Ein Zug der S-Bahn faehrt vor dem Kreativdorf Holzmarkt in Berlin am 6. April 2018 (Quelle: imago/Emmanuele Contini)
Audio: Inforadio | 24.05.2018 | Sebastian Schöbel | Bild: imago stock&people

Geldprobleme durch Streit um "Eckwerk" - "Holzmarkt"-Betreiber sieht akutes Insolvenzrisiko

Das Kreativ-Dorf "Holzmarkt" am Spreeufer in Berlin-Friedrichshain ist offenbar in ernsten finanziellen Schwierigkeiten. Grund ist der juristische Streit um ein Nachbargrundstück, auf dem das Wohn- und Arbeitsprojekt "Eckwerk" entstehen sollte.

Der finanzielle und wirtschaftliche Druck auf den Holzmarkt sei "sehr hoch", sagte Mario Husten, einer der Holzmarkt-Betreiber, dem rbb am Mittwoch. Es bestehe ein "akutes Insolvenzrisiko".

Bezirk will vermitteln

Der Holzmarkt streitet sich weiterhin vor Gericht mit der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Gewobag um das Projekt "Eckwerk": Gemeinsam wollte man unweit des Ostbahnhofs temporäre Wohnungen, Ateliers und Arbeitsräume für Künstler sowie Start-Up-Unternehmer bauen.

Die Zusammarbeit ging in die Brüche. Millionenschwere Vorleistungen für das Eckwerk, blockierte Grundbücher und vor allem hohe Prozesskosten setzen den Holzmarkt-Genossenschaftlern nun aber enorm zu, sagte Husten.

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hat angekündigt, eine Arbeitsgruppe mit allen Beteiligten einzurichten, um eine Lösung zu finden. Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) versprach, man werde alles Mögliche tun, um Schaden vom Holzmarkt abzuwenden.

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Das Projekt ist großspurig und ambitioniert, aber gleichzeitig "von-unten" geplant - und damit genau, was Berlin braucht. Hinter Holzmarkt und Eckwerk stecken keine Investoren, denen es um Gewinnmaximierung geht, sondern kreative Visionäre, die eine Vision für eine lebenswerte Zukunft verfolgen. Am Holzmarkt kann man schon jetzt auch ohne den Kauf teurer Getränke die Architektur bewundern, am Spreeufer entspannen und für sehr konkurrenzfähige Preise Pizza essen etc. Niemand schaut einem in die Geldbörse. Die teuren Getränke und Speisen gibt es auch; an anderen Stellen und zur Querfinanzierung dieses gewaltigen Projektes. Ich drücke alle meine Daumen, dass die Geschichte weiterhin gut ausgeht!

  2. 2.

    Ach, so früh schon? Aus für Hippie-Kapitalisten (Selbstbezeichnung), aus mit Türpolitik, aus mit Gutmenschentum, aus mit Touristenspektakel, aus mit Spreeufer – nicht für Alle – nur gegen Bezahlung teurer Getränke. Klingt nach Hoffnung für Berlin.

  3. 1.

    Wenn ich in letzter Zeit von landeseigener Wohnungsbaugesellschaft höre, ist es immer weil sie irgendwo durchdrehen - sei es Mieterhöhung, Besetzung oder wie hier Rechtsstreit, wo das Land wieder eingreift/vermittelt muss... Wieso hat Berlin so wenig Kontrolle über seinen "landeseigenen" Gesellschaften?

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