Eine Bronzeskulptur an der Kreuzung Rudower Straße / Möwenweg erinnert an den ermordeten Burak Bektas.
Bild: imago stock&people

Bestürzung in Neukölln - Denkmal für Burak Bektas mit Chemikalie übergossen

Am 8. April 2018 ist die Bronzeskulptur zum Gedenken an den 2012 auf offener Straße in Neukölln erschossenen Burak Bektas enthüllt worden. Kaum eine Woche später ist es beschädigt worden. Politiker, Intitiativen und Familie sind fassungslos.

Das neue Denkmal für den in Neukölln erschossenen Burak Bektas ist mit einer Chemikalie beschädigt worden.  Die Tat mache fassungslos, erklärte die Neuköllner SPD am Freitag. Der Rechtsanwalt Ogün Parlayan, der die Familie von Burak Bektas vertritt, erklärte: "Die offensichtlich vorsätzliche Beschädigung des erst vor zwei Wochen enthüllten Mahnmals stellt einen weiteren feigen Akt fremdenfeindlicher Gesinnung dar." Er hoffe, dass der Staatsschutz den oder die Täter unverzüglich ermitteln könne.

Auch die "Inittative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektas" verurteilte den Angriff. Er reihe sich in eine "seit Jahren andauernde Terrorserie von Rechts ein". Schmierereien, zerstörte Schaufensterscheiben, Brandanschläge auf Autos und Wohnhäuser seien in Neukölln "trauriger Alltag geworden", so die Initiative in einer Pressemitteilung, in der auch die Mutter von Burak Bektas zu Wort kam. Sie sagte, sie wolle, dass der Mord an ihrem Sohn aufgeklärt werde, damit sie endlich Gewissheit hätten. Mit der Beschädigung der Skultpur werde deutlich: "Wir finden keine Ruhe".

Polizei veröffentlicht Zeugenaufruf

Die Berliner Polizei veröffentlichte am Donnerstagabend bei Twitter einen Zeugenaufruf. Die Ermittler fragen, wer den oder die Täter gesehen hat oder Angaben zu deren Fluchtweg machen kann. Zu sehen ist auch ein Foto, auf dem die Skulptur großflächig mit bläulichen Schlieren überzogen ist. Der Schaden an der fast zwei Meter hohen Bronze-Skulptur entstand demnach zwischen dem 14. und 18. April - und damit etwa eine Woche, nachdem diese aufgestellt worden war.

Finanziert wurde das Denkmal an der Rudower Straße von einer Initiative für die Aufklärung des Mordes, die dafür rund 40.000 Euro Spenden gesammelt hatte. Eine Vertreterin des Vereins hatte den Schaden am Mittwoch gemeldet. Der Staatsschutz ermittelt.

Im April 2012 wurde Buras Bektas erschossen

Der 22-jährige Burak Bektas war am Abend des 5. Aprils 2012 von einem Unbekannten erschossen worden. Der Täter schoss mehrmals auf eine Gruppe junger Männer, zu der auch das Opfer gehörte. Zwei weitere Männer wurden schwer verletzt. Der Mörder wurde trotz intensiver Ermittlungen bisher nicht gefunden. Die Initiative sowie Anwälte und Verwandte beklagen, dass rassistische und eventuell rechtsradikale Tatmotive zu wenig berücksichtigt worden seien.

Für den 21. April ist eine Demo "gegen rechten Terror" in Neukölln angekündigt. "Ich setze darauf, dass die Neuköllner Zivilgesellschaft am Samstag ein klares Zeichen gegen den rechten Terror in unserem Bezirk setzt", erklärte der SPD-Kreisvorsitzende Severin Fischer mit Blick auf eine
schon länger angekündigte Demo. Diese beginnt um 15 Uhr am Bat-Yam-Platz soll mit einer Kundgebung am Gedenkort für Burak Bektas an der Rudower Straße enden.

Kommentar

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24 Kommentare

  1. 24.

    An Ichmeinjanur, Steffen und andere: Unterlassen Sie persönliche Beleidigungen! Beiträge, die sich nicht ausschließlich mit dem Thema befassen, schalten wir hier nicht mehr frei.

  2. 23.

    Ihnen kommt auch gar nicht in den Sinn, dass Ehrenmale zum Gedenken gefallener Soldaten für andere Menschen auch ein Ort der Besinnung an Vorfahren und immer noch auch Freunde und Partner sein könnten? Ihnen ist gar nicht klar, dass auch Soldaten in gewisser Weise Opfer ihrer Zeit und der damaligen (welt-)politischen Zustände gewesen sein können? Ihnen kommt nicht in den Sinn, dass diese Gedenkorte auch Mahnmale gegen die finsteren Zeiten der Geschichte sind? Ein Denkmal mit den Namen dutzender oder Hunderter sinnlos Gefallener ist auch ein Statement gegen Krieg! Sie, als Nachkriegsgeborene erdreisten sich, sich moralisch über andere Menschen zu erheben, die das Pech hatten, zu früh in Deutschlands Geschichte hineingeboren zu sein! Mit welchem Recht?

  3. 22.

    Moment mal, dass es ein Einzeltäter sein MUSS, das haben Sie mir angedichtet. Hab ich nie behauptet. Insofern geht Ihre Strategie der Verdrehung und Verwirrung mal wieder nicht auf. Für mich ist die "Diskussion" zu diesem Thema hier an der Stelle dann auch beendet, da es Ihnen gar nicht um den Austausch von Argumenten geht.

  4. 21.

    Moment mal, ich habe nie behauptet, dass es ein Einzeltäter sein MUSS, das haben Sie in meine ursprüngliche Aussage hineininterpretiert. Allerdings sind Sie nicht in der Lage, Ihre persönliche Attacke auch zu belegen. Ihre Vorwürfe gegen mich sind kindisch.

  5. 20.

    Mal wieder eine Relativierung - die voll daneben ist!
    Das es hierzulande noch immer die "Kriegsehrenmale" gibt, ist schon ein Skandal.
    Aber jenes gemeinsam eingeweihtes - zudem sehr eindrucksvolles - Mahnmal zu beschädigen, für ein Opfer - mit Sicherheit rassistischem Hintergrund - verursacht bei mir keinen 'Verfolgungswahn' sondern schlichtweg Wut!
    Die erwähnten 'Kriegsehrenmale' erzeugen bei mir - der ersten Nachkriegsgeneration, einfach Abscheu!

  6. 19.

    Sie haben geschrieben: "...beim Umgang mit Säure besser alleine hantiert." Von daher meine Bemerkung zu Galvanikbetrieben. Wie kommen sie denn eigentlich auf Säure? Hier steht Chemikalie, wissen sie doch mher als sie zugeben wollen?

    Verraten sie mir doch warum es ein Einzeltäter sein muß.

    Sie wissen doch sonst alles besser. Besonders dann wenn es wieder etwas zu verharmlosen gibt.

  7. 18.

    Ja was denn sonst, wenn nicht dumm und hassgetrieben? Aus Liebe? Intelligente Weltanschauung?
    Ihre Versuche, mir Verharmlosung oder Rassismus anzudichten, werden immer verzweifelter, aber nicht besser.
    Aber der Tipp mit dem Galvanikbetrieb war gut. Dann müssen wohl doch mehrere Täter das Denkmal abmontiert, dann zum Betrieb verfrachtet und dort bearbeitet haben. Stellt sich nur die Frage, warum sie es danach zurück gebracht haben. Haben Sie vielleicht eine Erklärung? Ich weiß jedenfalls nur, dass das Ausschütten eines Säurebehältnisses durch mehrere Personen irgendwie dämlich wäre. Wenn noch welche Schmiere gestanden haben, macht sie das juristisch immer noch nicht zu Mittätern. Aber eine Antwort sind Sie noch schuldig. Woher wissen Sie, dass es mehrere Täter waren?

  8. 17.

    Den Indizien nach hat man sogar den Täter bereits ermittelt. Der sitzt gerade wegen eines weiteren fremdenfeindlichen Mordes eine Haftstrafe ab. Der RBB berichtete. Nur beweisen kann man es nicht. Daher besteht leider eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass es bei diesem Verbrechen hier nie einen offiziellen Täter geben wird.

  9. 15.

    Ach ja? Interessant. Ich wußte bislang nicht dass alle Galvanikbetriebe Ein Mann Betriebe sind.

    Das ist ja nun die dümmste Ausrede ever! Stimmt, das ist wirklich keine intelligenzmäßige Höchstleistung.

    Natürlich ändert das nichts an ihren Versuch mal wieder (die höchstwahrscheinliche) "rechte" Gewalttat zu verharmlosen.

    Der berühmte Einzeltäter. Noch dazu dumm und hassgetrieben. Na klar...

  10. 14.

    Also offensichtlich leiden dort alle unter einem gewissen Verfolgungswahn. Nur weil dieses komische Denkmal beschädigt wurde, wittern sie sofort einen "Akt fremdenfeindlicher Gesinnung." Willkommen im neuen Deutschland. Hier gibt es zuhauf Vandalismus an Denkmälern, an Kriegsehrenmalen und sogar an Gräbern. Erst neulich wurde in Plauen/Votland ein Christus geköpft.

  11. 13.

    Ich weiß nicht was das eigentlich soll: Die Indizien sprechen für einen rassistischen Mord!
    Dann Ihre Äußerung zu dem - wie ich finde - sehr eindrucksvollen Denkmal - ist entklarvend!

    Und grundsätzlich ist es aber so, dass in Berlin-Neukölln die Nazipropaganda oft sogar monatelang öffentlich zu sehen war,- und mehr noch zu sehen wäre, würde ich sie nicht jedes Mal - als Nicht-Neuköllnerin - mit Farbe bearbeiten.
    Die Duldung der Öffentlichkeit vor Ort gegenüber den Hassschmierereien etc. spricht 'Bände'!
    Wenn mich sogar eine ältere Hausbesitzerin in Rudow mal aufgefordert hatte, den Schriftzug "Ausländer Raus" stehen zu lassen, sie könne "gut damit leben", so ist dies ein beweis dafür!

  12. 12.

    Es bedarf ja nun wirklich keiner intelligenzmäßigen Höchstleistung, um heraus zu finden, dass man beim Umgang mit Säure besser alleine hantiert.
    Ansonsten kann ich die Frage gerne zurückreichen: woher wissen Sie, dass es mehrere Täter waren? Dabei gewesen? Können natürlich mehrere gewesen sein. Macht's das besser? Ändert jedenfalls nichts an meiner Aussage. Punkt!

  13. 11.

    Wie @ IchMeinJaNur es schon sehr treffend kommentiert hat, ist diese Gegend ( bes. Rudow) schon immer sehr stark“ rechts „ unterwandert.

  14. 10.

    Ich weiß nun nicht, was das Besudeln dieses "Denkmals" mit dem Geburtstag dieses Massenmörder zu tun hat.
    Wenn ich den rbb24 Artikel richtig gelesen und verstanden habe, wurde das in der Zeit zwischen dem 14. und 18.04. gemacht. Das die Tat nun gerade heute entdeckt wurde, liegt wohl eher daran, dass das "Denkmal" nicht gerade so Pupblikumswirksam scheint. Sonst wäre das Beschmieren schon vorher aufgefallen.
    Vielleicht aber - Achtung Verschwörungstheorie - ist die heutige Endeckung Kalkül um damit den Verweis auf die Rechte Täterschaft zu festigen.

  15. 9.

    Genau das habe ich kommen gesehen, denn irgendwie mußten die Fasschos und Rassisten ihren 'Hitler-Geburtstag' begehen.
    Sicher ist Neukölln eine Nazihochburg. Dennoch stelle ich fest, dass es drei Kategorien von gefährdeten Nazigefgnern gibt:
    1. Gruppe: Menschen mit Migrationshintergrund und Flüchtlingshelfer*innen
    2. engagierte vor Ort
    3. Gruppe 'unbequeme' externe Engagierte, die offensichlich nicht so gern erwünscht sind, wegen ihrer besonders auffälligen Konsequenz, die die Dreckarbeit machen!

  16. 8.

    Ich würde es nochmal mit lesen und verstehen probieren.

    Die Familie moniert zu recht dass bei den Ermittlungen doch sehr einseitig ermittelt wird, bzw. in eine Richtung kaum.

    "Wie dumm aber diese Diskussion ist, zeigt, dass der tragische Tot (sic!)mit den "verschwundenen Stoplersteine" in einen Topf geworfen wird.
    Na klar, wer Stolpersteine stiehlt (sic!), mordet auch. "

    Sie müssen mir mal zeigen wo ich das "in einen Topf geworfen habe".

    Ich habe "Aber überlassen wir das ermitteln den Leuten, die schon nichts über die verschwundenen Stoplersteine herausgefunden haben." geschrieben.

    "...wie simpel strukturiert doch einige Disputanten sind. "

    Da gebe ich ihnen vollumfänglich recht.

  17. 7.

    "Die tatsächlichen Todesumstände sind nach wie vor ungeklärt, doch die Schuldigen stehen schon fest. Und vermutlich erscheint der Fall auch in der Statistik als "rechte Gewalt". "

    Die Angehörigen monieren zu recht dass eben in dieser Richtung nicht ausreichend ermittelt wird.

    "Es ist modern geworden sich als Richter aufzuspielen..."

    Stimmt, besonders unter ihnen und ihresgleichen wenn es darum geht angebliche Taten von Ausländern zu verurteilen, da sind sie schnell.


    "...und dieser paranoide Wahn überall und immer von "Rechten" bedroht zu werden ist schon ein Massenphänomen."

    Klar, die "Spreelichter, NSU sind alles Hirngespinste. Das sagt uns einer der aus der Nazihochburg Südbrandenburg kommt und es besser wissen müßte.

  18. 6.

    "Neukölln (Britz Buckow Rudow ) ist eine Hochburg von Neonazis in Westberlin..."??
    Leider wird vergessen, dass "Neukölln(Britz Buckow Rudow" auch eine Hochburg von kriminellen Clans ist.
    Sich mit diesen auseinander zu setzen ist schwieriger, als der Fingerzeig nach Rechts.
    Wie einfach es ist, zeigt diese Diskussion.
    Bisher weiß keiner (!), warum und von wem dieser Jugendliche erschossen wurde, aber scheinbar wissen aber Alle, dass der Täter im rechen Spektrum zu finden ist.
    Wie dumm aber diese Diskussion ist, zeigt, dass der tragische Tot mit den "verschwundenen Stoplersteine" in einen Topf geworfen wird.
    Na klar, wer Stolpersteine stiehlt, mordet auch.
    Dieser dümmliche Vergleich zeigt doch, wie simpel strukturiert doch einige Disputanten sind.

  19. 5.

    Woher wissen sie von einem Einzeltäter?

    Wissen sie mehr? Dann sollten sie sich an die Polizei wenden.

    Oder wollen sie mal wieder verharmlosen wenn sie von einem "Dummheit, Hass oder beidem getriebenen Täter" schreiben um davon abzulenken dass es sich genauso gut um eine geplante Tat einer Gruppierung handeln könnte.

    Wie Jörg schon unter #2 schrieb, "Neukölln ( Britz Buckow Rudow ) ist eine Hochburg von Neonazis in Westberlin, schon seit mind. Ende der 1980er. "

    Aber überlassen wir das ermitteln den Leuten, die schon nichts über die verschwundenen Stoplersteine herausgefunden haben.

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