Prozessauftakt vor dem Amtsgericht Berlin am 10.04.2018 gegen Stephans K. (Quelle: rbb/Morling)
Video: rbb aktuell | 10.04.2018 | Bild: rbb/Morling

Prozessbeginn nach tödlicher Trunkenheitsfahrt - "Ich bin ganz normal gefahren"

Betrunken, ohne Führerschein und mit geklauten Kennzeichen: Ein 25-Jähriger raste im vergangenen Oktober in Berlin in eine Tram-Haltestelle. Dabei kam eine Frau ums Leben. Am Dienstag gestand der Mann vor Gericht. Von Ulf Morling

Die 57-jährige Krankenschwester hatte ihre Spätschicht hinter sich und wartete an der Tram-Haltestelle in der Landsberger Allee. Sie war an jenem Tag Mitte Oktober vergangenen Jahres nicht mit dem Auto zur Arbeit gefahren, weil es so wenige Parkplätze am Klinikum gibt. Vor Gericht erinnert sich am Dienstag eine 19-jährige Kollegin, die drei Meter neben der später Getöteten an der Haltestelle stand: "Da kam ein Auto die Straße entlang geschlingert. Sicher mit 70 bis 80 Stundenkilometern."

Möglicherweise war der zu diesem Zeitpunkt stark alkoholisierte Fahrer sogar bis zu 100 Kilometer pro Stunde schnell, hieß es zum Prozessauftakt am Dienstag vor Gericht. Die 19-jährige Zeugin habe beobachtet, wie der Angeklagte die Kontrolle über seinen Opel Vectra verlor und in die Haltestelle raste. Die 57-Jährige wurde erfasst und mit einer weiteren, 28 Jahre alten Kollegin ins Gleisbett geschleudert.

Archivbild: Glassplitter und Trümmer liegen am 14.10.2017 in Berlin an einer Unfallstelle. Ein Auto war in wartende Fahrgäste an einer Tram-Haltestelle gefahren. (Quelle:dpa/Britta Pedersen)
Bild: dpa/Britta Pedersen

Die jüngere der beiden Frauen überlebt trotz schwerster Verletzungen. Bis heute ist sie traumatisiert. Die 57-Jährige aber hat keine Chance. Obwohl sofort Ärzte aus dem Krankenhaus Hilfe leisten, können sie das Leben der Frau nicht retten. Der Rechtsmediziner, der ihren Leichnam untersucht hatte, schrieb in seinem Gutachten, die Todesursache des Opfers sei eine "innere Enthauptung" gewesen, das Gehirn war vollständig von Hirnstamm und Rückenmark abgetrennt gewesen. Die Krankenschwester hinterlässt ihren Ehemann und zwei erwachsene Kinder. Bald wäre sie Oma geworden.

Tanzen gehen gibt's nicht mehr

Die 28-jährige Überlebende muss sich als Zeugin in den Gerichtssaal 135 des Amtsgerichts Tiergarten schleppen. Daniela S.* weiß noch, wie sie eine SMS schrieb, unmittelbar bevor "es plötzlich krachte und ich mich nicht mehr erinnern kann, was dann geschah." Später kommt sie auf eben jener Krankenstation wieder zu sich, auf der sie früher am Tag noch gearbeitet hatte. Nach dem Unfall brachte sie zwei Monate in Krankenhäusern zu. Seit drei Wochen ist die junge Frau nicht mehr auf Krücken angewiesen. "Ich bin auf gutem Weg, alles zu verarbeiten!". Nur: "Alles ist jetzt anders. Tanzen gehen gibt’s nicht mehr."

Der Angeklagte hört scheinbar aufmerksam zu, was ihm übersetzt wird. Die Möglichkeit zur Entschuldigung an sein Opfer nutzt er nicht. Stepans K. kommt aus Lettland. Er verdeckt sein Gesicht mit einem weißen Pappordner, als Kamerateams und Fotografen ihn vor Prozessbeginn in den Fokus rücken. Er scheint sich zu wundern, dass sich so viele Zuschauer und Journalisten für sein Verfahren interessieren.

Teilgeständnis im Prozess

"Ich werde natürlich etwas sagen!", übersetzt die Dolmetscherin die Worte des Angeklagten aus dem Russischen. Der Vorsitzende Richter Sascha Daue nickt. Wie er es mit dem Alkohol halte, fragt der Richter. "Seit meinem 18. Lebensjahr trinke ich. Aber ich hatte nie Probleme damit. Denn wenn ich arbeite, trinke ich nicht." Schon weit vor dem tödlichen Unfall war K. wegen Trunkenheit im Straßenverkehr aufgefallen. Das Amtsgericht Tiergarten hatte ihn bereits 2015 zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen á 20 Euro verurteilt und ihm den Führerschein bis September 2018 entzogen. "Trotzdem sind Sie am Tattag gefahren. Hat Sie das nicht gestört, ohne Führerschein sich ans Steuer zu setzen?", fragt der Richter. "Ich war betrunken!", antwortet K.

Schon am Abend vor der tödlichen Fahrt war K. auf der Charlottenburger Bismarckstraße Schlangenlinien gefahren. Die Polizei stoppte ihn. Weil er ohne Führerschein unterwegs war und sein Auto ein falsches Kennzeichen hatte, musste er mit auf die Wache. Nachdem zwei Promille Alkohol in seinem Blut gefunden worden waren, durfte er wieder gehen. Die Autoschlüssel waren ihm von den Beamten mutmaßlich nicht abgenommen worden. So konnte er am Abend darauf wieder mit seinem Opel losrasen. Wieder betrunken. Wieder mit einem falschen, wenn auch einem anderen Kennzeichen. Angeblich habe das sein Freund aus dem Nachbardorf, der mit ihm nach Berlin gekommen war, in der Zwischenzeit besorgt. Bei der Unfallfahrt saß dieser Freund auf dem Beifahrersitz.

Warum es passierte? Der Angeklagte gibt sich ahnungslos.

Zum Unfallgeschehen befragt Richter Daue den Angeklagten besonders ausführlich.

Richter: "Hatten Sie, bevor Sie am Tatabend losfuhren, wieder getrunken?"

K.: "Ja. Mein Kumpel und ich hatten uns wieder Wodka und Bier gekauft. Ich fuhr das Auto. Aber während des Fahrens hab ich nichts getrunken!"

Richter: "Und dann hatten Sie einen Platten an einem Reifen?"

K.: "Richtig. Wahrscheinlich war ich irgendwo draufgefahren in der Landsberger Allee. Mein Kumpel hat das Rad gewechselt."

Richter: "Und dann sind Sie weitergefahren?"

K.: "Ja. Bis das Auto irgendwann anfing, auszubrechen. Ich weiß nicht, warum das passierte."

Richter: "Haben Sie auf den Tacho geschaut, wie schnell Sie fahren?"

K.: "Nein."

Richter: "Haben Sie immer die Kontrolle gehabt?"

K.: "Ich bin ganz normal gefahren."

Richter: "Haben Sie nach dem Unfall - wenn man es so nennen mag - die beiden Opfer liegen sehen?"

K.: "Nein, nur den Notarzt sah ich."

Richter: "Hatten Sie versucht, sich vom Unfallort zu entfernen?"

K: "Möglich, ich kann mich nicht erinnern."

Urteil wahrscheinlich noch im April

Der Angeklagte und sein Kumpel hatten nach dem Unfall an der Tramhaltestelle versucht, das Weite zu suchen. K. wurde von Passanten festgehalten und der Polizei übergeben. Ein Polizist sagte am Dienstag vor Gericht: "Der war total betrunken und konnte kaum laufen. Im Funkwagen ist er gleich eingeschlafen."

Noch zwei weitere Prozesstage sind geplant. Unter anderem soll ein Gutachter zu der Frage gehört werden, was die kurz nach dem Unfall festgestellten knapp drei Promille Alkohol im Blut für die Schuldfähigkeit des Täters bedeuten könnten. Die letzte Entscheidung darüber müssen die zwei Berufsrichter und die beiden Schöffen des Gerichts mit ihrem Urteil fällen.

Beitrag von Ulf Morling

Kommentar

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26 Kommentare

  1. 26.

    "Was ist das für ein Land in dem das Recht ein Auto fahren zu können über allem zu stehen scheint, ..."

    Mit Verlaub: Das ist die Faszination des Räderwerks. Und zudem noch mit eigenen Händen und Füßen betrieben. Zu anderen Zeiten hatte dies noch fürchterlichere Auswirkungen. - Ohne jede Polemik dabei benannt. Doch der Grundgedanke ist vollkommen gleich, weshalb Menschen mitmachten, denen dies erst einmal nicht zugetraut wurde.

    Wir brauchen ein Stück weit eine Kultur, die weiß, dass a) Selbstbegrenzung keine Schwäche, sondern eine persönliche und gesellschaftliche Stärke ist und b) dass wenn etwas gefährlich wird, die eigens betriebenen Räder stille stehen müssen.

  2. 25.

    Das ist Ihr Eindruck und den respektiere ich. Auf mich macht der Angeklagte eher einen verunsicherten Eindruck. Allerdings gebe ich Ihnen insofern recht, dass er wenig emotional und sehr beherrscht wirkt.

  3. 24.

    Warum wird der Führerschein, wenn jemand betrunken gefahren ist, nur für drei Jahre eingezogen und nicht lebenslänglich? Warum wird nicht sein Fahrzeug eingezogen? Was ist das für ein Land in dem das Recht ein Auto fahren zu können über allem zu stehen scheint, was wirklich wichtig ist: Saubere Luft, Spielplätze vor dem Haus, normales Klima, lärmfreie Umgebung, Menschenleben.

  4. 23.

    Dieser fall macht einen sehr betroffen. Der Angeklagte Trinker scheint überhaupt keine Schuldgefühle zu haben.

  5. 22.

    Es ist schon erstaunlich mit was für einer Gleichgültigkeit und Kälte der mutmaßliche Mörder im Gerichtssaal sitzt.
    Ich hoffe, dass die Justiz mit aller Härte des Gesetzes diesen Mord ahndet!!

  6. 21.

    Aua, das gibt bestimmt ein Jahr auf Bewährung und ein "symbolisches Schmerzensgeld" in Höhe von 500,- Euro. Recht so, Strafe muss weh tun, obwohl, bei positiver Sozialprognose...?

  7. 20.

    "Ein vernünftiger Rechtsstaat hätte darauf m.E. wie folgt reagiert. Sofortige Beschlagnahmung und Sicherstellung des Autos (nicht nur des Autoschlüssels - man kan ja davon mehrere haben; aber selbst die Einziehung der Autoschlüssel ist ja unverständlicherweise nicht geschehen). "

    Doch, es gibt schon ein Auseinanderfallen zwischsen Rechtsstaat und persönlichemj, ggf. sogar zwischensubjektivem Rechtsempfinden. Dass alkoholisierte Menschen überhaupt ein Gefährt mit 10.000 Tonnen Schubkraft bewegen dürfen, liegt im Wesentlichen an dem Freistaat Bayern. Immer noch gilt dort Bier als Grundnahrungsmittel, obwohl - den bayerischen Alkoholikern zum Übel - die Bierautomoaten aus Betriebskantinen inzwischen verschwunden sind.

    Gerade Bayern hat sich gegen die Unvereinbarkeit von Alkoholkonsum und Kfz-Bedienung ausgesprochen und ist nach wie vor der Auffassung, dass sich Beides in Grenzen vertrage. Dies führt dann logischerweise in die Grauzone, die Einschägige eben ausnutzen.

  8. 19.

    @ 15, @ 17: Die Überheblichkeit und gleichzeitig Schlichtheit Ihrer Beiträge ist bemerkenswert. Schauen Sie sich doch mal halbwegs objektiv an, was darin steht. In reinstem Schwarz-Weiß-Denken gibt es für Sie nur:
    - Einerseits die "rechten, Todesstrafe befürwortenden, diskussionsunfähigen, minderheitszugehörigen, wutbürgerlichen Trolle mit laienhaftem Rechtsverständnis, die gegen Flüchtlinge sind"
    - Andererseits SIE, "mehrheitszugehörig sowie mit kompletter Deutungshoheit über Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Wutberechtigung, (Ab-)Artigkeit und eh alles."
    => Die "Wutbürger" im negativsten Sinn sind doch Sie: Statt eine Diskussion über sinnvolle Maße und Formen von Strafe oder über andere Reaktionen auf Verbrechen wie das von Stepan K. zu führen, nutzen Sie dieses Forum nur für Versuche, andere in eine von zwei Ecken zu drücken und ggf. als diskussionsunfähig und -unwürdig darzustellen. Und sind neben Mesa die einzigen, die hier von Todesstrafe reden. Sind SIE die Trolle hier?

  9. 18.

    Darin besteht in diesem Fall ja auch die größte Tragik. In meinen Augen hat die Polizei nach der ersten Feststellung des betrunkenen Angeklagten am frühen Morgen des Tages auf ganzer Linie versagt. Dieser schreckliche Unfall hätte vermieden werden können.

  10. 17.

    Wer denkt denn hier in Schubladen? Die "Rübe ab!" Fraktion hier oder die die an die Rechtsstaatlichkeit unserer Demokratie erinnern?

    Ich bin jedenfalls heilfroh dass eine rechtsstaatliche Justiz in einer Demokratie Urteile fällt statt des Lynchmobs der sich in den "Social Media" tummelt und dort seine abartige Vorstellung von Gerechtigkeit herausposaunt.

  11. 16.

    Ich finde einen Aspekt an dem oben stehenden Artikel besonders dramatisch:
    Der Täter ist einen Tag vor der Tat (obwohl im der Führerschein durch ein vorheriges Alkoholdelikt abgenommen worden war) "ohne Führerschein und mit falschem Kennzeichen" (auch hier gestohlen?) "Schlangenlinien" (wohl auch an diesem Tag betrunken) gefahren.

    Ein vernünftiger Rechtsstaat hätte darauf m.E. wie folgt reagiert. Sofortige Beschlagnahmung und Sicherstellung des Autos (nicht nur des Autoschlüssels - man kan ja davon mehrere haben; aber selbst die Einziehung der Autoschlüssel ist ja unverständlicherweise nicht geschehen). Anschließend Einziehung des Autos und Verwertung durch den Staat, da Tatmittel bei einer erheblichen Straftaat (Trunkenheitsfahrt ohne Führerschein und ohne Versicherungsschutz).
    Weiterhin hätte ich die Person schon damals wegen Widerholungsgefahr in U-Haft genommen, da aus dem zuvor gezeigten Verhalten eine Wiederholungsgefahr klar erkennbar war.

  12. 15.

    Die "Todesstrafe für Kinderschänder" ist schon länger eine Forderung der Rechten, da müssen Sie nicht lange warten. (Wenngleich das in deren Augen natürlich nicht gelten soll für Fälle, in denen feige Brandanschläge auf von Kindern bewohnte Flüchtlingsheime verübt werden.)
    Mittlerweile spare ich mir bei den meisten Artikeln das Lesen der Kommentare, konstruktive Diskussion sieht anders aus als das ewig laienhafte (Rechts-)Verständnis der wutbürgerlichen Foren-Trolle.
    Das letzte Wort hat zum Glück noch immer der Rechtsstaat und nicht der lautstarke Mob der Minderheit.

  13. 14.

    Ob ich rechtlicher Laie bin weisst du gar nicht. Ich frage mich auch wieviele Details du noch wissen willst, um dir eine Meinung zu bilden. Etwa dass der arme Trunkenheitsfahrer in der Jugend Probleme in der Schule hatte? Dass er ein reuiges Geständnis ablegt und seine Sozialprognose SEHR positiv ist? Ich hab genug gelesen wie das Strafrecht hier funktioniert (insbesondere aber nicht nur bei Trunkenheitsfahrten oder anderen Delikten, die im Rausch begangen wurden) und mir steht es bis HIER. Das Strafgesetzbuch und die Strafrichter sind ein Witz. Aber immer schön "Rechtsstaat" schreien wenn mir eine Meinung nicht gefällt (ohne eine Ahnung zu haben was das bedeutet) wird schon richtig sein.

  14. 13.

    @ 9: Mesa, gerade Schubladen-Fühlen wie Sie es in Ihrem Beitrag betreiben, ist wesentlich mitverantwortlich für die aggressive Grundstimmung und Spaltung der Gesellschaft: Wer Kritik äußert, wird allzu oft einfach abgestempelt. Sie z.B. reden vom "Treten des Rechtsstaats mit Füßen", weil Leute aufgrund früherer Fälle den Eindruck äußern, dass Strafen oft zu schwach sind. Welches Demokratieverständnis steht hinter einem solchen Umgang mit Kritik?
    Und was glauben Sie, damit erreichen zu können? Glauben Sie ernsthaft, irgend jemanden zu überzeugen, indem Sie ohne jede sachliche Herleitung solche Allgemeinplätze von sich geben?

  15. 12.

    Genau das ist der Punkt.Solange sich an den milden Gesetzen nichts ändert ,wenn man unter Alkohol oder Drogen Straftaten begehen kann und dies dann milder bestraft wird als wenn man nüchtern ist, wird es immer diese Medienschlagzeilen geben.Genau dies nutzen bewußt diese und andere Straftäter aus.Dies zeigt sich auch bei vielen Jugendlichen als Normalität in Ihren Handeln aus,

  16. 11.

    @ 7: Und (auch) an Ihrem Beitrag kann man ermessen, wie gern manche Menschen mit zweierlei Maß messen: Wer einfach sein Gefühl äußert, dass Rechtsprechung oftmals nichts mit Gerechtigkeit zu tun hat, den dürfen SIE selbstverständlich an den Pranger stellen: SIE dürfen eine Nähe zum Mittelalter oder gar zur Lynchjustiz unterstellen. Wieso eigentlich?

  17. 9.

    und@ Peter

    Danke für Ihren passenden Kommentare, mir fällt bei diesen ständigen unqualifizierten und den Rechtsstaat mit Füßen tretenden Forderungen nach mehr Strafe nichts mehr ein. Es dauert wohl nicht mehr lang und die aufrechten Wutbürger Deutschlands starten eine Kampagne zu Wiedereinführung der Todesstrafe. Armes Deutschland 2018.

  18. 8.

    @ 5 Peter, wieso, um bei Ihrer Wortwahl zu bleiben, nehmen SIE sich heraus zu definieren, was 'gerecht' ist?
    Der Großteil der mehrheitlich juristischen Laien, in deren Namen Gerichte urteilen, wird es kaum als gerecht empfinden, wenn als Strafe für eine Handlungskette mit einer Toten und einer Schwerverletzen maximal 5 Jahre Knast stehen. Und die Vermutung, dass es sogar weniger werden, ist aufgrund vergangener Urteile ja durchaus gerechtfertigt. Besonders schwer wiegt dies, da das vorausgehende und auch das anschließende Verhalten des Täters keine Einsicht und Reue vermuten lassen.
    Haftstrafen sind allerdings bei derartigen Wiederholungstätern eh kaum ein sinnvolles bzw. ausreichendes Mittel: Der Schwerpunkt müsste viel mehr auf geeigneten, verpflichtenden und intensiven Therapien liegen. Das setzt aber nicht zuletzt die Erkenntnis voraus, dass Justiz nicht mehr als ein Hilfsmittel ist, um das Zusammenleben aller Menschen (auch und gerade juristischer Laien) zu erleichtern.

  19. 7.

    An solchen Beiträgen kann man ermessen wie weit manche Menschen vom Pranger, Lynchjustiz und somit das Mittelalter entfernt sind.

    Nur dass der Parnger nicht mehr auf dem Marktplatz, sondern in den sog. "Social Media" errichtet wird.

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