Einsatzfahrzeuge der Polizei stehen in Berlin-Spandau an der Kreuzung Nauener Straße/Brunsbütteler Damm. Ein acht Jahre altes Kind ist dort von einem Lastwagen überrollt und getötet worden. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Video: Abendschau | 13.06.18 | Kerstin Breinig | Bild: dpa/Paul Zinken

Tödlicher Unfall in Berlin-Spandau - Abbiegender Lkw überfährt Achtjährigen

Ein achtjähriges Kind ist in Berlin-Spandau bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Der Junge war gemeinsam mit seiner Mutter auf dem Fahrrad unterwegs, als er von einem Lastwagen erfasst wurde. Offenbar hatte der Fahrer das Kind beim Abbiegen übersehen.

Bei einem Unfall auf der Nauener Straße in Berlin-Spandau ist am Mittwochmorgen ein achtjähriges Kind von einem rechtsabbiegenden Lkw überfahren und getötet worden. Der Junge war auf seinem Fahrrad in Begleitung seiner Mutter unterwegs und offenbar auf dem Weg zur Schule, als es gegen 7.30 Uhr im Kreuzungsbereich Brunsbütteler Damm Ecke Nauener Straße zu dem Unfall kam.

Zaun zwischen Straße und Radweg behindert die Sicht

Nach ersten Ermittlungen der Polizei stand der Junge hinter dem Zaun, der in der Nauener Straße den Radweg von der Fahrbahn trennt. Dieser Zaun ist aufgestellt worden, weil die Fahrspuren für Autos in der Nauener Straße unter einer Brücke hindurchführen und stark abgesenkt sind, während Radweg ebenerdig verläuft.

Laut Polizei war der Achtjährige bei grüner Ampel losgefahren und war im Begriff, den Brunsbütteler Damm zu überqueren, als er von dem Lastwagen erfasst wurde. Offenbar habe der Fahrer den Jungen übersehen, sagte ein Polizeisprecher. Das Kind wurde überrollt und starb noch an der Unfallstelle. Auf Fernsehbildern ist zu sehen, dass das Fahrrad des Jungen nach dem Unfall unter der Vorderachse des Fahrzeugs lag. Der Schulranzen lag auf der Straße. 

Zeugin und Lkw-Fahrer erlitten einen Schock

Notfallseelsorger betreuten die Mutter, sowie Zeugen und Rettungskräfte. Eine 48-jährige Frau und der 59-jährige Lasterfahrer erlitten einen Schock und wurden in Kliniken gebracht, wo sie stationär behandelt wurden.

Der Kreuzungsbereich war wegen der Untersuchungen zum Unfallhergang weiträumig abgesperrt. Die Nauener Straße war zeitweise zwischen Staakener Straße und Brunsbütteler Damm gesperrt. Auch der Brunsbütteler Damm war zwischen Grünhofer Weg und Päwesiner Weg nicht befahrbar, die Buslinie M32 wurde umgeleitet.

Forderung nach Abbiegeassistenten

Abbiege-Unfälle mit Toten und Verletzten sorgten in den vergangenen Jahren immer wieder für Forderungen nach mehr Sicherheit. "Berlin braucht sicherere Straßen und endlich auch verpflichtende Abbiegeassistenten. Das ist keine Klientelpolitik, sondern unsere Pflicht!", erklärte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Antje Kapek. 

Am Freitag hatte der Bundesrat eine Initiative Berlins zur verpflichtenden Einführung von Abbiegeassistenten für Lastwagen beschlossen. Damit wurde die Bundesregierung aufgefordert, sich auf europäischer Ebene dafür einzusetzen, dass Neufahrzeuge generell mit dem System ausgeliefert werden. Es warnt beim Abbiegen vor Radfahrern oder Fußgängern und leitet bei Bedarf eine Notbremsung ein.

Mit Kindern schon früh im Verkehr üben

Stefanie Spaniol, Expertin für Verkehrserziehung von der Berliner Polizei, rät Eltern dazu, ihre Kinder möglichst früh mit den Gefahren des Straßenverkehrs vertraut zu machen. "Schon im Kindergartenalter sollten Eltern damit anfangen, Kinder im Verkehr Entscheidungen treffen zu lassen", sagte Spaniol am Mittwoch dem rbb.

"Das heißt: an der Ampel das Kind erklären lassen, wo man hinschauen muss. Wo könnte die Gefahr herkommen? Wie kannst du dich verhalten?", erläuterte die Polizistin im rbb-Inforadio. "Nicht immer das Kind im Straßenverkehr nur mitnehmen, sondern gefährliche Situationen erklären."

Kommentar

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115 Kommentare

  1. 115.

    Wieder mal ein sinnloser Tod eines Kindes weil das Kind auf einem Radweg fuhr. Auf der Strasse fahrend hätte der LKW Fahrer das Kind sicher gesehen. Die Gefahr einen Unfall zu haben ist erheblich höher auf einem Radweg als auf der Strasse. Daher ist es nicht zu verstehen das selbst Radfahrer immer mehr Radwege wollen -

  2. 114.

    Wir möchten unser aufrichtiges Mitgefühl und unsere tiefe Anteilnahme an die Hinterbliebenen und Eltern zum Tode des Jungen Constantin aussprechen.
    Das eigene Kind zu verlieren ist immer für alle Hinterbliebenen und vor allen Dingen für die Eltern schwer zu verarbeiten.

  3. 113.

    Mein tiefes Mitgefühl an die Eltern, Familie und Freunde des kleinen Constantin. Ich hoffe sehr, dass alle irgendwann die Kraft finden, wieder ins Leben zurückzufinden, mit dieser unvorstellbaren Lücke.
    Ich komme täglich aus genau dem Tunnel und biege nach rechts ab, genau wie der LKW. Ich kenne diese unglaublich gefährliche Stelle seit Jahren. Wenn man als Autofahrer unter der Brücke hochfährt und abbiegt, ist diese rote Fahrbahnmarkierung für die Radfahrer fast noch direkt in der Kurve, wenn man sie sieht, steht man schon drauf. Wer das weiß, fährt langsam. Für alle die es nicht wissen, gibt es kein (!) Hinweisschild, dass darauf aufmerksam macht, dass dort der Brunsbütteler Damm überquert wird von Radfahrern, Fußgängern oder auch Autos. Da das Brückengeländer fast immer mit sinnloser Werbung zugekleistert ist, kann man auch nicht sehen, ob von oben Jemand kommt. Der Bezirk Spandau kannte lange vor dem Unfall diesen Misstand. Nichts wurde getan. Hier sind die Schuldigen zu suchen!

  4. 112.

    Ein Kind, das stirbt, hatte fast das ganze Leben noch vor sich. Das ist der Grund, warum die meisten Leute den Tod eines Kindes besonders schlimm finden. Wer das nicht so sieht, hat offensichtlich keinerlei Sympathie für Kinder.

    Im Übrigen finde ich Ihre Frage angesichts des furchtbaren Leides geschmacklos.

  5. 110.

    Es ist einfach pietätlos, im Angesicht des Todes des eigenen Kindes so etwas zu äußern!
    Waren Sie dabei? Haben Sie beobachtet, ob die Mutter bspw. mit ihrem Handy telefoniert hat und deshalb ihre Aufsichtspflicht verletzt hat?
    Die Mutter war dabei. Im Straßenverkehr kann man täglich beobachten, wie viele kleinen Kinder allein unterwegs sind ... mit oder ohne Fahrrad.

    An dieser Stelle möchte ich mein aufrichtiges Beileid an die Familie richten.

  6. 109.

    Warum wird eigentlich der Tod eines Kindes als schlimmer betrachtet? Ist ein Kind mehr wert als ein Erwachsener?

  7. 108.

    "Das Kind hatte Ampel grün und der LKW Fahrer auch."

    Und genau das ist merk-würdig, im wahrsten Sinne des Wortes.
    Kennen Sie irgendwo eine Ampelschaltung, bei der zwei Kfz-Ströme sich kreuzen und beide grün haben?
    Ich nicht.
    Kennen Sie irgendwo eine Ampelschaltung, bei der Tram oder Bus sich mit dem Kfz-Verkehr kreuzen und beide grün haben bzw. der senkrechte Balken geschaltet ist?
    Ich nicht.
    Kennen Sie Ampelschaltungen, bei denen Fußgänger- und Radfahrströme mit Kfz-Verkehrsströmen sich kreuzen und beide grün signalisiert bekommen?
    Ständig und durchgehend.
    Das sagt ziemlich viel aus über den Stellenwert von Leib und Leben, zur Gewichtung des Kfz-Verkehrsflusses.

    "Sicherheit vor Flüssigkeit" ist zur grundsätzlichen Devise in der Verkehrsplanung geworden. Bei Ampelschaltungen klaffen noch meilenweite Lücken zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

  8. 107.

    Ich denke das Kind und Mutter nicht das erstemal da die Straße überquerten wenn das zum Schulweg des Kindes gehörte und wäre es ein älteres Kind oder ein Erwachsener der den Radweg benutzen muß wäre es genau zu diesen Zeitpunkt so passiert.Es fehlten dem LKW Fahrer die nötige Umsicht und Vorsicht.Auch von der Fahrradampel bis zum Unfallpunkt bestimmt 6-8 Meter ist die Sicht zur Seite frei,den der Zaun hört an der Fahrradampel au. In der Fahrschule lernen wir "Wenn ein Fußgänger und Fahrradweg uns als Rechts,oder Linksabieger vorliegt müssen wir besondere Vorsicht walten lassen,anhalten absichern und dann erst weiter fahren.Wäre diese Sorgfallspflicht eingehalten worden wäre bestimmt nichts passiert den in Schrittgeschwindigkeit hätte man jedes Fahrzeug zum Stillstand gebracht außer man kommt die Nauener von der Unterführung mit nicht angepaßter Geschwindigkeit hoch und nimmt etwas Schwung mit in die Rechtskurve.Aber das ist Sache der Pol.-Unfallforschung.

  9. 106.

    haben sie schonmal in einem lkw gesessen und gesehen was da alles im toten winkel verschwindet? sicherlich nein. sie tun ja so als ob de fahrer das kind aus spaß überfahren hat.einfach mal nachdenken bevor sie sonen mist von sich geben

  10. 104.

    Was mich am Text irritiert, ist dass am Ende Empfehlung geschrieben wird, mit dem Kind im Straßenverkehr zu üben.
    Warum eigentlich, der Junge hat alles richtig getan, ist bei grün über die Straße gegangen. Und wieviel üben soll man mit dem Kind? Radführerschein plus 3 Übungsstunden pro Woche?
    Der LKW-Fahrer muss nichts tun? Ist ja so unschuldig. Warum nicht er 3 mal die Woche üben? Lernen, richtig zu gucken. Wenn man nicht gut sehen kann, dann ist man entweder fahrunfähig oder LKWs mit totem Winkel sind zu gefährlich und gehören abgeschafft.

  11. 103.

    Ihr Kommentar erinnert mich ein weinig an ein Gedicht von Erich Weinert, "An einen deutschen Arbeiterjungen".

  12. 102.

    Das Kind hatte Ampel grün und der LKW Fahrer auch . Aber er kann nur abbiegen wenn frei ist . Also wenn weder Fahrrad noch Fussgänger sich dort befinden. Ich gucke beim Abbiegen immer nach hinten !!

  13. 101.

    Der kleine Junge ist tot. Das Leben der Eltern ist ruiniert. Alle am Unfall Beteiligten werden sich bis ans Lebensende die Schuld dafür geben. Was ist das Vermächtnis?? WIR müssen daraus lernen.

    - jeder für sich selber muss besser fahren, jeden Tag. Im Dienst und privat. Als Kraftfahrer und als Radler. Jeder. Immer. Überall. DAS sind wir dem Jungen schuldig!

    - wenn es in unserer Macht steht (und das steht es...) müssen wir gesellschaftlich etwas ändern. Eine Petition für getrennte Fußgänger/Radler - Kraftfahrer - Ampelschaltungen beispielsweise. Also machen - das sind wir dem Jungen schuldig!

    - wählt anders, tretet Organisationen bei, die sich um Lösungen des Problems bemühen. Das ist nicht die CDU/SPD/ADAC, sondern andere. Und gibt es die nicht, gründen! Das sind wir dem Jungen schuldig!

    - ändert Euren Blickwinkel, seht mehr als die Vorbeihuscher! Seht Kinder, Ältere... das sind wir ihnen schuldig!

    Denkt mit, bleibt aufmerksam, immer! Das ist das Vermächtnis.

  14. 100.

    Manfred, auch ich kenne diesen rot markierten Streifen. Der ist doch aber nur für Leute relevant, die sich als Fahrradfahrer wie ein Erwachsener im Straßenverkehr bewegen. Hier aber haben wir eine Mutter mit ihrem 8-jährigen Kind. Das Kind muss auf dem Gehweg fahren, die Mutter darf ebenfalls auf dem Gehweg fahren, sie soll ja möglichst nahe bei ihrem Kind sein. Also muss das Verfahren an dieser Kreuzung so praktiziert werden, dass sie sich wie ein Fußgänger verhält. Aus der Nauener Straße kommend an der Ampel anhalten und absteigen, dann schieben beide ihre Fahrräder über die Nauener Straße, und dann bei grüner Fußgängerampel über den Brunsbütteler Damm. Daher meine Formulierung, dass die beiden niemals an dieser Stelle hätten sein dürfen.

  15. 99.

    Warum??? Gem. StVO haben Kinder das Fahrrad über die Straße zu schieben. Das ein 8 Jähriger das nich wissen kann ist mir bewusst...befreit aber nicht die Eltern von ihrer Verantwortung.

  16. 98.

    Die Diskussion hat sich inzwischen weit vom Thema des Artikels entfernt. Kommentare, die sich nicht konkret auf den Inhalt des Artikels beziehen, werden wir hier nicht mehr freischalten.

  17. 96.

    15.000 Kilometer im Jahr ? Allerhand !
    Sind Sie bei sich jeden Tag um den Kirchturm gefahren ?
    Ich glaube nicht, daß Sie mich verstehen ! Mein Rat :
    Fahren Sie mal nach Berlin Mitte und beobachten den Verkehr von der Mollstrasse aus in Richtung Hauptbahnhof, dann verstehen Sie mich vielleicht und dann erübrigt sich vielleicht ja auch ihre immer wiederkehrende Frage mit dem Kennzeichen ! Vielleicht !
    15.000 Kilometer sind nicht's, daß laufen manche Menschen im Jahr. IchMeinJaNur ! Und viel Spaß noch mit der Schubkarre.

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