30.05.2018, Brandenburg, Kleinmachnow: Eine Rettungsschwimmerin testet das neue Sprungbecken im sanierten Schwimmbad Kiebitzberge bei sommerlichen Temperaturen (Quelle: dpa/Hirschberger)
Bild: dpa/Hirschberger

Donnerstag und Freitag - Die Hitze bleibt

Bis zu 34 Grad heiß und kaum Wind – das ist das Wetter, das der Region am Donnerstag und Freitag bevorsteht. Erst im Laufe des Freitags kann es wieder Gewitter geben. Wohl dem, der ein schattiges Plätzchen hat.  

"Heiter mit einigen Quellwolken", das ist die Beschreibung des derzeitigen Wetters aus Meteorologensicht. Bis zu 33 Grad heiß kann es dabei sowohl am Donnerstag als auch am Freitag in der Region werden. In Kyritz (Ostprignitz-Ruppin) klettern die Temperaturen sogar auf 34 Grad. Bei meist schwachem Wind. Schauer und Gewitter wird es vermutlich erst ab Freitag geben – bei unvermindert heißen Temperaturen.

Gewitter, die am Mittwochnachmittag Berlin und Brandenburg erreicht hatten, haben indes nur wenig Abkühlung gebracht.

Örtlich kräftiger Regen - aber fast gar keine Schäden

Wer nach der tagelangen Hitzeperiode auf Regen gehofft hatte, konnte sich am Mittwoch freuen, zumindest in einigen Regionen Brandenburgs, aber auch in Berlin, gab es örtlich ordentliche Niederschläge. Noch am frühen Abend regnete es vor allem südöstlich von Berlin und im Potsdamer Raum, wobei es immer wieder auch gewitterte. Ergiebige Niederschläge wurden auch aus dem Süden und Südosten Brandenburgs gemeldet.

Schon am Nachmittag waren Gewitter und starke Regenschauer auch durch die Hauptstadt gezogen, doch neben den dunkelgrauen Regenwolken war weiterhin der blaue Himmel zu sehen. "Das war ein starker Schauer, aber nichts Außergewöhnliches", sagte eine DWD-Meteorologin. Bei der Berliner Feuerwehr blieb es weitestgehend ruhig. "Wir hatten zwei heruntergefallene Äste und ein Partyzelt in einem Baum", sagte ein Leitstellenmitarbeiter. Das sei für Berlin "gar nichts". In Südbrandenburg meldete die Leitstelle Lausitz einen vollgelaufenen Keller in Welzow, in Doberlug-Kirchhain stürzte ein Baum auf ein Haus, in Bad Liebenwerda lag ein Telefonmast quer auf der Straße.

Vor allem der Süden Brandenburgs, aber auch Frankfurt ist betroffen

Wie der Blitzradar zeigte, waren am frühen Nachmittag vor allem rund um Cottbus, im Südosten Berlins sowie im Havelland Gewitter zu beobachten. Im Laufe des Nachmittags verlagerten sich die Gewitter mit zahlreichen Blitzen von Cottbus aus weiter nach Süden bzw. nach Westen. Vor allem westlich von Finsterwalde wie auch weiter nördlich in Richtung Luckenwald gingen Gewitter nieder. Blitz und Donner waren aber auch in Frankfurt an der Oder sowie zwischen Finsterwalde und Herzberg zu beobachten.

Gegen 18.30 Uhr waren dann in Berlin und Brandenburg kaum noch Gewitter-Aktivitäten zu verzeichnen. Von der Stadt Brandenburg zog die Schlechtwetterfront in Richtung Sachsen-Anhalt, im Süden nach Sachsen und im Osten nach Polen ab.

In Berlin hat es am Mittwoch nur wenig gewittert, dafür regnete es eine Zeitlang wie aus Kübeln, zum Beispiel in Charlottenburg. Schon bald kam aber wieder die Sonne durch - und nicht nur in Berlin, sondern auch in weiten Teilen Brandenburgs ist es weiterhin sehr warm. 

Berlin ist die heißeste Stadt Europas

So wurden auf dem Insulaner in Berlin-Schöneberg am Mittwochnachmittag 33 Grad gemessen - damit war der Trümmerberg im Westen Berlins der heißeste Ort in Europa - gleichauf mit Neustrelitz in Mecklenburg-Vorpommern.

In der Nacht zu Donnerstag klingen die Gewitter den Prognosen zufolge dann zwar allmählich ab. Dafür wird es am Donnerstag dann noch heißer: In Cottbus werden bis zu 34 Grad erwartet, in Berlin 33 Grad.

Unter solchen Bedingungen rät der DWD dazu, sich im Schatten aufzuhalten und vor allem Kinder vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. Besonders nachmittags sollten größere körperliche Anstrengungen vermieden werden.

Heißester Mai seit Beginn der Wetteraufzeichnungen

Schon am Dienstag war es besonders heiß, so dass der 29. Mai als einer der wärmsten Mai-Tage aller Zeiten in die meteorologischen Geschichtsbücher eingehen dürfte: Laut DWD wurden in Brandenburg mancherorts Temperaturen von bis zu 35 Grad gemessen, noch ein Grad mehr als vorhergesagt. Schon jetzt ist der Mai so warm wie nie zuvor seit Beginn der Wetteraufzeichnung im Jahr 1893.

Den Grund für diesen Temperaturrekord erklärte Wetterexperte Jörg Riemann am Dienstagabend im rbb spezial "Rekordhitze in Berlin und Brandenburg": "Normalerweise müsste die Luft vom Atlantik her kommen, dann wäre es etwas wechselhafter und kühler." Die Luft komme allerdings seit Wochen abwechselnd aus Russland oder vom Balkan – wie aktuell aus Griechenland und Bulgarien, so der Meteorologe. "Dass das über so viele Wochen geht, schon seit April, ist in der Tat recht außergewöhnlich", sagte Riemann.

Entsprechend warm fällt auch die Bilanz aller drei Frühlingsmonate aus: In Berlin lag die Temperatur im März, April und Mai im Schnitt bei 11,2 Grad, wie der Deutsche Wetterdienst am Mittwoch in seiner vorläufigen Auswertung mitteilte. Damit war es deutlich wärmer als sonst um diese Jahreszeit. Der langjährige Durchschnitt liegt nämlich nur bei 8,7 Grad. Ganz ähnlich sehen die Werte für Brandenburg aus. Dort schien die Sonne im Frühjahr 715 Stunden lang. Berlin zählte sogar 720 Stunden und ist damit das sonnenreichste Bundesland.

Klimaanlage im Auto nicht überstrapazieren

Der ADAC warnt außerdem vor einem höheren Unfallrisiko. Im rbb sagte der Verkehrsexperte Johannes Boos, die hohen Temperaturen können dazu führen, dass die Konzentration nachlässt. Dadurch wachse die Gefahr für Auffahr- oder Abbiegeunfälle.

Auch die Klimaanlage sollte nicht über Gebühr strapaziert werden, weil die Unterschiede zwischen Innen- und Außentemperatur sonst zu groß werden. Bei der derzeitigen Wetterlage rät der ADAC dazu, die Temperatur im Wageninnern auf 24 bis 25 Grad einzustellen und ab und zu durch die Fenster frische Luft ins Auto zu lassen.

Landwirte fürchten um die Ernte

Unterdessen machen sich viele Bauern Sorgen über fehlenden Regen. "In manchen Regionen Brandenburgs hat es Mai nicht geregnet, überhaupt nicht geregnet", sagte Tino Ernstling vom Landesbauernverband am Dienstag dem rbb. Besonders betroffen sei der Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Dort rechneten Betriebe schon jetzt mit erheblichen Ertragseinbußen bis hin zu Totalausfällen, sagte Ernstling dem rbb-Nachrichtenmagazin Brandenburg aktuell. Unter der Trockenheit litten besonders Raps, Weizen, Roggen und Gerste. Aber auch Grünland und Mais seien betroffen, hieß es.

Sendung: Inforadio, 30.05.2018, 06.00 Uhr

Kommentar

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55 Kommentare

  1. 55.

    Wenn man einen Wasserhahn und einen vollen Kuehlschrank hat, fuehlt sich so manches nicht belastend an. Erdbewohner, die das nicht haben, finden eine mehr als dreiwoechige Hitzeperiode aber vermutlich alles andere als toll.

  2. 54.

    "Heißester Mai seit Beginn der Wetteraufzeichnungen"
    Toll, dass wir das miterleben durften.
    Aber so richtig belastend fühlt es sich gar nicht an.
    Die Luftfeuchtigkeit ist einfach zu gering.
    Es rollen sich noch nicht einmal die Tapeten von der Wand.

  3. 52.

    Immerhin liefere ich einigermaßen konstruktive Beiträge und bin um ein Mindestmaß an Höflichkeit bemüht.
    Vielleicht solltest du ebenfalls versuchen, ein klein wenig mehr Substanz und Stil einzubringen.
    Und nebenbei: Schlag ruhig mal das Wort "Niveau" nach.

  4. 51.

    Nix. Zehlendorf Süd - null Niederschlag, nix. Trocken. Garten wässern, Pollen wegspülen. Hatte ich es schon gesagt? Es nervt!

  5. 50.

    Na und, die Kommentare sind total witzlos. Geht es irgend einem besser oder ändert er was mit dem Gekammer? Nein, alle haben zu viel Zeit und langweilen sich.

  6. 49.

    "..niemand weiß wieviel Kohle, Öl, oder Erdgas in der Erdkruste schlummern."
    Da hast du jedenfalls deinen Grund für einen menschengemachten Klimawandel. Wir holen diese Rohstoffe innerhalb eines erdgeschichtlichen Wimpernschlags aus der Erde und führen sie der Atmosphäre zu. Das ist simpelste Physik.

    "Die Anstalt" hat in diesem Jahr auch eine Sendung zu diesem Thema gemacht.

    @Ingolf
    Wahrscheinlich trifft der Zorn Gottes nur gläubige Menschen..

  7. 48.

    Ich habe meinen Chef darüber informiert, dass der DWD empfiehlt sich im Schatten aufzuhalten. Fand er irgendwie nicht lustig. Deutschland verblödet zusehens, Gefahr von...……….. wegen jedem normalen Mist.

  8. 47.

    @42: Fakt ist, dass der Mensch zig Mal mehr fossile Energieträger aus der Erde holt als nachkommen können. Wie das aussieht, können Sie in der Lausitz bewundern und in der Spree schmecken, aber auch im ganzen Rest der Welt, wo für Kohle Berge weggesprengt und Flüsse umgeleitet werden. Wenn fossile Quellen noch immer so reich gefüllt sind, wie Sie behaupten, warum dann dieser immense Aufwand?
    Die irdische Einsatzfähigkeit der Kernfusion wurde für längst vergangene Tage mindestens so oft vorhergesagt wie der Weltuntergang. Was spricht denn um Himmels Willen dagegen, den perfekten Fusionsreaktor namens Sonne vernünftig anzuzapfen und Berlins Dächer endlich flächendeckend zu Kraftwerken zu machen? Im Gegensatz zur Kernfusion sind diese Techniken fertig! Und da - warum auch immer - die (Früh-)Sommer wirklich immer heißer werden, kann die Sonne u.a. Klimatisierung zum günstigen Preis liefern. Aber stattdessen bleiben wir bei subventionierter Dino-Technik und hoffen ansonsten auf Wunder.

  9. 46.

    was für ein mega unwetter es hat in neukölln 2 min geregnet und man hat es 3x donnern gehört super vorhersage :)

  10. 45.

    Na das nenne ich mal "beim Thema bleiben" :-D
    Es geht um Wetter im allgemeinen und um (für viele) schlechtes Wetter im besonderen. Dazu kann ich eigentlich nur eins sagen. Mich wundert es bereits seit längerem, dass es nur so wenig regnet, vor allem in Berlin, denn bei so viel Blasphemie müsste die Stadt eigentlich einige Meter unter Wasser stehen ;-)
    Na ja, kommt bestimmt noch, denn irgendwann muss dem guten Mann da oben mal der Kragen platzen...

  11. 44.

    Seit 14 Uhr kreisen Gewitter um unsere Stadt, es regnet normal und ich hoffe, daß alles im Rahmen bleibt.

  12. 43.

    Lt. Tagesschau.de
    75 Stunden Sonne und ähnlich warm wie der bisherige Rekordhalter im Jahr 1889: Der Mai 2018 war außergewöhnlich warm und sonnenscheinreich. Doch auch extreme Trockenheit und teils schwere Gewitter prägten den Monat.

  13. 42.

    Der "Club of Rome" hatte 1972 vorhergesagt, dass Gold vor dem Jahr 2000 und Erdöl im "günstigsten" Szenario 2022 versiegt. Was wetten wir dass Sie in 4 Jahren an der Tankstelle Ihres Vertrauens jede beliebige Menge Benzin kaufen können, die Sie wollen? Konkrete Jahreszahlen für das Versiegen der Brennstoffe anzugeben ist einfach Unsinn, niemand weiß wieviel Kohle, Öl, oder Erdgas in der Erdkruste schlummern. Wir wissen aber dass es ziemlich viel ist und wir uns über ein Versiegen in den nächsten 1 - 2 Jahrtausenden keine Sorgen zu machen brauchen. Und bis dahiin gibt es Mr. Fusion.

  14. 40.

    Wenn die Menschen Schuld sind am Klimawandel, warum werden sie dann nicht abgeschafft. Die EU will ja schon einzelne Plastikartikel abschaffen, weil sie die Ozeane verschmutzen. Mal sehen wann sich die EU etwas neues einfallen läßt.

  15. 39.

    Normal ist das jedenfalls nicht das es bei uns hier sogar meist wärmer ist als an der türkischen Rivera. Zumal schon nicht im Mai. Und Arbeitgeber interessiert das Wetter nicht. Wir haben unseren Job trotzdem zu machen. Tips wären hier wirklich angebracht. Ich hoffe das wir alle gut durch diese Hitzewelle kommen.

  16. 38.

    Erneut danke.
    Doch beispielsweise die Option, sich seine Einkäufe liefern zu lassen (ich fände es übrigens gut, würden die Lieferkosten bei gehbehinderten Personen von der Krankenkasse übernommen), dürfte nicht jedem Rentner mit Internetanbindung bekannt sein.
    Das Internet bietet großartige Möglichkeiten, sich - besonders was die Unterstützung von Bedürftigen betrifft - zu vernetzen.
    Und das Zurvefügungstellen umfassender Informationen durch die Medien betrachte ich da quasi als eine Selbstverständlichkeit.

  17. 37.

    Außer viel trinken und den Salzhaushalt beachten ist aktiv wenig möglich. Bei den Nahrungsmitteln liegt es auf der Hand, eher die leicht bekömmlichen Sachen zu wählen. Das gilt aber auch bei anderen Wetterlagen.

    Bei den Aktivitäten liegt es auch auf der Hand, was man tun sollte. Wenn es geht nichts. Und wenn es sein muss, dann halt mit Pausen und möglichst geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung. Das Thema einkaufen sollte - zumindest mit Wohnsitz in Berlin - leicht zu regeln sein. Wenn der Rentner technisch soweit auf der Höhe ist, sich online über Verhaltenshinweise zu informieren, dann kann er auch den Lieferservice von bestimmten Handelsketten (keinen Namen, weil sonst Werbung) bemühen. Klappt prima.

  18. 36.

    Danke, doch das Thema Trinken habe ich ganz bewusst ausgelassen, da ich es für sehr naheliegend halte, den Körper besonders bei Hitze mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen.
    Ich finde aber, dass es generell mehr Tipps auf den Nachrichtenseiten geben sollte, was bei diesem Wetter zu beachten ist,
    Beispielsweise würden sich bestimmt auch Rentner über Gesundheitshinweise freuen oder über Ratschläge, was bei diversen Aktivitäten zu beachten ist oder wie sie ohne Hitzschlag an ihre Einkäufe kommen.

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