Frau mit Sonnenschirm vor dem Reichstsag in Berlin (Quelle Archivbild: dpa/Rainer Jensen)
Audio: Antenne Brandenburg | 08.06.2018 | Meteorologe der Meteogroup | Bild: dpa/Rainer Jensen

Sonne, Sonne, Sonne in Berlin und Brandenburg - Supersommer seit April - und kein Ende in Sicht

Seit Wochen ist es in Berlin und Brandenburg mal heiß, mal warm, dann wird es wieder heiß. Die Landwirte bangen wegen der Trockenheit längst um ihre Ernte, Wälder stehen in Flammen. Doch der südliche Teil der Republik schaut neidisch gen Norden.

"Es ist wirklich ungewöhnlich", bilanziert Meteogroup-Meteorologin Claudia Salbert. "Das sommerliche Wetter zieht sich ja seit April schon durch", so die Meteorologin zu rbb|24. Und folgerichtig waren sowohl April als auch Mai die jeweils wärmsten Monate seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Sonne in Berlin und Brandenburg, Starkregen im Ruhrpott

Tatsächlich gibt es in der Region Berlin und Brandenburg -  und überhaupt im nördlicheren und nordwestlichen Teil Deutschlands - eine Art Supersommer. Während im nördlichen Teil der Republik nämlich trockenheiße Luft vorherrsche, die für stabile und gut erträgliche hohe Temperaturen sorge, werde der Westen und Südwesten von feuchtheißer subtropischer Luft bestimmt, sagt Claudia Salbert. Genau durch die Mitte Deutschlands könne man derzeit einen Linealstrich ziehen: Im nördlichen Teil scheine seit Wochen bei kaum Niederschlägen die Sonne, während im südlichen Teil des Landes immer wieder heftige Gewitter mit Starkregen und Hagelschauern niedergehen. Teilweise gebe es starke Überschwemmungen. So wie Ende Mai in Wuppertal in Nordrhein-Westfalen. Dort waren innerhalb kürzester Zeit mehr als 40 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Die komplette Stadt stand unter Wasser.

Während Sonnenfreunde in Berlin und Brandenburg sich also ganze Tage am See vergnügen könn(t)en, blickt man in weiten Teilen Deutschlands bei jedem Aufenthalt im Freien auf die Wetter-App, um herauszufinden, wann das nächste Unwetter droht.

Und während die Bauern hierzulande die stete Trockenheit beklagen, werden weiter im Süden die Ernten unter Wasser gesetzt. Auch nicht besser. "Da kommt es bei Überschwemmungen ganz leicht zu Abtragungen", bestätigt Salbert.

Jetzt drohen Unwetter im Sommerparadies

Doch Unwetter drohen jetzt auch im märkischen Sommerparadies. Schon am Samstag könne es erste Hitzegewitter zwischen Elbe und Neiße geben. Am Sonntag dann sind Unwetter mit Gewitter und Starkregen auch nördlich von Berlin möglich. "Es wird am Wochenende ziemlich drückend und unangenehm bei bis zu 33 Grad", sagt Claudia Salbert.

Danach, so gegen Dienstag, pendelten sich, so die Meteorologin weiter, die Temperaturen dann bei "Normalwerten" zwischen 20 und 26 Grad ein. Das sei für den Juni erwartbar, "jetzt ist es viel zu heiß".

Ob dann auch der Juni heißester Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen wird, muss sich erst noch zeigen. "Es geht ja auch schon gut los, mal sehen, was das jetzt so wird", sagt die Meteorologin.

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    Super Sommer alles Super ?
    Die Bauern bangen um ihre Ernte. Spätestens wenn das Gemüse teurer in den Regalen liegt, wird daraus wieder eine Schlagzeile draus.
    Mit der Hitze steigt im Trinkwasser die Salmonellen Gefahr. Ältere Leute haben bekanntlich bei dieser Hitze ihre Probleme. Meine Wohnung unterm Dach ist stickig aufgeheizt. Nachts kann man schlecht schlafen.
    Busse und Bahnen miefen regelrecht von schlechter Luftqualität in den Abteils. Hat die irgendwer mal nachgemessen ?
    Straßenbäume und Rasen dursten vor sich hin. Grüner Rasen sieht aus wie verbrannte Steppe von der Sonne.
    Sollte man jetzt Lüfter kaufen, die den Stromverbrauch ankurbeln im Sinne des Energie sparen ?
    Durch die enorme Hitze der letzten Wochen steigt die Unwetter Gefahr stetig.
    Der Juni war in den letzten Jahren immer durchwachsen angenehm kühl. Jetzt stehen uns mit dem Juli und August mindestens noch zwei herrliche Monate im Sommerparadies bevor.

  2. 3.

    Und im Winter heisst es wieder:
    "Wir hatten gaar kein richtjen sommah"

  3. 2.

    Supersommer? Sommerparadies? Die anderen sind neidisch auf unser Wetter? Warum wird in den Medien eigentlich generell behauptet, die Menschen würden dauerhaft Temperaturen um 30 °C "schön" finden? Der RBB sollte mal eine repräsentative Umfrage machen, wer dieses Wetter schön oder schlecht findet. Da würde sich der Glaube, den Leuten gefiele es zu schwitzen und nachts schlecht schlafen zu können, wahrscheinlich ganz schnell in Luft auflösen.

    Alleine für Bauern, Gärtner und Menschen, die unter freiem Himmel arbeiten müssen, ist dieses Wetter nicht schön, sondern schrecklich.

  4. 1.

    Sollten wir bei den Sioux nachfragen, wie das mit dem Regentanz war....?
    Ich kann nicht mehr, das soll bitte aufhören...

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