Festnahme am 15.05.2018 in Berlin. (Quelle: rbb/Miriam Keuter)
Video: Abendschau | 15.05.2018 | Sabrina Wendling | Bild: rbb/Miriam Keuter

Großrazzia in Berlin und Brandenburg - Bundespolizei verhaftet drei mutmaßliche Schleuser in Berlin

In einer Großrazzia hat die Bundespolizei in Berlin drei mutmaßliche Schleuser festgenommen. Sie stehen unter Verdacht, Vietnamesen gewerbsmäßig und illegal nach Deutschland gebracht zu haben.

Die Bundespolizei hat am  Dienstag gemeinsam mit der Berliner Polizei  Wohnungen und Geschäftsräume in Berlin und Brandenburg durchsucht. Hintergrund war eine Aktion gegen mutmaßliche Schleuser. Insgesamt seine 220 Beamte im Einsatz  gewesen, teilte die  Berliner Polizei nach Abschluss der Aktion am Dienstagmittag mit.  

Drei mutmaßliche Schleuser festgenommen

Drei Personen seien festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Es handele sich um einen 57-jährigen und einen 35-jährigen Vietnamesen sowie eine 26-jährige Frau deutscher Nationalität. Gegen alle drei lagen bereits Haftbefehle vor, die vollstreckt wurden. Insgesamt  sei gegen zehn Personen ermittelt worden,  so die Polizei. 

Bei der Durchsuchung von 20 Wohnungen wurden zudem Datenträger, Laptops, Eheringe in verschiedenen Größen, Mobiltelefone und Ausweisdokumente sichergestellt - sowie  26.000 Euro Bargeld.

Laut Bundespolizei wurden  Wohnungen in Berlin-Lichtenberg, Pankow, Treptow-Köpenick und Marzahn-Hellersdorf durchsucht - außerdem in in den Brandenburger Gemeinden Ahrensfelde und Panketal.

Scheinehen mit Deutschen in Dänemark arrangiert

Die mutmaßlichen Schleuser sollen in mindestens 15 Fällen Vietnamesen illegal nach Deutschland gebracht und dann in Dänemark Scheinehen und Vaterschaftsanerkennungen arrangiert haben. Damit sollte den Eingeschleusten ein Bleiberecht ermöglichen werden. "Den Beschuldigten wird vorgeworfen, vietnamesische Staatsangehörige gewerbs- und bandenmäßig eingeschleust zu haben", sagte Polizeisprecher Lehmann dem rbb am Vormittag.

Die angeblichen Paare sollen dazu nach Dänemark gebracht worden sein. "Dort wurden sie ganz normal getraut", sagte der Sprecher. Anschließend kehrten die Menschen zurück nach Deutschland und gingen getrennte Wege. Den vietnamesischen Ehepartner kostete das Verfahren und damit das Aufenthaltsrecht in Deutschland demnach fünfstellige Geldbeträge. Insgesamt hat die Bundespolizei Erkenntnisse über zehn erfolgte Scheinehen sowie fünf Scheinvaterschaften.

Berlin gilt als Drehkreuz für vietnamesische Schleuser

Die Ermittlungsgruppe "Schleuser", die sich aus Bundespolizisten und Landeskriminalbeamten zusammensetzt, ermittelt nach Polizeiangaben seit mehr als einem Jahr in dem Fall. Berlin gilt international als Drehscheibe für vietnamesische Schleuser.

Sendung: Inforadio, 15.05.2018, 06:00 Uhr

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 3.

    Wenn hier jeder machen könnte, was er wollte, würden die Beschuldigten nicht in U-Haft sitzen, und es hätte keine Razzia gegeben. Wenn sie der Meinung sind die Ermittlungsbehörden schreiten bei Straftaten nicht ein, steht es ihnen frei, bei ihnen bekannten Straftaten und gleichzeitiger Untätigkeit der zuständigen Behörde, Strafantrag wegen Strafvereitelung im Amt zu stellen. Und allen Law and Order Vertretern noch was zum Nachdenken- Wenn in gewissen Gegenden dieser Stadt von gewissen Einwohnern nicht seit Jahrzehnten munter und öffentlich unverzollte Zigaretten gekauft würden, hätten sie vielleicht manche kriminelle Strukturen nicht so munter entwickeln können.

  2. 2.

    Das ist bestimmt nicht neu .
    Bei diesem Senat kann jeder machen was er
    will.
    Das merkt man ständig.

  3. 1.

    Na ich hoffe doch, dass die Aufenthaltsberechtigung von Schleusern regelmässig ebenfalls widerrufen wird um sie dann der Abschiebung zuzuführen. Oder sind wir ein Schutzort für Schleuser und das organisierte Verbrechen?

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