Der Abriss-Bagger vor der FH Potsdam. (Quelle: rbb)
Video: rbb aktuell | 04.05.2018 | Bild: rbb

Ex-Fachhochschule in Postdam - Der Abriss-Bagger steht, gebaggert wird erst am Montag

Der Abriss des alten Fachhochschulgebäudes in Postdam sollte eigentlich schon am Mittwoch losgehen. Aber für einen bestellten Bagger fehlte eine Genehmigung. Die liegt jetzt vor, der Bagger ist vor Ort. Doch los geht es trotzdem erst am Montag.

Der Abriss der ehemaligen Fachhochschule in der historischen Potsdamer Innenstadt verzögert sich weiter. Wie der rbb von der zuständigen Bauleitung erfuhr, ist der Bagger, für dessen Transport zuerst die Genehmigung fehlte, zwar inzwischen vor Ort. Doch weil die Bauarbeiter freitags nur bis 11 Uhr arbeiteten, lohne sich der Baubeginn für diesen Tag nicht mehr. Die Abrissarbeiten sollen demnach am Montag beginnen.  

Nach jahrelangen Protesten ist geplant, das Gebäude der ehemaligen Fachhochschule abzureißen. Mit dem Skelettbau aus den 1970er Jahren verschwindet ein weiteres Stück DDR-Geschichte in Potsdam. Das Gebäude soll mit Abrissbaggern geschossweise abgetragen werden. Dabei müssen bis zum Herbst 30.000 Tonnen Schutt abtransportiert werden.

Initiative wollte Bau retten

Die entstehende Fläche soll dann für ein neues Viertel mit Wohn- und Geschäftshäusern genutzt werden. Neben dem ehemaligen Interhotel Mercure war die Fachhochschule eines der letzten verbliebenen Gebäude mit markanter DDR-Architektur in der historischen Stadtmitte.

Die Initiative "Stadtmitte für alle" hatte den Bau retten wollen und im vergangenen Jahr ein Kaufangebot über sechs Millionen Euro vorgelegt, das von der Stadt allerdings abgelehnt wurde. Die Initiative hatte vorgeschlagen, das Gebäude als "Haus der Stadtgesellschaft" zu nutzen, in dem Platz für Wohnungen, Vereine, Verbände und Wissenschaftsinstitute geschaffen werden sollte. Aus Sicht der Stadt passt das Gebäude aber nicht in das wiederaufgebaute, barock geprägte Umfeld mit Landtagsschloss und Museum Barberini.

Die Baustelle der früheren Fachhochschule vor der Nikolaikirche in Potsdam (Quelle: dpa/Sören Stache)
| Bild: dpa

Sendung: Inforadio, 03.05.2018, 10 Uhr

Kommentar

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49 Kommentare

  1. 49.

    Ich kann Sie nur herzlich bitten, sich die Entwürfe anzuschauen und die Ihnen verliehene Phantasie walten zu lassen, wie sehr sich das Vorher und Nachher unterscheidet.

    "Radikal" ist nur die Idee, auf kleinteiligen Grundrissen zu bauen, statt auf großen und riesengroßen. Die Bauten an den Ecken werden historisch nachgebildet, dazwischen werden die Häuser auf den kleinteiligen Grundrissen angepasst, aber modern gebaut.

    Wenn Sie eine Anschauung brauchen: Fahren Sie nach Szczecin (/Stettin). Sogar mit dem Berlin-Brandenburg-Ticket kommen Sie günstig hin. Da ist neben der Hakenterrasse ein neues kleinteiliges Viertel mit neuen Bauten auf den vorherigen kleinteiligen Grundrissen gebaut worden. Kästen wie der neue Potsdamer Hauptbahnhof und das IHK-Gebäude aus der unmittelbaren Nachwendezeit und das Institut für Lehrerfortbildung, später FH, aus vorherigen DDR-Zeit ermüden da nur.

    Auch Stadtplaner können lernen und ich denke, mit Bernd Rubelt liegt Potsdam schon sehr richtig.

  2. 48.

    Gut zusammengefasst! Das ist auch meine Meinung hierzu. Ich kenne den Staudenhof auch nur von außen, habe aber mehrere Berichte gesehen bzw. gelesen. Die Menschen wohnen sehr gern dort, die Wohnungen sind eher klein, aber für Singles oder Pärchen absolut perfekt. Gerade Ältere sind mitten im Leben und werden nicht am Stadtrand "geparkt". Ich finde es skandalös, diese dort für das Vorspielen historischer Fassaden verdrängt werden, und zwar nicht von irgendwelchen gemeinen Heuschrecken sondern von der Stadt selbst. Die alte FH hätte man als Künstlerzentrum nutzen können, die Künstler müssen eh aus dem Rechenzentrum in spätestens fünf Jahren raus sein und einen Ersatz hat Potsdam noch nicht. Für die Künstler träumt die Stadt von einem privaten Gönner.

  3. 47.

    @ 45: Ich kenne zu wenige Details von der FH Potsdam und auch vom Staudenhof. Insgesamt scheint aber bei vielen Menschen und dementsprechend in vielen Parteien noch immer die m.E. absurde Idee vorzuherrschen, dass mit radikalen Kahlschlägen alles nur besser werden kann. Früher hat man dabei komplett auf neue Formen gesetzt, heute macht man ebenso radikale Rückgriffe auf Historisches. Beides halte ich bei brachialer Anwendung für meist kontraproduktiv. Erstmal ökologisch: Auch wenn wir ihn noch immer billig aus anderen Ländern holen, ist Bausand mittlerweile ein knapper Rohstoff geworden. Aber eben auch städtebaulich und sozialpolitisch: Abriss und großflächiger Neubau führt fast immer zu einer Entmischung bestehender Strukturen und zur Schaffung von Reichen- und Armenghettos sowie oeden Geschäftsvierteln.

  4. 46.

    Hallo Frank, lassen Sie gut sein! Dass ich gar kein "Genosse" war, ist ja irrelevant, der Kommentator braucht halt diesen Kunstgriff, um einen Zusammenhang zwischen Gegnern eines sinnlosen oder wenigsten kritikwürdigen Abrisses von Gebäuden und meiner Kritik daran herzustellen.
    Ich hänge nicht persönlich an diesen Gebäuden, aber man fragt sich doch, warum die Stadt ein renovierbares Wohnhaus (Staudenhof) niedermachen lässt, um dort dann ein neues Wohngebäude zu errichten, bei dem die zu erwartende Miete so hoch sein wird, dass Menschen, die sich das Wohnen dort bisher leisten konnten, dies in Zukunft nicht mehr können. Da ereifert sich unsere Politik über Gentrifizierung und in Potsdam wird genau das politisch angestrebt. Ist das etwa noch SPD-Politik?

  5. 45.

    Dass SIe das ausgerechnet an mich schreiben, ist nun die Retourkutsche dafür, dass ich Ihre mangelhafte Moderation kritisiert habe? Aber lassen Sie ruhig die Kutschen rollen; es passt ja zum Geschmack der von Ihnen protegierten Pöbler.

  6. 44.

    Und jetzt bitte Schluss mit der Meta-Debatte darüber, wer hier wie gut diskutiert - und wieder zum eigentlichen Thema zurück!

  7. 43.

    @ 39: Und warum werfen Sie mit genau dieser Erkenntnis dann dem Kommentator Steffen vor, Genosse derer zu sein, die 1961 die Mauer gebaut haben? Das ist erstens zusammengedichtet und zweitens verdammt auf damals bezogen, oder?
    - Aber umso schoener, dass wir uns einig sind, Herr Petzinna: Andere Beiträge richtig lesen und nichts zusammendichten! Ich bin gespannt auf Ihre kommenden sachlichen Kommetare ohne Bezug auf Damals ((aber vorher zum Abschluss der Vergangenheit noch auf ihre Antwort auf #35...))

  8. 42.

    Frank, ich habe herzlichst gelacht! Danke für das Kopfkino, dass da gerade bei mir abläuft... :-D

  9. 40.

    Ausbeutung? Charly, sowas gab es unter den Hohenzollern nicht!!! Im Kurfüstentum Brandenburg und Königreich Preußen haben sämtliche Brandenburger sorgenfrei in kleinen Sanssoucis-Schlösschen gelebt. Die sind dann aber in der DDR vergammelt oder gesprengt worden. Und aus den Trümmern wurde das Interhotel Potsdam gebaut.

  10. 39.

    Bitte richtig lesen die Kritiken und nicht irgendwas zusammendichten. Wer damals was war ist i.d.S. unrelevant.

  11. 38.

    Nun fehlt nur noch ein neuer Markgraf, der mit den Kirchenfürsten die Bevölkerung wie früher richtig ausbeutet.

  12. 37.

    Was hier offenbar zuallererst abgerissen werden muss, ist die Mauer in manchen Köpfen: Ich habe als West-Berliner im Rahmen meiner Möglichkeiten als damaliger Jugendlicher bereits kurz vor dem Mauerfall die DDR-Opposition durch Mitorganisation von Sachspenden unterstützt. Ich war nie Mitglied der SEW, der SED, der PDS oder der Linken. Dennoch erlaube auch ich mir, nicht alle Bauten, die in der DDR errichtet wurden, als Symbole eines Unrechtsstaates zu verachten.
    Hr Petzinna unterstellt Steffen doch tatsächlich, ein Genosse derer zu sein, die 1961 den Mauerbau veranlasst haben, obwohl er bereits mehrfach gesagt hat, keine Sympathien für das DDR-Regime zu haben.
    - Wie beleidigend darf man hier eigentlich noch werden, bevor die Moderation ihre selbst gesetzten Aufgaben wahrnimmt? Offenbar ist der Rahmen der Netiquette bei rbb online ziemlich verzogen.

  13. 36.

    Manche wollen es halt nicht einsehen, dass ihre Zeit vorbei ist. Freuen wir uns lieber über die wieder entstandenen wilhelminischen Puppenstuben bundesweit und über die beseitigten gefühlskalten Betonklötze eines Unrechtregimes. Gut dass man unter Stolpe, damals in Potsdam, schnell bei den Umbenennungen der kommunistischen Strassennamen war.

  14. 35.


    > Kritiker wurden bekanntlicher weise damals "umgesiedelt".
    Sie waren offensichtlich damals (TM) kein "Kritiker" der DDR-Grenzsicherungsmaßnahmen, oder?

  15. 34.

    Sie erliegen schlicht dem Irrtum, dass es nur "altgediente Genossen" wären, die sich gegen einen rücksichtslosen Umbau ihrer Stadt aussprechen. Meinungsumfragen und auch der (erstaunlicherweise nicht anerkannte) Bürgerentscheid über die Gestaltung des Raumes rund um den neuen Landtag sprechen eine andere Sprache. Letztlich scheint es mir, hier wird nicht viel anders verfahren als damals unter den Kommunisten. Das Gezerre um die Deutungshoheit bezüglich der Umgestaltung spaltet die Stadt, anstatt sie zu einen. Die Potsdamer wollen eine Stadt zum Leben, keine wilhelminische Puppenstube. Am späteren Abend ist Potsdam jetzt schon wie der Spandauer Friedhof: Halb so groß aber doppelt so tot.
    Kleiner Tipp: Betrachten Sie mal den "Bürgerhaushalt", da sehen Sie, wo die Prioritäten der Potsdamer liegen. Das sind definitiv andere, als die der Rathausspitze.

  16. 33.

    Hohen Neuendorf haben bereits ihre oberen Genossen zum Zwecke der Grenzsicherung 1961 halb weggebaggert, inclusive der Naturgebiete. Kritiker wurden bekanntlicher weise damals "umgesiedelt". Anders als jetzt in Potsdam. Gelle? Komisch eigentlich, dass sich nur die alten Parteigenossen so vehement für jede DDR Platte einsetzen. Das wurde spätestens beim Abriss von Erichs Protzpalast erkennbar. Da aber nun lange genug um die Schandflecken in Potsdams Mitte diskutiert wurde, was im Vergleich zum untergegangenen Unrechtsstaates doch erstaunlich ist, kann man jetzt wohl kaum behaupten, nur weil einem nicht nicht passt, "als über die Köpfe hinweg durchgesetzt", versuchen wegzureden.

  17. 32.

    Was für ein Forum-Hotel? Schon mal in Potsdam gewesen? Geht es noch? Wie wäre es, wenn wir einfach mal den Schrott-Funkturm abreißen? Stört auch die schöne Aussicht.

  18. 31.

    Häh? Was haben Sie denn eingenommen? Nehmen Sie weniger davon!
    DDR-verliebt bin ich ganz bestimmt nicht. Ich kann allerdings fremde Meinungen akzeptieren, was nicht heißt, dass ich sie teile. Ihre persönliche Auffassung, dass das Mercure-Hotel stören würde, teile ich jedenfalls nicht. Und mir scheint, dass ich damit nicht alleine bin. Gerade unter den Potsdamern scheinen sich viele eben nicht an diesem Bauensemble zu stören. Wohl gibt es aber viele Zugezogene und Auswärtige, die dies anders sehen. Dürfen Sie auch. Im Zweifel heißt das aber Akzeptieren oder zuhause bleiben. Was den Potsdamern aber einfach auf den Keks geht, ist, wenn über ihre Köpfe hinweg über sie uns ihre Stadt entschieden wird und dies eben nicht zum Vorteil der meisten Einheimischen gereicht. Und das ist nun mal mehr als verständlich!
    Ich unterbreite auch nicht den Vorschlag, Hohen Neuendorf für ein neues Amazon-Lager weg zu baggern.

  19. 30.

    Ich wollt nur sagen, jetzt muss nur noch das ehemalige Forum-Hotel abgerissen werden und dann ist alles wieder gut.

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