Symbolbild: Ein Junkie raucht Heroin von einer Folie in einer U-Bahn-Haltestelle. (Quelle: imago/Hardt)
Audio: Radio Berlin, 16.05.2018, Thomas Weber | Bild: imago/Hardt

Heroin, Kokain, Crystal Meth - Zahl der Drogentoten bleibt in Berlin vergleichsweise hoch

In Berlin sind im vergangenen Jahr 168 Menschen durch illegale Rauschgifte gestorben. Damit blieb die Zahl der Drogentoten nahezu konstant. Das geht aus den jüngsten Zahlen der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortler, hervor, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurden. 2016 wurden 167 Menschen in Berlin Opfer ihrer Rauschgiftsucht.

Lediglich in Köln gibt es ähnlich viele Drogentote

Damit ist die Zahl der Drogentoten in Berlin in den vergangenen Jahren wieder deutlich angestiegen. Der niedrigste Wert seit 2008 lag 2012 bei 113 Drogentoten, 2015 waren es bereits 153. Gerechnet auf 100.000 Einwohner kommen in Berlin nun 4,7 Rauschgifttodesfälle. Das ist der höchste Wert in Deutschland. Nur in Köln liegt die Zahl mit 4,6 ähnlich hoch.

Die Mehrzahl der Drogentoten sind in Berlin Männer. Das Durchschnittsalter lag um die 40 Jahre. Am häufigsten wurde bei den Rauschgiftopfern Heroin nachgewiesen, aber auch Kokain, Amphetamine und andere Arzneimittel. In Einzelfällen spielte die Designerdroge Crystal Meth eine Rolle. Manchmal führte auch ein Cocktail aus mehreren Rauschmitteln zum Tod.

Insgesamt leichter Rückgang

Bundesweit ist die Entwicklung nach vier Jahren in Folge mit Zunahmen zum ersten Mal wieder leicht rückläufig. 2017 waren in Deutschland 1.272 Drogentote zu beklagen, ein Rückgang um fast fünf Prozent. Diese Zahl verdeutlicht auch, dass mehr als 13 Prozent der deutschen Drogentoten in Berlin ihr Leben verloren haben.

Sendung: Inforadio, 15.05.2018, 16.32 Uhr

Kommentar

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7 Kommentare

  1. 7.

    Nach dieser Logik müsste auch das führen von Kraftfahrzeugen und die damit hingenommene Eigengefärdung durch mögliche selbst verschuldete Unfälle/ Verletzungen separat versichert werden, respektive vom Verursacher selbst getragen werden. Immer noch interessiert?

  2. 6.

    Von mir aus auch das. Oder gleich ein Gutachten, wer es übertreibt, wird nicht behandelt.
    Und Sport- und Freizeitunfälle sollten prinzipiell separat versichert werden, das kann ja nicht auf Kosten aller behandelt werden. Auch das Radfahren.

  3. 5.

    LOL;-)“ Deswegen weg mit dem Kiffzeug der 68er Klugschreiber“. Darauf erst ersteinmal einen tiefen Zug reines „CBD“ von meiner E-Zigarette. Wenn Sie so schlau sind, dann wissen Sie ja worum es sich hier handelt.

  4. 4.

    Leider wird in Berlin kein wirksamer Schutz vor legalen Drogen betrieben. Selbst die Berliner Drogenbeauftragte bleibt bei den Todeszahlen schwammig. Angesichts des Rauchens in U-Bahnhöfen wirken hier Bundeskampagnen wie "Kampagne "rauchfrei unterwegs - du und dein Kind" " leider lächerlich. Die Zahlen aus der Kampagne sind jedoch alarmierender als die der "illegalen" Drogentoten: "Jedes Jahr sterben über 120 000 (HUNDERTZWANZIGTAUSEND) Menschen an den Folgen des Rauchens. Nicht wenige von ihnen waren Nichtraucher."
    Eine genauere statistische Erfassung der Grunderkrankungen Tabaksucht und Alkoholsucht im Zusammenhang mit Todesursachen wäre sinnvoll und würde das Dunkelfeld erhellen.
    https://www.drogenbeauftragte.de/themen/praevention-und-behandlung/rauchfrei-unterwegs/
    https://www.berlin.de/lb/drogen-sucht/service/statistiken-und-berichte/
    https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Gesundheit/Todesursachen/Todesursachen.html

  5. 3.

    Wenn Drogen gleich Drogen sind, dann möchte ich ab sofort Alkohol und Zigaretten erstens höher besteuert haben und zweitens sollen die Betroffenen dann Zuzahlungen machen bei der Behandlung Ihrer Folgeschäden, denn finanziell bin ich als Unbeteiligter auch betroffen

  6. 2.

    Drogen sind Drogen, eine Droge hat einen Langzeiteffekt. Das wird für Unbeteiligte zum Risiko.
    Deswegen weg mit dem Kiffzeug der 68er Klugschreiber!

  7. 1.

    Das Bild zum Artikel zeigt mal wieder das irreführende Ungleichgewicht zw. Cannabis und harten Drogen. Auch wenn das Schild auf ein Verbot von Drogenkonsum hinweist,gibt es nachweislich noch nicht einen Toten durch den „reinen Genuß“von Cannabis.

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