Polizisten kontrollieren auf dem Stadtfest in Cottbus eine Person (Quelle:rbb)
Video: rbb UM6 | 17.06.2018 | Bild: rbb

Schlägereien beim Stadtfest - 16 Festnahmen bei neuen Auseinandersetzungen in Cottbus

Beim Stadtfest in Cottbus ist es in der Nacht zu Sonntag erneut zu Zusammenstößen zwischen Deutschen und Asylbewerbern gekommen. Mehrere Menschen wurden verletzt. Auch in Frankfurt (Oder) und Brandenburg/Havel gab es Gewaltvorfälle.

In Cottbus hat es in der Nacht zu Sonntag erneut gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Ausländern gegeben.

Wie die Polizei mitteilte, gab es auf dem Stadtfest Schlägereien auf dem Stadthallenvorplatz, an der Mauerstraße und an der Oberkirche. Mehrere Menschen seien dabei verletzt worden. Die Polizei nahm 16 mutmaßliche Beteiligte fest.

Flaschenwürfe und Reizgas

Wie Polizeisprecher Mike Kettlitz rbb|24 sagte, verlief das Fest bis Mitternacht zunächst den Umständen entsprechend ruhig. Gegen 0.30 Uhr sei es dann zu zwei größeren Auseinandersetzungen zwischen deutschen und syrischen Männern gekommen. Derzeit werde ermittelt, was die Auslöser gewesen und wer tatverdächtig sei. Die 16 Festgenommenen würden voraussichtlich im Laufe des Sonntag freigelassen. Für sie alle sei aber bereits ein Aufenthaltsverbot für das Festgelände bis Montagfrüh verhängt worden.

Bei Attacken wurden unter anderem zwei Männer durch eine Glasflaschen im Gesicht verletzt, zwei weitere hätten Schürfwunden erlitten, sagte Kettlitz. Am Oberkirchplatz hätten außerdem zwei Frauen gemeldet, dass ihnen Reizgas ins Gesicht gesprüht worden sei - der oder die Täter sind bislang unbekannt.

"Starke Polizeipräsenz"

Polizeisprecher Kettlitz betonte, dass es bei einem Stadtfest - vor allem durch den Alkoholkonsum - immer zu Gewaltvorfällen kommen könne. Vor dem Hintergrund der jüngsten Ausschreitungen in Cottbus habe die Polizei in diesem Jahr aber "starke Präsenz" gezeigt, mit Fußstreifen und Personenkontrollen. Genaue Zahlen zu den einsetzten Beamte nannte Kettlitz nicht.

Weil es in Cottbus schon mehrfach Zusammenstöße zwischen Einheimischen und Flüchtlingen gegeben hat, hatte die Stadt für das Festgelände von Anfang an ein Waffenverbot verhängt. Außerdem hatten nach Angaben von Polizeisprecher Kettlitz 30 Personen, die in der vergangenen Woche in Auseinandersetzungen verwickelt waren, ein Aufenthaltsverbot für das Areal des Stadtfestes bekommen.

Einsätze auch in Brandenburg und Frankfurt

Gewaltvorfälle gab es am Wochenende zudem in Brandenburg an der Havel und Frankfurt (Oder). In der Stadt Brandenburg sollen mehrere Deutsche Naziparolen gerufen und Afrikaner fremdenfeindlich beschimpft haben, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Als sich die Ausländer in ein Haus zurückgezogen hätten, seien Flaschen geworfen worden, wodurch ein Fenster zu Bruch ging. Die alarmierte Polizei konnte zwei Tatverdächtige ermitteln.

In Frankfurt (Oder) wurde ein 32-Jähriger Frankfurter laut Polizei von einer Gruppe Asylbewerbern angeriffen. Ein 18-Jähriger habe ihm zunächst mit der Faust ins Gesicht geschlagen und habe dann gemeinsam mit anderen auf den am Boden Liegenden eintreten. Erst beim Eintreffen von Polizisten sollen sie die Attacke beendet haben.

Nach Angaben der Polizei wurden die Beamten bei der Identifizierung der Tatverdächtigen zudem von rund 50 Personen bedrängt und verbal attackiert. "Als eine Person versuchte, die Polizeibeamten anzugreifen, setzen die Einsatzkräfte mehrfach Pfefferspray ein", teilte die Polizei mit. Bei 19 Personen seien Personalien aufgenommen und zwölf Platzverweise erteilt worden. Der 18-Jährige wurde vorläufig festgenommen.

Kommentarfunktion am Dienstag, 19.06.2018, um 11.10 Uhr geschlossen

27 Kommentare

  1. 26.

    Weder das eine, noch das andere. Aber der Applaus der Claqueure ist ihr (?) sicher...

  2. 25.

    man könnte es doch auch so machen wie bei "Tribute von Panem"...das wäre mein persönlicher Favorit...die Tribute sollte man dann aus den einschlägig vorbestraften (Intensivtätern) auswählen, und dem Sieger sollte man eine lebenslange Sofortrente in Höhe der bisherigen Sozialhilfe sowie eine Amnestie gewähren...

  3. 23.

    Wer zwingt sie denn meinen Beiträgen zu folgen?

    Und zum Wortschatz...ach lassen wir das...

  4. 22.

    Zuviel Testosteron, eindeutig. In einen großen Käfig rein und dann lasst die Spiele beginnen. Fertig.
    dann erledigen sich die Dummköpfe ohne unbeteiligte Menschen in Mitleid schaft zu ziehen nur gegenseitig. Oberste Prämisse: keine Waffen und wer am Boden liegt ist raus.
    Und die Behandlungskosten zahlen sie selbst.

  5. 20.

    Wie andere hier bereits schrieben, sollte man nicht allzu schnell urteilen. Ich kann mir vorstellen, dass diese Schlägereien durchaus von beiden Seiten ausgingen, denn Idioten gibt's leider überall (das ist nun wirklich kein Merkmal der Herkunft oder des Glaubens), aber generell zu pauschalisieren, hilft hier niemanden weiter. Tagsüber war das Stadtfest recht friedlich, schade, dass da einige meinten, nachts wieder mal Stunk zu verbreiten. Und egal, ob da Alkohol im Spiel war - jeder normaldenkende, halbwegs erwachsene Mensch weiß um die sinkende Hemmschwelle aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums.
    Übrigens habe ich mich während des Stadtfestes in keiner Weise eingeschränkt oder unsicher gefühlt. :)

  6. 19.

    Warum ist der »Gutmensch« eigentlich ein Schimpfwort? Zu Zeiten Goethes, als noch Maximen Mode waren wie »Edel sei der Mensch, hilfreich und gut«, hätte man das Wort als Tautologie empfunden. 
    Goethe sagte auch, dass ein mittelmäßig bis hoch Gebildeter einen Wortschatz von 2.000 bis 4.000 Wörter beherrscht.
    Bei Ihnen hören, liest man nur Nazi, Rechtsradikale, Geschichtsrevisionist, brausen Sumpf und neuerdings Ku-Klux-Klan.
    Sie sollten versuchen, Ihren Wortschatz etwas zu erweitern. Ansonsten wird es langweilig und lächerlich, Ihren Beiträgen zu folgen.

  7. 18.

    Der Polizei mache ich kein Vorwurf, sie ist selbst ein Opfer der Zustände in diesem Land. Erkundigen sie sich doch einmal über die Anzahl der der Einstellungen von Strafverfahren durch die Justiz, mal abgesehen davon das die meisten Strafen fr Gewalttäter ein Witz sind. Dies könnte theoretisch aber eigentlich auch den letzten Gutgläubigen hierzulande bekannt sein.
    Und über Objektivität der meisten Medien werden ich mich hier nicht weiter äußern! Wie dies zu sehen ist dürfte mittlerweile ebenso bekannt sein!

  8. 17.

    Viele der Kommentatoren waren auf Grund der räumlichen Ferne nicht auf dem Stadtfest, ich hatte aber das Glück, dabei zu sein. So wie viele tausend andere auch. Die erhöhte Polizeipräsenz habe ich als sehr angenehm empfunden. Sie sollte bei so einem Anlass eigentlich der Normalfall sein und nicht eine Reaktion auf Zusammenstöße. Da die Polizei ja nicht überall sein kann, sind solche Vorfälle nie auszuschließen. Für Häme, oberflächliche Kommentare, Schuldzuweisungen und das weitere dumme Geschwätz sind sie jedenfalls ungeeignet. Ich finde es jedenfalls gut, dass sich im Rathaus und in der Öffentlichkeit niemand mit diesen Vorfällen abfinden will und konsequente, aber ruhige und nicht mit Hass aufgeladene Gegenmaßnahmen getroffen werden.

  9. 16.

    Bei jedem Baumblütenfest oder Dorffest würde man sich über "nur" 16 "Suffköppe" freuen.

    Wenn ich mich an Rummel oder Dorffeste dieser Art wie in CB erinnere ging es da wesentlich schlimmer ab, inkl. Polizei- und Feuerwehreinsatz. Da können die Zugewanderten tatsächlich noch "lernen". Selbst auch "Familienfesten" wie das Deutsch-Amerikanische oder Französisches Volksfest konnte man abends nicht mit Kindern hingehen.

    Bestimmte Kreise haben aber ein Interesse daran alles erdenkliche zu unternehmen um ALLE Zugewanderten zu diskreditieren und selbstverständlich auch die, die darauf hinweisen. Da wird gerne mal Nazisprech wie "Gutmensch" in allen Varitionen benutzt.

  10. 15.

    Mit solche Unterstellungen sollte man vorsichtig sein. Vielleicht steht ja mal die Polizei vor Ihrer Tür.
    Vielleicht aber waren Teile der Polizei auf dem Weg nach Frankfurt/Oder, um die dortigen Kollegen bei der Durchsetzung des Asylrecht zu unterstützen und eine reibungslose Abschiebung durchzusetzen.
    Vielleicht erlangen die Cottbusser Polizisten Erkenntnisse, die sie auch in Cottbus anwenden können, um eine reibungslose Abschiebung renitenter und abgelehnter Asylbewerber zu gestalten.
    Vielleicht begegnet man so den fast täglichen Übergriffen.

  11. 14.

    Gerade was den Alkohol betrifft nehmen es nach meinen Beobachtungen einige Zugewanderte mit dem Koran nicht allzu genau. Zumindest in dem Punkt scheint der Eine oder Andere durchaus integrationswillig zu sein.

  12. 13.

    Mit den Prioritäten muß ich ihnen recht geben, eventuell deswegen greift man bei KKK und Naziaufmärschen nicht ein, es könnten ja die eigenen Nachbarn darunter sein.

  13. 12.

    In einem, in dem aufgrund von Tatsachen, und nicht von Vermutungen verurteilt wird.

  14. 11.

    So, dann jetzt mal bitte die persönlichen Streitereien einstellen. Weitere Kommentare, die sich nicht mit dem Thema des Artikels befassen, veröffentlichen wir hier nicht. Gilt selbstverständlich auch für den User Ichmeinjanur, dem Sie geantwortet haben.

  15. 10.

    Sie meinen also wir sollten abwarten und darauf hoffen, dass die Polizei die Sache aufklärt, die Justiz Urteile fällt und die Unabhängigen Medien neutral über den Sachverhalt berichten?
    In welchem Land leben sie eigentlich um noch darauf zu hoffen? Sehr lustig!

  16. 9.

    Anscheined war die Politei nicht so präsent und konnte den Übergriff nicht vorzeitig beenden, noch verhindern.
    Ist die Cottbusser Polizei auch damit beschäftigt, Die Männer mit den weißen Tüten auf dem Kopf, die die Aufstiegsfeier von Cottbus dazu nutzten, Bengalos abzubrennen.
    So setzt man in Cottbus Prioritäten. alles für die Sicherheit der Cottbusser Bürger.

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