Archiv: Stadtwerke-Fest 2016 im Lustgarten Potsdam (Quelle: imago/Philip Schilf)
Video: Brandenburg aktuell | 11.05.2018 | Mark Albrecht | Bild: imago/Philip Schilf

Neues Sicherheitskonzept für Potsdamer Stadtwerke-Fest - "Wir wollen eine Obergrenze von 30.000 Besuchern"

Erstmals in der achtzehnjährigen Geschichte des Potsdamer Stadtwerke-Festes wird das Gelände in diesem Jahr ringsherum eingezäunt. Das sagte Horst Müller-Zinsius, Geschäftsführer der Stadtwerke Potsdam am Freitag. Es werde vier kontrollierte Zugänge geben, die mit Gittern befestigt sind. "Man kann jederzeit kontrollieren, wie viele Menschen auf dem Platz sind", so Müller-Zinsius. "Eine Obergrenze von maximal 30.000 Menschen soll nicht überschritten werden." Die Open-Air-Party soll vom 6. bis zum 8. Juli stattfinden.  

Kleine Taschen und Betonpoller für mehr Sicherheit

Besucher dürfen keine Rucksäcke oder große Taschen mitbringen. "Wir bitten, dass die Taschen nicht größer als DIN A4 sein sollten", so Müller-Zinsius. Security-Mitarbeiter werden jedoch auch kleinere Taschen stichprobenartig kontrollieren. Rund um das Gelände werden Betonpoller aufgestellt. Zudem sollen schwere Fahrzeuge außerhalb des Festgeländes abgestellt werden, damit niemand etwa mit einem Lastwagen auf den Platz fahren kann. Autos und Lieferwagen, die zur Veranstaltung gehören, dürfen nur durch einen eigens eingerichteten und gesicherten Zugang auf den Platz gefahren werden.

"Die allgemeine Sicherheitslage erfordert das heutzutage", so Müller-Zinsius. Die Behörden hätten dieses Konzept zur Auflage gemacht: "Man kann keine Veranstaltung mehr völlig ohne Zugangskontrolle oder ein Mindestmaß an Schutz durchführen."

Oberbürgermeister wirbt um Verständnis

Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) räumte ein, dass sich der Charakter des Festes verändern werde. Er könne auch nicht ausschließen, dass der ein oder andere nunmehr zu Hause bleibe. "Dann wird er das so tun müssen", sagte Jakobs."Ich denke aber, dass es die allermeisten Leute mit Wohlwollen betrachten. Es ist unsere Pflicht, für Sicherheit zu sorgen." Potsdam sei nicht weniger gefährdet als eine Großstadt: "Wir haben es ja auch beim Weihnachtsmarkt erleben müssen, dass man vor nichts sicher sein kann", so Jakobs.

Am 1. Dezember vergangenen Jahres musste die Polizei in Potsdam den Weihnachtsmarkt evakuieren, da in der nahen Apotheke ein verdächtiges Paket abgegeben worden war. Wie sich herausstellte, enthielt es eine zündfähige Bombe. Die Polizei vermutet hinter der Tat eine oder mehrere Personen, die den Paketdienstleister DHL erpressen wollten. Der oder die Täter sind noch nicht gefasst.

Hohe Kosten für Potsdamer Stadtwerke

Die Kosten für das Sicherheitskonzept für das Fest im Juli würden voraussichtlich 120.000 Euro betragen und von den Stadtwerken bezahlt werden, erklärte Müller-Zinsius. Die Kosten seien bedeutend höher als im Vorjahr. Insgesamt gibt es dafür ein Budget in Höhe von rund einer Million Euro.

Zu dem Fest in der Potsdamer Innenstadt werden prominente Musiker erwartet, unter anderem Anastacia, Max Giesinger und Gregor Meyle erwartet. Der Eintritt ist frei. In den vergangenen Jahren zog das Fest stets mehrere zehntausend Besucher an.

Sendung: rbb Aktuell, 11.05.2018, 17.00 Uhr

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    "Erstmals, eingezäunt, allgemeine Sicherheitslage, kontrollierte Zugänge, Gitter, Obergrenze, Security, Taschenkontrolle, Betonpoller, LKW, Charakter des Festes verändert sich." Nur die Ursache für all das zu benennen, den Elefanten im Raum sozusagen, wird peinlichst vermieden. Doch immerhin hat der SPD-Mann einen Trost für all jene, denen dieses Neue Deutschland nicht gefällt: "Er könne auch nicht ausschließen, dass der ein oder andere nunmehr zu Hause bleibe. Dann wird er das so tun müssen." Der Brüller dann aus dem Munde des Politikers: " Es ist unsere Pflicht, für Sicherheit zu sorgen." Ob man das nicht besser schon an der Grenze getan hätte?

  2. 3.

    Wie soll die Obergrenze eingehalten werden? Ganz nach dem Motto: Eene meene muh und raus bist du?

  3. 2.

    Kontrollierte Zugänge, kleine Taschen, Betonpoller, schwere Fahrzeuge ... Mal sehen, was passiert wenn die erste Drohne kriminell zum Einsatz kommt ... Werden wir uns dann vor Sicherheit besch....? Wo wird das hinführen? Werden wir dann auf Kosten unserer Freiheit weiterhin von Toleranz reden?

  4. 1.

    "Potsdam sei nicht weniger gefährdet als eine Großstadt: ..."

    Da bin ich irritiert.
    Nach meinem Wissen ist alles oberhalb von 100.000 Einwohnern Großstadt, mithin also auch Potsdam.

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