Polizisten stehen am 12.06.2018 an einer Unfallstelle in Rummelsburg (Quelle: rbb)
Video: rbb|24 | 13.06.2018 | Bild: rbb

Kundgebung an Tramstation in Rummelsburg - Fahrradaktivisten wollen getöteter 13-Jähriger gedenken

Mit einer Trauerkundgebung wollen Aktivisten am Donnerstag an das 13 Jahre alte Mädchen erinnern, das in Berlin-Rummelsburg mit ihrem Rad unter eine Straßenbahn geraten ist. Der Unfallpunkt weist aus Sicht der Aktivisten Mängel auf.

Nach dem schweren Tram-Unfall in Berlin-Rummelsburg wollen Fahrradaktivisten mit einer Trauerkundgebung an die getötete 13-Jährige erinnern. Der Volksentscheid Fahrrad und die Initiative "Changing Cities" riefen auf, am Donnerstag um 17.30 Uhr am Unfallort an der Kreuzung Köpenicker Chaussee und Blockdammweg der Toten zu gedenken. Das teilten die Organisationen am Mittwoch mit.

Die 13-Jährige wollte dort am Dienstagnachmittag mit ihrem Rad das Gleisbett überqueren und wurde von einer Straßenbahn erfasst. Sie starb an ihren Verletzungen. Zuvor hatten Rettungskräfte sie nach anderthalb Stunden befreien können. Bei der Rettungsaktion wurden zudem zwei Feuerwehrmänner verletzt.

Verbesserung der Infrastruktur gefordert

Nach Angaben von "Changing Cities" gibt es direkt an der Unfallstelle keine Ampel und keine Gitter. "Der Ausbau einer Infrastruktur, die Fehler verzeiht und so tragische Unfälle reduziert, ist also dringend geboten", hieß es. Der ADFC Berlin werde am Unfallort ein weißes Geisterrad aufstellen.

Zu einem weiteren tödlichen Verkehrsunfall am Mittwochmorgen teilten die Initiativen mit: "Tragischerweise" werde es voraussichtlich am Freitag eine weitere Mahnwache in Spandau geben. Dort wurde ein acht Jahre alter Junge von einem Lkw überrollt. Auch er soll laut Polizei mit einem Fahrrad unterwegs gewesen sein.

Kommentar

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28 Kommentare

  1. 28.

    Ganz kurz nochmal zu den Fakten. An dieser Stelle einen solchen Unfall zu haben, ist fast nicht möglich.
    Ich fahre hier täglich. Es gibt Ampeln und eine Top-Einsicht in die Kreuzung. Die Straßenbahn ist gut zu hören, weil hier relativ wenig Verkehr ist. Ich war am Unfalltag um 17:00 Uhr an der Stelle - kaum Verkehr.
    Da wird ein tragischer Unfall von "Aktivisten genutzt zur Meinungsmache! Man stelle sich vor es wäre ein Autofahrer gewesen!

  2. 27.

    Sehr mutig von Ihnen. In früheren Tagen hätte ich das auch so gehandhabt, aber jetzt springen schon genervte PKW Fahrer aus ihren Fahrzeugen um ihre Wut freien Lauf zu lassen. Die Cauerstraße in Charlottenburg ist hierfür ein schönes Beispiel.

  3. 26.

    Schade eigentlich. Ich fahre nach außen offensiv, innerlich defensiv. Immer auf die Fehler anderer achtend.

    Notfalls mache ich eine Spur "dicht", z. B. wo kein Überholen möglich ist. Dazu braucht es aber ein dickes Fell.

  4. 25.

    Hier ist ein junges Mädchen auf tragische Weise ums Leben gekommen, Eltern haben ihre Tochter, Großeltern ihre Enkelin, Kinder vielleicht ihre Schwester und Schüler ihre Klassenkameradin und Freundin verloren. Ein Straßenbahnfahrer muss diesen furchbaren Schock verarbeiten und die Helfer müssen verinnerlichen, dass alle Mühen, selbst der Einsatz der eigenen Gesundheit, das Leben des Mädchens leider nicht retten konnten. Ihnen allen gilt mein tief empfundenes Mitgefühl. Bezüglich der geplanten Gedenkveranstaltung habe auch ich große Bedenken. Zumal bereits erste Aussagen nicht der Wahrheit entsprechen. Die Kreuzung ist beampelt, wir wohnen ganz in der Nähe und passieren diese jeden Tag. Der Blockdammweg ist sehr weit und wirklich gut einsehbar. Warum es dennoch zu dem furchtbaren Unglück kam, muss nun erst einmal geklärt werden. Vorher im Namen des Gedenkens pauschale Forderungen zu formulieren, instrumentalisiert dieses Unglück tatsächlich.

  5. 22.

    Die Kreuzung in Rummelsburg ist relativ sicher und einsehbar.
    Dann hätten die in Spandau demonstrieren sollen. Dort braucht es sichere Wege.
    Oder war es den Aktivisten zu weit draußen?

  6. 21.

    Ich finde es beschämend, dass dieser tragische Unfall von sogenannten "Fahradaktivisten" genutzt werden soll, um ihre kruden Forderungen zu artikulieren.
    Wo bleibt der Anstand und das Mitgefühl gegenüber den Opfern?

  7. 20.

    Ein 13jähriges Mädchen wird von einer Tram überrollt und stirbt. Und Sie lassen erstmal Ihren ganzen Frust über Radfahrer hier raus. Schämen Sie sich.

  8. 19.

    Da gehe ich mit. Von individuellen Zielen kann da eh kaum gesprochen werden, wenn die Ballung schon Prinzip ist. Also sollten auch die Verkehrsmittel entsprechend gestaltet sein.

    4.000 Einw./qkm bezog sich natürich nur auf Gesamt-Berlin,

  9. 18.

    Mein Herzliches Beileid an den Angehörigen

  10. 17.

    Mein herzliches Beileid allen Angehörigen und Freund*innen - mögen alle Verletzten schnell genesen.

    Bei einer Bevölkerungsdichte von ca. 15.000 gemeldeten Einwohnern (!) pro Quadratkilometer (zuzüglich Pendlern, Besucherinnen, ...), wie im Berliner Innenstadtteilbezirk Kreuzberg, drängt sich notwendigerweise die Frage nach dem Flächenbedarf der verschiedenen Verkehrsmittel bzw. -Teilnehmenden auf. Gerne diesbezüglich mal individual-PKW und -Fahrrad sowie die verschiedenen ÖPNV Varianten mit Fußgängern vergleichen. Mehr Sicherheit kann durchaus durch viel breitere begehbare (!) Gehwege, Fahrradstraßen, Busspuren und sicherer überquerbare Tramtrassen (wie z.B. in der Greifswalderstraße)erreicht werden. Bei der voranschreitenden weiteren Verdichtung der Innenstadt müssen privat genutzte Autos zugunsten der anderen Verkehrsarten künftig hoffentlich immer öfter draußen bleiben. Vergleiche Kopenhagen, NYCity, Stockholm...

  11. 16.

    "An den Straßenbahnfahrer denkt wohl keiner, was?"
    Doch, sogar ganz besonders, es muss fürchterlich sein und einen Menschen womöglich bis an sein Ende verfolgen, unbeabsichtigt an jemandes Tod beteiligt zu sein... ("verursacht" möchte ich nicht schreiben, da ich nicht glaube, dass ihn oder sie irgendeine Schuld trifft, v. a. Kinder und Jugendliche können extrem unbedacht sein und handeln).

  12. 15.

    An den Straßenbahnfahrer denkt wohl keiner, was?
    Der muss damit auch erst einmal fertig werden.

    Das arme Kind. Mein Beileid auch für die Familie!
    Vor dem Überqueren der Gleise sollte man aber immer nach links und rechts schauen!
    Das lernt man eigentlich in der Schule oder von den Eltern. Traurig, dass es soweit kommen konnte.

  13. 14.

    Eine "Gedenkveranstaltung" die (sei es nebenher oder hauptsächlich) ein anderes Ziel verfolgt als jemandem zu Gedenken, ist der Missbrauch eines verstorbenen Menschen und daher verachtenswert.
    Und wenn einem Menschen Unrecht angetan wurde, ist Solidarität angebracht. Handelt es sich dabei aber nur um eine Vermutung und werden trotzdem Maßnahmen gefordert, darf man von Agitation sprechen.

  14. 13.

    Und wo sollte das konkret möglich sein?
    Wo dürften sich motorisierte Verkehrsteilnehmer denn fortbewegen, ohne damit die anderen in Gefahr zu bringen?
    Ginge es denn anders als durch erhebliche Einschränkungen (also dadurch, dass man beispielsweise extra Fahrzonen für Radfahrer einrichtet, die mit übrigen Verkehrsbereichen keinerlei Kontakt haben)?
    Für mich ist das Verhalten von "Changing Cities" reiner Populismus:
    Man nehme sich eine Bevölkerungsgruppe, spreche sie a priori von jeder Eigenverantwortung frei und verlange, dass man auf ihre (wahrscheinlich unerfüllbaren) Sonderwünsche Rücksicht nimmt.
    Dass man dazu einen schrecklichen Unfall instrumentalisiert, ist schäbig.

  15. 12.

    Abstoßend ist nur dein Kommentar.
    Es ist eine Gedenkveranstaltung und keine Demo,falls du den Unterschied kennst. Dafür braucht man auch nicht die Ursache zu kennen. Dich scheint doch nur die Solidarität unter dieser Art von Verkehrsteilnehmern zu stören. Warum auch immer.

    @Luther Martina
    Kannst dich auch angesprochen fühlen.

  16. 10.

    "... ohne von PKW, LKW, TRAM, BUS angefahren zu werden."

    Angesichts der Tatsache, dass nicht die Straßenbahn, wohl aber ein Radfahrender ausweichen kann, würde ich die Formulierung in Richtung Tram etwas variieren wollen: "... ohne sich von der Tram anfahren zu lassen."

  17. 9.

    Stimmt. Leider fahren in Tempelhof keine Straßenbahnen (die ich für gewöhnlich sehr gern benutze).
    Doch was Du beschreibst, klingt für mich nach schlechtem Timing:
    Straßenbahnen fahren meiner Erfahrung nach einfach nicht so schnell, dass bei den beschriebenen Szenarien kein Entkommen mehr möglich wäre (es sei denn, man wird bewusstlos).
    Schlussfolgerung: Viele solcher Unfälle haben ihre Ursache wohl schlichtweg in Ungeduld; weil man noch schnell VOR einer sich nähernden Straba vorbei wollte. Oder in Unachtsamkeit.

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