Zwei Polizisten der Fahrradstaffel der Berliner Polizei auf Streife in Berlin-Mitte (Quelle: imago/Kai-Uwe Heinrich TSP).
Audio: Inforadio | 10.06.2018 | Michael Ernst | Bild: imago stock&people

Bilanz nach vier Jahren - Berliner Fahrradstaffel ahndet Zehntausende Vergehen

Die Fahrradstaffel der Berliner Polizei hat in den vergangenen vier Jahren Zehntausende Ordnungswidrigkeiten festgestellt.

Von Juli 2014 an, als die Fahrradstaffel zum ersten Mal auf Tour durch Berlin-Mitte ging, bis März 2018 waren es genau 66.829 erkannte Verstöße von Autofahrern, Radfahrern und anderen Verkehrsteilnehmern. Das geht aus einer Antwort der Senatsinnenverwaltung auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Tom Schreiber hervor, wie dpa am Sonntag berichtete. Bis Anfang Juni dürfte die Zahl auf rund 70.000 angestiegen sein.

Dabei sind die Werte für die einzelnen Jahre recht unterschiedlich: 2015 gab es etwa 14.000 Anzeigen, 2016 etwa 23.000, im vergangenen Jahr knapp 20.000.

Bald auf noch mehr Straßen Berlins unterwegs

Die 20 Polizisten auf Rädern sollen sich zum einen um rücksichtslose Auto- und LKW-Fahrer kümmern, die auf Radwegen parken oder falsch abbiegen. Zum anderen sollen auch Verstöße von Radfahrern ahnden wie Fahren ohne Licht oder auf dem Bürgersteig.

Die Staffel war ursprünglich als Modellversuch in Mitte gestartet. Die Auswertung des Versuchs zeigte positive Ergebnisse wie einen Rückgang von Radler-Unfällen mit Schwerverletzten oder Toten. Auch eine Erhebung der Unfallforscher der Versicherer zeigte, dass Fahrradpolizisten nachweislich zu einem besseren Verhalten von Rad- und Autofahrern geführt hat. Zudem sei die Akzeptanz der radelnden Polizisten einer Umfrage zufolge sehr hoch.

Im neuen Berliner Mobilitätsgesetz, das am 28. Juni im Abgeordnetenhaus verabschiedet werden soll, ist deshalb festgehalten, dass die Fahrradstaffel künftig in ganz Berlin unterwegs sein soll.

Sendung: Inforadio, 10.06.2018, 10 Uhr

Kommentar

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8 Kommentare

  1. 7.

    Wow, eine Erfogsgeschichte, wie es scheint. Na dann wird es wohl nicht lange dauern, bis es wieder eingespart wird....... :-)

  2. 6.

    20.000 Strafzettel/Anzeigen im letzten Jahr sind - milde überschlagen - bei 200 Arbeitstagen nur 10 geahndete Vorfälle pro Zweierteam und Arbeitstag. Das würde ich im Zweifel jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit ohne Mühe zusammen bekommen. Jenseits von Mitte habe ich nach meiner Erinnerung noch keine Radstaffel gesehen, und auch noch nie beim Kontrollieren der vermutlich 95% unberechtigten Durchfahrer von Fahrradstraßen.

  3. 4.

    Das gesuchte Wort ist 'Anomie'. Anarchie ist was völlig anderes und hat mit dem, was auf deutschen Straßen etc passiert rein gar nichts zu tun.

  4. 2.

    Endlich, es .muss wieder mehr Polzei auf die Straße. Die "Eigenverantwortung" hat zu nichts geführt, außer zu Anarchie auf der Str. Die Ordungsämter sind nicht in der Lage Ordnung im Stadtgebiet herzustellen und auf Ordnung zu achten.

  5. 1.

    Zweifellos überzeugende Einrichtung der Polizei. https://de.wikipedia.org/wiki/Fahrradpolizei Was noch fehlt, ist eine geeignete bzw. alltagstauglich Abkürzung. Ich würde FaPo (Fahrradpolizei) bzw. FaPoiB (Fahrradpolizei in Berlin) verwenden. Gibt es schon Statistiken bezüglich Krankheitsfällen von Fapos zu anderen Teilen der Polizei?

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