Die Aussichtsplattform am Teufelsberg mit Radomen und Kuppel der ehemaligen Abhörstation. (Quelle: imago)
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Video: rbb|24 | 06.05.2018 | Bild: imago

Sicherheitsbedenken - Bezirk schließt Aussichtsplattform auf dem Teufelsberg

Die markanten weißen Bälle sind schon von Weitem zu sehen: Die ehemalige US-Abhörstation auf dem Berliner Teufelsberg lockt Touristen wie Berliner. Doch vorerst dürfen Besucher die Aussichtsplattform nicht mehr betreten - aus Sicherheitsgründen.

Trümmerberg nach dem Zweiten Weltkrieg, ehemalige NSA-Abhörstation im Kalten Krieg und einst sogar Skigebiet: Der Teufelsberg in Berlin-Charlottenburg besitzt eine reichhaltige Geschichte. Seit die US-amerikanische Nachrichtendienste keine Verwendung für die Anlage mehr haben, tummelten sich hier vor allem Touristen auf der Suche nach verlassenen Berliner Orten, Sprayer und Hauptstädter, die wegen der schönen Aussicht kamen. Vorerst bleibt der Zugang zu der Ruine jedoch gesperrt.

Wie die Betreiber auf ihrer Homepage mitteilen, machen "behördliche Vorgaben" das Betreten der Aussichtsplattform momentan unmöglich. Wie lange die Sperrung des Areals andauere, wird dort nicht genannt. Zwar würden weiterhin Führungen angeboten und bereits erworbene Tickets behielten ihre Gültigkeit, allerdings wurden die Öffnungszeiten geändert. Montags und dienstags bleibt die Anlage demnach für die Öffentlichkeit geschlossen.

Gutachten: Brandschutz und Standsicherheit nicht gegeben

Wie die "B.Z." in ihrer Samstagsausgabe berichtet, habe der zuständige Baustadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf, Oliver Schruoffeneger (Grüne), die Anordnung zur Schließung gegeben. In einem Gutachten waren Mängel kritisiert worden. Sowohl eine nötige Standsicherheit als auch der Brandschutz auf der Plattform seien demnach nicht mehr gegeben.

Das Gutachten habe einer der Eigentümer des Grundstücks erstellen lassen. Wie die Zeitung weiter schreibt, seien die insgesamt vier Eigentümer unterschiedlicher Ansicht darüber, wie es auf dem Teufelsberg künftig weitergehen soll.

Koalitionsvertrag: Teufelsberg für alle zugänglich

Seit der Wende gab es bereits verschiedene Ideen für die Nutzung des Teufelsbergs. Die einen verlangen die Renaturierung der Anlage, andere Denkmalschutz für die Gebäude. Veteranenvereine fordern die Errichtung eines Denkmals.

Aktuell sind dort verschiedene Künstler tätig, es werden Ausstellungen gezeigt und historische Führungen über das Gelände angeboten. Zuletzt veranstaltete der ehemalige Berliner Radprofi Jens Voigt rund um den Teufelsberg ein Benefizrennen.

Im Koalitionsvertrag der rot-rot-grünen Landesregierung haben die Parteien festgelegt, den Teufelsberg als "Erinnerungs- und Naturort" für die Öffentlichkeit offen zugänglich zu halten.

Das Stahlskelett des Abhör- und Spionagepostens auf dem Teufelsberg (Quelle: imago)imago

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1 Kommentar

  1. 1.

    In Ausnahmefällen können sogar Grüne vernünftig sein.
    Was eine Weiternutzung betrifft, wäre ich übrigens sehr für eine Renaturierung (falls dieser Begriff bei einem Trümmerberg überhaupt angemessen ist):
    Der Natur weitestgehend überlassene Ausflugsziele (besonders in ungewöhnlicher Höhe oder Tiefe) kann es in einer Großstadt nicht genug geben. Ein Gedenkstein o. Ä. tut es auch. Tod und Unglück wurde in dieser Stadt schon genug gewidmet.


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