprognose." - Das hatte man auch bei der Gruppenvergewaltigung in HH gesagt, zum Glück gibt es da REVISION."

    Was haben die beiden Fälle miteinander zu tun?

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