An dieser Stelle in Cottbus-Sandow ist ein Autofahrer am 07.04.2018 in eine Menschengruppe gefahren (Bild: rbb-Fernsehen/Brandenburg aktuell)
Video: Brandenburg aktuell | 07.04.2018 | Tatjana Jury | Bild: rbb-Fernsehen/Brandenburg aktuell

Geländewagen fährt in Menschenmenge - Verdächtiger von Cottbus bleibt auf freiem Fuß

Ein Jeep ist am Freitag in Cottbus in eine Menschenmenge gefahren, zwei Männer wurden verletzt. Am Steuer soll ein polizeibekannter 25-Jähriger gesessen haben. Er hatte sich bei der Polizei gemeldet, eine Aussage verweigerte er. Dann durfte er wieder gehen.

Der mutmaßliche Fahrer des Geländewagens, der am Freitagabend in Cottbus in eine Gruppe von Menschen gefahren ist, bleibt auf freiem Fuß. Das bestätigte am Sonntag ein Polizeisprecher rbb|24. Gegen den 25-Jährigen wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Der Gesuchte sei am Vorabend bei der Polizeidirektion Cottbus erschienen und habe eine Aussage zu den Vorwürfen gegen ihn verweigert. Nachdem er erkennungsdienstlich behandelt worden sei, habe er das Gebäude gegen 21 Uhr wieder verlassen, sagte der Polizeisprecher. Zunächst hatte am Sonntag die "Lausitzer Rundschau" darüber berichtet.

Der Mann soll mit seinem eigenen Jeep Cherokee in Sandow zwei Menschen verletzt haben, einen davon schwer. Am Freitag gegen 22 Uhr war der Pkw im Bereich der Sanzebergstraße nahe eines Rewe-Parkplatzes in die Menschengruppe gefahren - offenbar mit vergleichsweise geringer Geschwindigkeit. Zeugen versuchten, den Fahrer aufzuhalten, doch er entkam zunächst mit seinem Geländewagen.

Ein 31-Jähriger wurde durch den Aufprall schwer verletzt und deshalb stationär im Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum aufgenommen. Er war laut Polizei aber nicht in Lebensgefahr. Ein 21-Jähriger, der leicht am Bein verletzt wurde, habe die Behandlung verweigert und erklärt, er wolle bei Bedarf selbst zum Arzt gehen.

Möglicherweise Verbindung zu anderem Vorfall

Der 25-jährige mutmaßliche Fahrer ist laut der Cottbuser Polizei bereits mehrfach wegen Diebstahls, Drogendelikten und rechtsextremen Äußerungen aufgefallen. Erst am Freitagnachmittag, wenige Stunden vor der Fahrt, hätten Zeugen Polizisten in den Puschkinpark gerufen. Dort habe der betrunkene 25-Jährige rechte Parolen gerufen und später Beamte beleidigt. Polizisten hätten bei ihm mit einem Atemalkoholtest 1,17 Promille festgestellt und ihm einen Platzverweis erteilt.

Weil der 25-Jährige am Samstagabend die Aussage verweigerte und andere Indizien noch ausgewertet würden, sei noch nicht bewiesen, dass er der Täter ist, sagte der Polizeisprecher. Ob sich Opfer und mutmaßlicher Täter kannten, wollte er mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen der Kripo nicht kommentieren. Unmittelbar vor dem Vorfall soll es aber in der Umgebung eine Prügelei gegeben haben. Ob zwischen den Ereignissen ein Zusammenhang besteht, prüft die Kripo noch.

Sollte der Mann wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt werden, erwartet ihn eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren - diese kann auch zur Bewährung ausgesetzt werden.

Der Schauplatz in Cottbus-Sandow

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

34 Kommentare

  1. 34.

    Ich muss zugeben, bei der Tat in Münster habe ich wegen der Begebungsweise zuerst an einen islam. Anschlag gedacht, musste mich eines besseren belehren lassen und schäme mich nun etwas wegen meiner Vorurteile gegenüber Muslime.
    Ich schlage vor wir kommen alle etwas runter und sehen nicht bei jedem Vorfall mit einem Kfz gleich einen politischen oder religiösen Hintergrund. Unfälle gab es auch schon vor Marseile und Berlin!

  2. 33.

    Ich bin ja mal gespannt, wann rbb24 @IchMeinJaNur die Kommentar-Regeln erklärt. Die ewigen Beleidigungen anderer User ist ja unerträglich. Oder wird das geduldet?

  3. 32.

    Ein besonders schwerer Mordversuch, und die Polizei lässt den Täter laufen??

    Einfach unverständlich, wenn man die Entwicklung der Kriminalisierung von zB Menschen, die ihr Demonstrationsrecht wahrnehmen wollen, betrachtet.

  4. 30.

    Dasselbe gilt freilich für bunte Einzelhandels-Drogenfachverkäufer und Messerfachkräfte sowie natürlich auch für Dummschwätzer.

  5. 28.

    Mit "alles rechts, was mir nicht passt" können Sie doch keinen Blumentopf mehr gewinnen.
    Diese Polemik wurde in den letzten Jahren dermaßen inflationär benutzt, dass es immer wieder lustig ist, wenn das tatsächlich immernoch mal jemand (undifferenziert) wiederholt.
    Der Vorposter wusste ja auch nichts außer "alles überall Nazis" zu sagen. Nur was soll denn das heißen? Dass er eine "Brille aufhat"? Das glaube ich allerdings.

  6. 27.

    Was mich juckt, können Sie nicht wissen, aber sinnfreie Polemik gehört schon dazu. So ein ganz linkes Gerede ist heute ausgeleiert ohne Ende. Die RAF hatte früher "überall Nazis" gesehen, was z. T. noch einen realen Bezug hatte, und damit aber sonstwas rechtfertigen wollen.
    Heute wird das tatsächlich noch weiterbetrieben, insbesondere Antifa, obwohl sich die Gesellschaft seit der Nachkriegszeit und den 68ern verändert hat, weil man heute regelrecht nach einem poltischen Gegner als Sinngeber sucht, weil man sonst keine Daseinsberechtigung mehr hat. Echte linke Politik kommt ja von ganz links nicht.
    Gratuilere aber immer gern zur "SInnsuche", wenn man sonst keinen Sinn im Leben findet.

  7. 26.

    Welche Pauschalisierung? Die kam doch wohl von ihnen. Aber wenn die Jacke passt, bitteschön. Einfach mal dem Textverlauf folgen, dann klappt es auch mit dem Verständnis. Interessante Gegend, in der sie leben. Sind sie bedroht worden, aufgrund ihrer Meinung? Oder greifen sie selbst zu solchen Mitteln?

  8. 25.

    Bitte verlassen Sie nun die persönliche Ebene! Es soll hier nicht um die wechselseitig unterstellte persönliche Weltsicht gehen, sondern um die Sache. Das gilt natürlich für alle Diskutanten hier.

  9. 24.

    Übliche Rechte Masche von Ihnen. Nennt man Schuldumkehr. Hier geht es aber nicht um einen linken oder Flüchtling. Sondern jemand der rechte Parilen gerufen hat. Aber , nach ihrer Weltsicht, wars natürlich ein getarnter Linker.....Bischen Peinlich, nicht wahr?

  10. 23.

    Übliche schwammige Pauschalierung aus dem ganz linken Lager, das sich übrigens in den eigenen Wohngegenden nicht gerade beliebt macht. (Ich kann davon ein Lied singen.) Wenn wollen Sie jetzt konkret wie für was bezichtigen?
    Alle Betrunkenen wären Nazis oder doch irgendwie umgekehrt? Oder oder sind das Ihre gefühlte Gedankengänge, weil Sie so eine positive schwarzweiße Weltsicht haben? ^^

  11. 22.

    = Pauschalisierung. Nach Ihrer Meinung soll jeder Täter psychisch auffällig sein, weil der irgendetwas macht. "Psychisch auffällig" kann man aber weder als Synonym für "Täter" noch für die Absicht des Täters benutzen, weil der Begriff natürlich etwas ganz anderes bedeutet. Was Sie da mit der Absicht meinen wollen, heißt bei Tätern "Motiv".

  12. 20.

    Würde man jeden angesoffenen, Naziparolen grölenden Gewalttäter sofort in U Haft nehmen, wären in manchen Bundesländern ganze Landstriche verwaist.

  13. 19.

    Was meinen vor allem Sie? Wenn jemand besoffen randaliert, ist der nicht psychisch auffällig, sondern? Wenn jemand vorsätzlich mit einem Kfz in eine Menschenmenge fährt, auch nicht? - Vllt da, wo Sie herkommen.
    Wiederholungsgefahr können Sie sicher bei Ihrem Verständnis per Ferndiagnose ausschließen.

  14. 18.

    Was meinen Sie denn damit? Wenn jemand besoffen randaliert, ist der nicht "psychsich auffällig" (das Wort wird echt langsam inflationär für alle möglichen Ausschreitungen benutzt) sondern besoffen und ausfallend usw.
    Täter Münster: Der passt eher etwas zu diversen Stalkerdramen, bei denen die Täter trotz Bedrohung ihrer Opfer nie verhaftet wurden bzw. zu diversen erfolglosen Gefährderansprachen, auch z. T. etwas zu vorzeitig aus der Psychiatrie Entlassenen, angeblich ohne Fremdgefährdung = Thema tickende Zeitbomben, für Polizei und Justiz schwer einschätzbar.

  15. 17.

    Wie geht so etwas? Wieso sitzen solche Leute nicht in U-Haft, bis eine erste Erklärung erfolgt ist?
    Das ist gezielte Körperverletzung mit einer Waffe (Auto). Darf der auch noch weiter Auto fahren?

  16. 16.

    Die Entscheidung (offenbar keine Haftgründe) passt ja irgendwie auch zu dem Vorfall in Münster (psychisch auffällig).
    In diesem Land zahlt inzwischen nur noch der Normalo m/w, mit seinem Einkommen, mit seiner Gesundheit, seinem Privateigentum.

  17. 15.

    Welche höhere Ebene meinen Sie denn? Lt Beitrag war der Tatverdächtige volljährig, sollte also mit den Konsequenzen vertraut sein. Oder stehen Teile der Bevölkerung in dieser Gegend unter Pflegschaft, und sind für ihre Handlungen nicht selbst verantwortlich? Aber falls es in den cottbusser Raum noch nicht vorgedrungen sein sollte, Führen von Kraftfahrzeugen unter Alkohol, Straftat, gefährliche KV, Straftat, Fahren ohne Fahrerlaubnis auch Straftat. Und mal schauen, ob nicht noch Vorsatz ins Spiel kommt, dann reden wir u.U noch über eine versuchte Tötung.

Das könnte Sie auch interessieren