Symbolbild: Sprung in einen See (Quelle: imago/Westeind61)
Video: Brandenburg aktuell | 31.05.2018 | Carsten Krippahl | Bild: imago/Westend61

Viele Berliner Sommerbäder weiter geschlossen - Hitze: "Die große Abkühlung ist nicht in Sicht"

Auch wenn man sich mit diesem Wissen nicht abkühlen kann: Der Mai 2018 war der heißeste seit 1889. Und es ist noch nicht vorbei: Nach einer kurzen nur "warmen" Phase knapp unter 30 Grad nimmt die große Hitze nächste Woche erneut Kurs auf Berlin und Brandenburg.  

"Das Schlimmste ist derzeit, den heißen Geschirrspüler auszuräumen." "Nein", stöhnt eine andere Kollegin in der morgendlichen Redaktionskonferenz, "Kochen ist bei der Hitze an Grausamkeit nicht zu überbieten". Sie habe nichts Bürotaugliches mehr anzuziehen, berichtet eine weitere Kollegin, alle leichten Blusen müssten schließlich nicht nur gewaschen, sondern zu allem Unglück auch noch gebügelt werden. "Und das ist wie ein unerwünschter Ausflug in die Tropen."

"Tropisch" trifft das, was sich da draußen derzeit abspielt, gut. In Mombasa, Kenia, nahe des Äquators gelegen, sind es am Donnerstag "nur" 28 Grad. Bei zugegeben noch mehr Luftfeuchtigkeit. Doch auch die wird sich in den kommenden Tagen hier in Berlin und Brandenburg deutlich erhöhen. Während am Donnerstag und Freitag Rekordtemperaturen von bis zu 34 Grad erreicht würden, so Meteorologe Carsten Raymund von der Meteogroup gegenüber rbb|24, "wird es am Wochenende bei Gewitterschauern schwülwarm". Aber die große Abkühlung sei nicht in Sicht. Zuständig für dieses ungewöhnlich stabile Wetter seien einerseits das aus Nordeuropa kommende Hoch "Vincius", das gelegentlich mit dem aus Westeuropa – also dem Mittelmeer – kommenden Tief "Wilma" zusammentreffe. "Dann gibt es Schauer und Gewitter".

Es ist der wärmste Mai seit 129 Jahren

Doch schon am Wochenende sei es nicht mehr ganz so heiß, verspricht Raymund. Vorübergehend sei es gar fraglich, ob die Temperaturen zu Wochenbeginn die 30-Grad-Grenze knacken könnten. "Aber schon am nächsten Donnerstag geht es wieder bergauf." Dass die Temperaturen zu dieser Jahreszeit so langanhaltend heiß sind, findet auch der Meteorologe "ungewöhnlich".

Tatsächlich handelt es sich bei diesem Mai um den wärmsten seit 129 Jahren. Mit 17 bis 18 Grad Durchschnittstemperatur ist er rund vier Grad wärmer als im langjährigen Mittel. Zudem wurden, so der Meteorologe, neue Tagesrekorde für den Monat Mai in der Region aufgestellt. Spitzenreiter war Rietz-Neuendorf (Oder-Spree) am Mittwoch mit 33,9 Grad.

Dabei ist es bislang deutlich zu trocken. Vielerorts ist nur ein Viertel bis die Hälfte des durchschnittlichen Monatsniederschlags gefallen. So dürfen unter anderem  in einigen Ortsteilen von Oranienburg (Oberhavel), im Mühlenbecker Land (Oberhavel) und in Wandlitz (Barnim) nach einer "Allgemeinverfügung" des Wasserbandes NWA derzeit Gärten zwischen 7 und 21 Uhr nicht mit Gartenwasser gesprengt werden. Da gleichzeitig wegen der hohen Temperaturen nicht nur mehr gegossen, sondern auch mehr Trinkwasser benötigt würde, überlaste das die Technik. Nur durch den Verbrauch von weniger Wasser könne man die Versorgung mit Trinkwasser aufrechterhalten. Wer doch sprengt, dem droht ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro.

Noch immer sind nicht alle Sommerbäder in Berlin geöffnet

Immer zur Verfügung stehen die natürlichen Gewässer der Region. Die Badetemperaturen in den Seen konnten sich durch das sommerliche Wetter rasch auf badetaugliche Temperaturen erwärmen. "Aktuell liegen die Werte fast überall im Bereich von 19 bis 24 Grad", sagt Meteorologe Raymund. Für die Havel bei Schwanenwerder in Berlin werden sogar 27, für den Wannsee 26 Grad gemeldet.

Auch Berlins Sommerbäder sind hoch frequentiert – allerdings hat trotz der Wetterlage die Hälfte der ingesamt 14 Bäder noch geschlossen. Sechs weitere Bäder sollen zum Wochenende auf. In manchen der Bäder seien schlicht die "Vorbereitungsarbeiten noch nicht abgeschlossen", so eine Pressemeldung der Berliner Bäderbetriebe. Es sei eine Menge Arbeit, die Sommerbäder aus dem Winterschlaf zu holen. Zumal es "bis Ostern in Berlin noch gefroren habe".  Auch dauere es mehrere Tage, um die Becken wieder mit Wasser zu befüllen. Anschließend müssten noch Wasserproben entnommen und im Labor untersucht werden. Das dauere weitere zehn Tage. Erst dann erteile das Gesundheitsamt die Freigabe, um ein Sommerbad zu öffnen. "Insgesamt kann so eine Vorbereitung eines Sommerbades bis zu sechs Wochen dauern."

Erst zum kommenden Wochenende geöffnet werden:

Sommerbad zum Insulaner

Sommerbad Humboldthain

Sommerbad Neukölln

Sommerbad Wuhlheide

Sommerbad Pankow

Kinderbad  Monbijou

Das Sommerbad Mariendorf wird erst zum 23. Juni eröffnet.

Sendung: Antenne Brandenburg, 31.05.2018, 10 Uhr

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    Sie haben ja so recht: Schon seit Jahren weise ich immer wieder darauf hin, daß man in unsa duftet Balin mit gewaschener und gebügelter Kleidung eigentlich ständig overdressed ist und entsprechend unangenehm auffällt.

  2. 2.

    Daß die berliner Sommerbäder noch nicht geöffnet haben, ist ein Skandal und allein dem dort seit Jahren herrschenden bürokratischen Missmanagement zuzuschreiben. Flexibilität ist bei denen ein Fremdwort. Der Mai ist in Berlin meistens schon sehr warm, das sollte bekannt sein. Dafür haben sie ja dann bis zum Einsetzen der Heiz-/Frostperiode Ende Oktober offen, das hilft doch sehr... Jedes Jahr das gleiche Trauerspiel...

  3. 1.

    "... eine weitere Kollegin, alle leichten Blusen müssten schließlich nicht nur gewaschen, sondern zu allem Unglück auch noch gebügelt werden."
    Bügeln verlangt kein Stoff.
    Wer heutzutage noch bügelt, der will irgendeiner mir unbekannten gesellschaftlichen Konvention Rechnung tragen.
    Wer sein Kleidung nicht bügelt, der ist ....
    a) doof
    b) keiner von uns
    c) nicht individuell
    d) nicht verheiratet
    e) ...

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