Tierschützer haben in Perleberg einen Viehtransporter gestoppt. (Quelle: dpa/Settnik)
Video: rbb Aktuell | 22.06.2018 | Bild: dpa/Bernd Settnik

Aktion gegen Massentierhaltung - Tierschützer protestieren vor Schlachthof in Perleberg

Tierschützer haben am Freitag in Perleberg (Prignitz) gegen Tiertransporte und Massentierhaltung protestiert. Zu der Mahnwache aufgerufen hatte das Deutsche Tierschutzbüro und die Initiative "Save Movement German". Ihnen zufolge nahmen rund 200 Menschen an der Aktion vor dem Schlachthof Vion teil.

Die Aktivisten blockierten am Morgen die Einfahrt des Fleischproduzenten und hielten einen Tiertransporter mit Schweinen auf. Mit der Aktion wollen sie nach eigenen Angaben auf Missstände - vor allem bei den langen Transporten - aufmerksam machen.

Tierschützer protestieren in Perleberg vor dem Schlachthof. (Quelle: dpa/Settnik)
Mit Plakaten protestieren Tierschützer gegen Tiertransporte und Massentierhaltung. | Bild: dpa/Settnik

Alle neun Sekunden ein totes Tier

Regelmäßig komme es auf den Transporten zu Platzmangel und Unterversorgung. Darauf möchten die Tierschützer mit ihrer Aktion öffentlich aufmerksam machen. "Vielen Verbrauchern ist gar nicht bewusst, unter welchen grausamen Bedingungen die Tiere in der Massentierhaltung, in diesem Transporten und auch im Schlachthof gehalten und letztlich getötet werden", sagte Jan Peifer vom Deutschen Tierschutzbüro dem rbb.

Nach Angaben der Aktivisten werden in Perleberg täglich 4.500 Schweine geschlachtet - durchschnittlich etwa alle neun Sekunden ein Tier.

Schlachthof feiert 25-jähriges Jubiläum

Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) verteidigte am Freitag den Schlachthof und lobte die Vorzüge des Betriebs. "Die Prignitz kann stolz sein, dass sich die Fleischwirtschaft hier so gut entwickelt hat", sagte er. Am Sonntag lädt der Schlachthof anlässlich seines 25-jährigen Betriebsjubiläums zum Tag der offenen Tür.

Vom Schlachthof selbst wollte sich auf Anfrage von rbb|24 am Freitag niemand zu der Protestaktion und den Vorwürfen der Tierschützer äußern.

Sendung: rbb Aktuell, 22.06.2018, 13 Uhr

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Antwort auf [Lothar] vom 23.06.2018 um 11:58
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8 Kommentare

  1. 8.

    Das meiste 'Grünzeug' wird heutzutage an die sogenannten 'Nutztiere' verfüttert. Würde man nicht den Umweg übers Tier gehen, könnte man mit diesen Massen an Pflanzen sogar 4 MILLIARDEN Menschen mehr ernähren.
    Und warum ist immer direkt die Rede vom Reformhaus und den (noch) teuren Ersatzprodukten? Reis, Kattoffeln, Linsen, Bohnen, (regionales) Gemüse, Tofu und so weiter sind günstige Lebensmittel.
    Zeit, dass mehr Einzelpersonen sich informieren und sich verantwortlich sehen statt sich zu rechtfertigen! It's easy! (:

  2. 7.

    Ein gut gemeinter Wunsch. Wird aber nicht kommen. Oder glauben Sie tatsächlich, alles was an Essen aus der Retorte kommt wird jedem gefallen? Woher wollen Sie denn all das Grünzeug hernehmen? Zurück bleibt wiedereinmal ein elitärer Haufen Menschen, die sich solch teure Lebensmittel täglich leisten können. Siehe Biomarkt oder Reformhaus. Gehen Sie mit offenen Augen da mal durch, dann erkennen Sie den gravierenden Unterschied Mensch. Die Mehrheit d.Verbraucher geht weiter in die Diskounter und ist sogar darauf angewiesen „billig“ einzukaufen. Leider.

  3. 5.

    Die Zukunft ist vegan!

  4. 4.

    Ja, da stimme ich Ihnen zu. Vor allem, wenn man sieht wie vehement Lidl, Aldi nun verstärkt im TV „fett Werbungskrieg“ mit Billigprodukten unter anderem auch Fleisch machen.

  5. 3.

    Bei Vogelsänger wundert mich gar nichts mehr...
    Und ich muss leider die aufrechten Tierwohlaktivisten korrigieren:
    Den meisten Verbrauchern ist es sch***egal, wie es den Tieren geht, Hauptsache das Fleisch ist spottbillig...

  6. 2.

    Da lobt ein sPD Argrarminister die Fleischwirtschaft, dabei ist mittlerweile fast jedem geläufig unter welch qualvollen Bedingungen diese Tiere gehalten, behandelt werden. Soll mir noch einer sagen, es stimme nicht. Die Verbraucher sind aufgerufen zu handeln. Wenn schon Billigfleisch kaufen, dann wenigsten weniger. Es muß nicht jeden Tag Fleisch auf den Tisch.

  7. 1.

    Wiederlich ,aber solange Menschen Fleisch fürs
    Kilo zu 3,99 kaufen .Statt nur ein oder zweimal die Woche etwas vernünftiges nicht aus Massenhaltung wird sich nichts ändern.
    Zumal solche Haltung noch gestattet ist.

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