Ein Wohnhaus, in dem die Leiche einer 61-jährigen Frau gefunden wurde, aufgenommen am 19.08.2017 in Neuruppin (Brandenburg) (Quelle: dpa/Julian Stähle)
Video: Brandenburg aktuell | 29.05.2018 | Michel Novak | Bild: dpa/Julian Stähle

Sicherungsverwahrung für 40-Jährigen - Lebenslange Haft nach Mord an Vermieterin in Alt-Ruppin

Wegen Mordes hat das Landgericht Neuruppin am Dienstag einen 40-Jährigen zu lebenslanger Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann seine 61 Jahre alte Vermieterin aus sexueller Lust heraus erdrosselte.

Der Mann hatte demnach im August vergangenen Jahres in Alt-Ruppin (Ostprignitz-Ruppin) seine Vermieterin zunächst durch Faustschläge im Gesicht schwer verletzt, sie danach erdrosselt und anschließend die Leiche mit Gegenständen drapiert. Der Richter sprach von einem Arrangement mit einem Fetisch. Das Gericht sah das Mordmerkmal einer Tötung eines Menschen zur Befriedigung des Geschlechtstriebes erfüllt, erklärte eine Sprecherin nach der Urteilsverkündung.

Angehörige erwägen Klage gegen das Gericht

Der Mann hatte bereits vor der Tat 15 Jahre in Haft gesessen, unter anderem wegen Raubes und sexueller Nötigung. Er überfiel wiederholt ältere Frauen. Das Gericht hält ihn für gefährlich und hat deshalb die Sicherungsverwahrung angeordnet.

Die Wohnung der älteren Frau war dem Mann von seiner Bewährungshelferin vermittelt worden, erklärte der Anwalt des hinterbliebenen Sohnes. Das Tragische sei, dass die Justiz dem Verurteilten die Wohnung und eine Arbeitsstelle vermittelt habe, obwohl bekannt gewesen sei, dass die Getötete dem "Beuteschema" des Mannes entsprach. Man erwäge daher eine Amtshaftungsklage.

Verteidigung verlangte zwölf Jahre Haft

Die Verteidigung hatte in ihren Plädoyers zwölf Jahre Haft gefordert, da der Vorwurf der Vergewaltigung nicht bewiesen sei. Der Anwalt des Angeklagten hatte die Tat als schwere Körperverletzung und Totschlag gewertet.

Die Anklage ging davon aus, dass der der Mann die 61-Jährige zunächst vergewaltigt und dann ermordet hat. Sie forderte eine lebenslange Strafe mit anschließender Sicherungsverwahrung. Dem folgte das Gericht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

Das könnte Sie auch interessieren