Hohe Waldbrandgefahr in Berlin und Brandenburg (Quelle: dpa/Ralf Hirschberger)
Audio: Antenne Brandenburg | 25.05.2018 | Rene Blisse, Leitstelle Brandenburg | Bild: dpa/Ralf Hirschberger

Hohe Waldbrand-Gefahr - Schon der kleinste Funke genügt

Was Sonnenanbeter freut, versetzt Feuerwehrleute in erhöhte Alarmbereitschaft: Durch die länger anhaltende Trockenheit und das heiße Wetter ist die Waldbrand-Gefahr in Berlin und Brandenburg vielerorts extrem hoch.

Für sechs von 14 Regionen Brandenburgs gilt wegen des anhaltend sommerlichen Wetters die höchste Waldbrand-Gefahrenstufe [brandenburg.de]. Laut Landesumweltministerium ist in den Kreisen Barnim, Havelland, Märkisch-Oderland, Oder-Spree (inklusive der Stadt Frankfurt), Ostprignitz-Ruppin sowie in der Prignitz Stufe 5 in Kraft. In fast allen anderen Kreisen gilt Stufe 4. Lediglich in der Uckermark liegt die Warnbrandgefahrenstufe nur auf Stufe 3 – mittlere Gefahr.

Auch Berlin wies bereits zu Wochenbeginn auf die sehr hohe Waldbrandgefahr in den städtischen Wäldern hin. Das ändere sich, so eine Pressemitteilung vom Dienstag, auch durch etwaige vereinzelte Regenschauer nicht. Hingewiesen wurde auch auf das bestehende strikte Rauch- und Grillverbot in den Berliner Wäldern. Immer wieder seien aber von Menschen  - genau wie in Brandenburg - achtlos aus dem Autofenster geworfene Zigarettenkippen aber in der Vergangenheit Ursache von Waldbränden gewesen.

Das Feuer kann immer wieder aufflackern

In Beelitz im Kreis Potsdam-Mittelmark gab es erst am Freitagvormittag einen großen Waldbrand. Laut Feuerwehr standen insgesamt 1,2 Hektar in Flammen. Inzwischen ist der Brand gelöscht. Ein kleineres Stück Wald stand an diesem Tag auch in Jethe in der Nähe von Forst (Spree-Neiße) in Flammen und musste gelöscht werden. Bereits am Donnerstag brannten Waldflächen bei Großkoschen (Oberspreewald-Lausitz) und Sonnewalde (Elbe-Elster). An der A 12 bei Fürstenwalde war die Feuerwehr wegen eines brennenden Seitenstreifens im Einsatz.

Das Umweltministerium in Potsdam mahnte, alles zu unterlassen, was zu einem Feuer in Wald und Feld führen könnte. Schon der kleinste Funke könne eine Katastrophe auslösen. Besonders tückisch ist, dass sich das Feuer in den trockenen Boden frisst und dadurch immer wieder aufflackern kann.

Es drohen Geldstrafen von bis zu 20.000 Euro

Das Land Brandenburg besteht zu einem Drittel aus Waldfläche. Die vielen Kiefern, aus denen die Wälder meist bestehen, sind besonders leicht entzündbar, weil sie über einen hohen Harzanteil verfügen.Nirgendwo sonst in Deutschland brennt es häufiger als im trockenen Brandenburg - 250 Feuer registrieren die Waldbrandzentralen im Schnitt pro Jahr. In den allermeisten Fällen trägt ein Mensch die Schuld daran. Der Brandschutz-Beauftragte des Landes, Engel, rief die Bevölkerung auf, bei Waldbränden sofort die Feuerwehr zu alarmieren.

Bei erhöhter Brandgefahr werden die Wälder der Mark mit mehr als 100 Kameras überwacht. Mit diesen werden die Waldgebiete über den Baumkronen beobachtet; jede Rauchentwicklung wird gemeldet. Im Brandfall wird sofort die zuständige Feuerwehr-Leitstelle alarmiert.

Im Wald ist Rauchen streng verboten, ebenso offene Feuer am Waldrand. Verstöße werden mit Geldstrafen von bis zu 20.000 Euro geahndet.

Sendung: Antenne Brandenburg, 25.05.2018, 11:30 Uhr

Kommentar

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1 Kommentar

  1. 1.

    Es wäre sehr sinnvoll ebenfalls darauf hinzuweisen, daß bei dieser Trockenheit auch außerhalb von Wäldern erhöhte Brandgefahr besteht. Und deshalb auf Feuer in Gärten, Parks, auf Wiesen sowie das Abbrennen von Raketen und anderen Feuerwerkskörpern verzichtet werden sollte. Es sind genug Unvernünftige unterwegs, die diese Gefahr nicht sehen.

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