Eine Frau steht neben einem Traktor (Quelle: rbb/Fritz)
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Video: Radio Fritz | 15.05.2018 | Jule Jank | Bild: rbb/Fritz

Selbstversuch in der Landwirtschaft - Das ist doch zum digitalen Kühemelken

Statt einer mehrjährigen Aus- einfach eine App-Bildung? Jule Jank hat sich selbst mit Landwirtschaftssimulatoren einen Tag lang intensiv geschult und ihre erlernten Fähigkeiten dann als Bäuerin in der echten Welt getestet.

Auf dem Smartphone Kühe melken, am Rechner Traktor fahren oder digital Felder ernten. Zocken und Daddeln mit Lernpotenzial fürs Leben. Das dachte sich auch Fritz-Reporterin Jule Jank. "Ich bin ein Mensch, der wirklich sehr, sehr schnell lernt." Sie zockte einen Tag lang mit Landwirtschaftssimulatoren, um zu testen: Wie viel taugen die Apps für die Realität? Das Ganze begleitete die Jugendwelle des rbb mit Kamera und ironischem Unterton.

Eine Frau posiert neben einem Traktor (Quelle: rbb/Fritz)
Bild: rbb/Fritz

Hauptsache im Karohemd

Ihren Testtag beginnt die Reporterin mit dem Landwirtschaftssimulator "Pure Farming 2018", der seit März auf dem Markt ist. Besonderes Gimmick für Jank: Sie kann sich sogar die Farbe des Karohemdes aussuchen. "Das wichtigste Bauern-Accessoire", wie sie scherzt. Sie habe auch direkt eine wichtige Sache vom Spiel gelernt, denn die Größe macht's: "Als Landwirt bist du der Krasseste, wenn du die krassesten Landmaschinen hast und die natürlich auch richtig einsetzen kannst." Pflug am Traktor befestigen, Ernte mit dem Mähdrescher einholen. "Ging ratzfatz, einmal auf 'G' gedrückt, und jetzt cruise ich hier ein bisschen übers Feld."

Eine Person spielt auf einer App das Kuhmelken nach (Quelle: rbb/Fritz)
Bild: rbb/Fritz

"Ich hab' da wirklich super schnell Eimer gefüllt"

Weil sie am darauf folgenden Tag aber auch noch Bauer Christian Rußig im Landkreis Oder-Spree auf seinem Hof besucht, spielt sie zusätzlich die App "Farm Story 2". Rußig hat nämlich Kühe. Ihre eigene Herde züchtet Jank dann auch gleich auf der App und lernt, wovon sich Kühe so ernähren: Gras, Wasser, Heu - das alles auch auf dem Smartphone.

Dazu dudelt die App liebliche Banjomusik. Klischee: check. Und weil die Kuh auch gemolken werden will, gibt es auch dafür eine App. Melken üben, ganz easy, mit Wischen übers Smartphone. "Da siehst du einen Euter auf dem Bildschirm, ziehst an den Zitzen. Ich hab da wirklich super schnell Eimer gefüllt. Also Milchbauer auch: check."

Realitätscheck beim Bauern in Brandenburg: "Tut mir leid, Kuh"

Am nächsten Tag geht es für die Reporterin zeitig raus. Rot-blau-weißes Karohemd an, die wilde braune Lockenmähne zusammengebunden und ab auf den Traktor zu Landwirt Christian Rußig. Maislegen kann losgehen.

Traktorfahren war ihre Paradedisziplin online. In der Realität ist die gefahrene Spur eher schlangenförmig und Reporterin Jank wird dezent hektisch, weil das Feld zu Ende ist und der Traktor nicht ganz so will wie sie. "Man könnte denken, es war ein betrunkener Bauer am Start", lacht Jank. Bauer Rußig entgegnet sarkastisch: "Oder ein Computer-Landwirt."

Eine Frau posiert in einem Kuhstall (Quelle:rbb/Fritz)
Bild: rbb/Fritz

Nach fünf Mal über die selbe Bahn fahren wird das Experiment abgebrochen - der Boden verdichtet sich zu stark. Bäuerin-Lehrling und Bauer ziehen um in den Kuhstall, ins Melk-Karussell. 36 Kühe wollen da gemolken werden. "Von oben nach unten massieren" gibt der Landwirt nochmal vor. Jank probiert's und probiert's. Funktioniert nicht so richtig: "Tut mir leid, Kuh!"

Video zum Bäuerin-Selbstversuch ist preisverdächtig

Der Tag ist irgendwann rum und Jule Jank am Ende. Natürlich ist das Bauernleben online doch sehr viel einfacher. Jedoch: Herausgekommen ist ein sehr unterhaltsames, dreiminütiges Video, das auf der Facebook-Seite von Radio Fritz sehr viel Anklang gefunden hat. Das Video wurde bisher über 64.000-mal angesehen und mehr als 130-mal geteilt.

Einen Preis hat es ebenfalls gewonnen: Am letzten Tag der Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung (BraLa) im Havelland wurden Jule Jank und ihre VJ-Kollegin Lilly Extra mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Der Pressesprecher des Landesbauernverbandes, Tino Erstling, lobte das Video als "sehr gelungen und unglaublich sympathisch" und überreichte den Macherinnen eine standesgemäße Siegprämie: zwei paar Gummistiefel.

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