Einsatz eines SEK / Symbolbild (Quelle: imago/Olaf Wagner)
Video: Abendschau | 19.06.2018 | Vanessa Kockegei | Bild: imago/Olaf Wagner

SEK-Einsatz in Berlin-Friedrichshain - Mann nach Balkon-Schuss auf Mädchen wieder entlassen

In Berlin-Friedrichshain ist ein siebenjähriges Mädchen auf offener Straße angeschossen und leicht verletzt worden.

Nach Angaben der Polizei hatte ein 34-Jähriger am Montag von seinem Balkon in der Straße der Pariser Kommune aus mit einer Luftdruckwaffe um sich geschossen. Bisher sei unklar, ob der Schütze auf das Mädchen gezielt habe, oder ob es sich um einen unglücklichen Zufall gehandelt habe, sagte eine Polizeisprecherin.

SEK stürmte die Wohnung

Gegen 18 Uhr hatte ein Zeuge die Polizei alarmiert. Als der Schütze die Tür zu seiner Wohnung nicht öffnete, rückt das Spezialeinsatzkommando (SEK) an. Die Polizisten warfen eine Blendgranate, kletterten über Leitern auf den Balkon, stürmten die Wohnung und überwältigten den Mieter. "Anhand seines Verhaltens, das teilweise aggressiv und nicht einschätzbar war, haben die Kollegen sich dazu entschlossen, ihn in eine Klinik zu bringen", sagte die Polizeisprecherin dem rbb.

Dort wurde der Mann psychologisch untersucht - ein Arzt schickte ihn danach wieder nach Hause, berichtete die "Berliner Zeitung" am späten Dienstagabend. Noch nicht klar, ob er einem Haftrichter wegen gefährlicher Körperverletzung vorgeführt werden wird. Das Mädchen erlitt eine Prellung.

Mutmaßlicher Täter soll bereits mehrfach aufgefallen sein

Nähere Hintergründe der Tat hat die Polizei noch nicht bekanntgegeben. Im heruntergekommenen Wohnblock des mutmaßlichen Täters und des Opfers leben zu etwa 80 Prozent Sinti und Roma, unter prekären Bedingungen. Nachbarn zufolge soll der 34-Jährige bereits mehrmals ausgerastet sein und herumgeschrien haben, weil Kinder im Hof spielten und dabei Lärm machten.

Drei Jahre zuvor wurde schon einmal ein Kind aus demselben, fünfgeschossigen Plattenbau heraus angeschossen und schwer verletzt - von einem anderen Täter. Der Schütze damals, der 49-jährige Darius B., wurde zu einer Haftstrafe von vier Jahren und sieben Monaten verurteilt. Ob ein Zusammenhang zwischen beiden Fällen besteht, ist aber völlig unklar.

Sendung: Abendschau, 19.06.2018, 19:30 Uhr

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Ich sage nur: Ihr Kommentar wurde 08:37 morgens geschrieben, bevor jeder normale andere Menschen diese Seite öffnet. Ansonsten ist es nicht entscheidend was die Waffe tatsächlich an Schaden anrichtet, sondern was der Täter sich dabei vorstellt, wenn er die Waffe benutzt. Von daher kann ich nicht wirklich nachvollziehen, warum dieser Mann auf freiem Fuss ist.

  2. 1.

    Wo bleiben diese dauerpräsenten Wutbürger, die ständig über jeden Ausländer schimpfen. Immerhin hat hier ein Mann geschossen. Auf Kinder. Auch so: da hat ein Deutscher auf Kinder erschossen ... ist ja nicht so schlimm (Zynismus).

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