Abriss der FH Potsdam. (Quelle: rbb/Teistler)
Video: Brandenburg aktuell | 07.05.2018 | Stephanie Teistler | Bild: rbb/Teistler

Abriss der Fachhochschule beginnt - Bagger reißt erste Löcher in die Potsdamer FH

Erst fehlte die Genehmigung für den Bagger, dann fehlten die Bauarbeiter - am Montag aber hat der Abriss der früheren Fachhochschule in Potsdam tatsächlich begonnen. Im Herbst soll der DDR-Bau verschwunden sein.

Nach Verzögerungen soll der Abriss der ehemaligen Fachhochschule in Potsdam nun am Montag beginnen. Ein Bagger soll das Gebäude Stockwerk für Stockwerk abtragen, beginnend bei der Bibliothek im Nordteil.

Der Bau war in den vergangenen Monaten entkernt worden, schadstoffbelastete Materialien wurden entfernt. Bis August soll nun der oberirdische Bau abgetragen sein, im Herbst dann das gesamte Gebäude. Pro-Potsdam-Geschäftsführer Bert Nicke sagt, die Bauarbeiter würden versuchen, die Staubbelastung für die Anwohner gering zu halten, indem die Abbruchstellen mit Wasser berieselt werden.

Die Abrissarbeiten sollten ursprünglich in der vergangenen Woche starten. Für den Bagger fehlte jedoch zunächst die Genehmigung. Am Freitag war er zwar schon vor Ort - allerdings gingen die Bauarbeiter früh ins Wochenende.

Das Gebäude - Skelettbau aus den 1970er Jahren - soll mit Abrissbaggern geschossweise abgetragen werden. Dabei müssen bis zum Herbst 30.000 Tonnen Schutt abtransportiert werden. Die entstehende Fläche soll dann für ein neues Viertel mit Wohn- und Geschäftshäusern genutzt werden.

Initiative wollte Bau retten

Gegen den Abriss gab es im Vorfeld Proteste: Damit würde ein weiteres Stück DDR-Geschichte aus der Stadt verschwinden. Neben dem ehemaligen Interhotel Mercure war die Fachhochschule eines der letzten verbliebenen Gebäude mit markanter DDR-Architektur in der historischen Stadtmitte.

Die Initiative "Stadtmitte für alle" hatte den Bau retten wollen und im vergangenen Jahr ein Kaufangebot über sechs Millionen Euro vorgelegt, das von der Stadt allerdings abgelehnt wurde. Die Initiative hatte vorgeschlagen, das Gebäude als "Haus der Stadtgesellschaft" zu nutzen, in dem Platz für Wohnungen, Vereine, Verbände und Wissenschaftsinstitute geschaffen werden sollte. Aus Sicht der Stadt passt das Gebäude aber nicht in das wiederaufgebaute, barock geprägte Umfeld mit Landtagsschloss und Museum Barberini.

Sendung: Inforadio, 03.05.2018, 10 Uhr

Kommentar

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7 Kommentare

  1. 7.

    Klar, deswegen auch der breite Protest gegen den Abriss des Mercure.
    Merke: Die Wahl einer Partei ist nicht gleichbedeutend mit dem Einverständnis sämtlicher Ziele derselben.

  2. 6.

    Es ist weder SED-Schrott noch ein verheiligter Bau der Nachkriegsmoderne.
    Es ist eher das systemübergreifende Nachkriegs-Missverständnis, eine Stadt im innersten Kern genau so zu bauen wie sie Äußeren aussieht. Das kann dem Kern nur Gewalt antun. Dieses "Gewalttätige" kommt jetzt weg.

    Der "Riss", der sich inmitten der Stadt auftut, verschwindet, völlig gleich, wer ihn da aus welchen Gründen hineingebracht hat: Ob aus autoverkehrlichen Gründen oder aus vordergründig politischen, auch städtebaulich das Neue Deutschland bauen zu wollen.

  3. 5.

    Die Potsdamer haben entschieden. Mehrmals. In dem sie bei Wahlen mit recht hoher Beteiligung denjenigen Parteien den Vorrang gaben, die für die Umgestaltung der historischen Mitte stehen und vglw. weniger denjenigen, die das Über- und Verkommene erhalten wollen.

    Meine getroffene Wahlentscheidung habe ich jedenfalls so begriffen.

  4. 4.

    ...nicht nur SED-Schrott. Der Bagger kann ja beim BER gleich weitermachen.

  5. 1.

    Solche Bilder wünsche ich mir irgendwann auch vom Hotel.

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