User Maximilian Zender twittert am 01.06.2018 vom Flughafen Tegel ein Foto aus einem Flugzeug Richtung München (Quelle: Maximilian Zender)
Video: rbb|24 | 02.06.2018 | Annika Klügel | Bild: Maximilian Zender

Tegel und Schönefeld - Fast 70 Flüge fielen durch die Gewitter aus

Heftige Gewitter in Berlin und Brandenburg haben am Freitagabend den Flugverkehr in Tegel und Schönefeld lahmgelegt: Zwei Stunden lang ging gar nichts mehr. Inzwischen läuft der Betrieb jedoch wieder weitgehend normal.

Nachdem schwere Gewitter am Freitagabend den Betrieb der Flughäfen Tegel und Schönefeld gestört hatten, läuft der Betrieb seit Samstag früh wieder weitgehend normal. Die meisten Maschinen konnten planmäßig abgefertigt werden. Maschinen könnten aber vereinzelt etwas voller werden, wenn die Fluggesellschaften versuchen, Passagiere umzubuchen, sagte ein Flughafensprecher.

Wegen Unwetters waren die beiden Airports am Abend zeitweise geschlossen worden. Zuerst wurde gegen 17.45 Uhr in Schönefeld die Passagierabfertigung für mehr als zwei Stunden lang eingestellt. Hier fielen nach Angaben vom Samstag 16 Verbindungen aus, rund 50 verspäteten sich.

Flugzeuge konnten wegen des heftigen Regens nicht mehr be- und entladen werden. Terminal A musste sogar gesperrt werden, nachdem dort Regenwasser durch das Dach eindrang. Wie Flughafen-Sprecher Hannes Hönemann dem rbb sagte, war ein Regenfallrohr übergelaufen. Das Terminal werde aber voraussichtlich am Samstag wieder geöffnet.

Rund 50 Flüge in Tegel betroffen

In Tegel wurde der Betrieb zeitversetzt ebenfalls für etwa zwei Stunden eingestellt, ungefähr ab 19.45 Uhr. Maschinen konnten dort weder starten noch landen. 50 Flüge fielen aus. Erst gegen 22 Uhr konnte die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) auch für Tegel Entwarnung geben.

Koffer regnen auf dem Vorfeld ein

Flugzeuge in Schönefeld, die bereits Passagiere und Gepäck aufgenommen hatten oder kurz vor dem Unwetter gelandet waren, mussten warten. Auf Twitter schrieb ein Fluggast, dass er und die anderen Passagiere die gelandete Maschine wegen des Unwetters nicht verlassen konnten.

Im Gebäude D standen dichtgedrängt wartende Fluggäste. Zeitweilig konnten auch die Busse der BVG das Flughafen-Gebäude nicht anfahren.

Wie auf Twitter veröffentlichte Fotos zeigen, mussten manche Passagiere mit ansehen, wie ihre Koffer auf dem Vorfeld einregneten, weil Gepäckwagen ohne Abdeckung stehengelassen worden waren.

Unwettergefahr in fast allen Teilen Brandenburgs

Für Berlin hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) zwischenzeitlich eine Unwetterwarnung der Stufe 3 (von 4) herausgegeben. Sie galt bis um 20 Uhr. Wie der Radarschirm zeigte, näherte sich die Unwetterfront von Südosten aus und erreichte bald auch die südliche Stadtgrenze. Später wurde die Unwetterwarnung auf die zweite Stufe abgesenkt - um kurz vor 22 Uhr wurde sie aufgehoben.

Schon tagsüber hatte sich auch in weiten Teilen Brandenburgs etwas zusammengebraut: Für die östlichen Landkreise von der Uckermark bis hinunter bis zum Landkreis Spree-Neiße galt die Unwetterwarnung des DWD zunächst bis um 18 Uhr.

Später verlagerten sich die Schlechtwettergebiete langsam nach Nordwesten und zogen in Richtung Havelland und Prignitz. Laut Wetterdienst bestand auch am späteren Abend noch die Gefahr von Starkregen und Hagel. Auch vor Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 85 Kilometern pro Stunde wurde gewarnt. Am Nachmittag waren vor allem die Landkreise Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz ebenso wie Cottbus und Teile des Landkreises Dahme-Spreewald betroffen gewesen.

Wetterlagen dieser Art können dazu führen, dass Ziegel oder Äste herabstürzen oder ganze Bäume umfallen. Keller und Straßen könnten überflutet werden. Der Wetterdienst empfiehlt daher, Fenster und Türen zu schließen und Gegenstände im Freien zu sichern.

Der Sommer 2017 war heftig

Im vergangenen Jahr war die Region von ungewöhnlich vielen Gewittern mit Sturmböen betroffen. Immer wieder gab es kurzfristige Unwetterwarnungen. Wegen des "Ausnahmezustands Wetter" hatte die Feuerwehr sogar zahlreiche Einsätze wegen Überflutungen. Keller liefen voll, Bäume stürzten um, Äste brachen ab. Auch in Brandenburg gab es im Sommer 2017 immense Schäden durch Sommer-Unwetter. Tief "Paul" warf ebenfalls Bäume um und riss Boote los. Teilweise waren auch Elektro- und Telefonmasten zerstört und stellenweise fiel der Strom aus. Auch der Bahnverkehr war beeinträchtigt.

Anhaltender Dauerregen sorgte zudem dafür, dass Straßen überflutet wurden und vor Erdrutschen gewarnt wurde.

Kommentar

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8 Kommentare

  1. 8.

    Tja Service-Wüste Deutschland, sorry.
    Ich habe noch nie erlebt, dass Deutschland mit Ausnahmesituationen irgendwann mal geschickt umgehen konnte. Niemals. Weil eben Freundlichkeit in Deutschland nicht an erster Stelle steht, sondern man muss erst beweisen dass man Anspruch hat, gut behandelt zu werden...

  2. 7.

    Vielen Dank, Paul, für Ihren anschaulichen und aufschlussreichen Bericht! In Anbetracht des copy-and-paste-Journalismus unserer Öffentlich-rechtlichen Medien, bei dem nur noch die Presseerklärungen von Polizei und Unternehmen/Betreibern abgeschrieben werden, bleibt man ja auf solche Stimmen aus der Wirklichkeit angewiesen ...

  3. 6.

    We are stuck in Berlin due to a flight cancellation yesterday. Thunderstorms caused the initial delay to our flight, and we were at the departure gate (holding pen) for about 3 hours. No information was given about the position of the help desk. Luckily I have been delayed by a strike at Schönefeld in the past, so we made our way to the desk near to the front of the queue where the poor staff (all three of them) were trying to cope. One gave up, and put up the "closed" sign leaving two. Following a perfectly polite but insistent conversation with a person ahead of me in the queue another of the staff apparently resigned on the spot, leaving one.After waiting an hour or so, and having seen three people progress from the desk (none of them happy), we left the queue. No food, no water, no accommodation

  4. 5.

    Eben in der SZ gekesen: iEne Flugreise ist das größte ökologische Verbrechen. Bio essen, auf Plastik verzichten und dafür 2mal im Jahr eine Flugreise. "Eine, global betrachtet, winzige fliegende Klasse hat nicht das Recht, das Klima so sehr zu verändern, dass es alle in Mitleidenschaft zieht, die auf der Erde leben oder nach uns noch hier leben wollen." Also besser wäre: Tegel und Schönefeld stellen weitgehend den Flugverkehr ein, damit es nicht mehr zu Wetterextremen kommt.

  5. 4.

    Die Abfertigung am Flughafen Schönefeld wurde nicht wegen Starkregens, sondern wegen Gewitters eingestellt.

  6. 3.

    Schon allein aus versicherungstechnischen Gründen ist es ratsam“ vorher“ gewarnt zu sein. Ach wenn’s nur ein bisschen Kracht und der feste Regen ausbleibt. Der Deutsche Wetterdienst warnt nicht einfach nur so, weil es ihm Spaß macht. Hat mit Angstmacherei Konjunktur rein gar nichts zu tun. Aber Ihre Aufsätze lesen sich mitunter ganz gut;-)

  7. 2.

    Bevor evtl. Regen und Gewitter einsetzen sollten habe ich mich im Garten an das Hacken des Unkrauts gemacht, der Boden ist ja sehr trocken und so ging das alles sehr gut. Allerdings sah ich danach aus als hätte ich in einem Buddelkasten gespielt, schmunzel, schmunzel. Und wenn man schon mal dabei ist, dann noch den Rasen gemäht. Die "Bessere Hälfte" hat alles wohlwollend dann abgenickt.
    Bei Gewitter trenne ich dann den PC vom Netz, schalte kompett aus, sollte man eigentlich auch mit dem TV machen, so erklärte es mir mal ein Elektriker.

  8. 1.

    Nichts Genaues weiß man nicht, aber der Dramatik wegen und aus versicherungsrechtlingen Belangen wird schon mal darauf hingewiesen, dass nahezu nichts ausgeschlossen werden kann. Beim Wetter die genannten Unwetter, bei der Bahn die Gewitterfronten, die schon mal die Verspätungen außerhalb der Bahnregie stellen, "Betreten Sie Bürgersteige, müssen Sie mit hochstehenden Gehwegplatten rechnen" und im Wald mit Baumwurzeln sowieso. Am besten, die Forstverwaltung lässt sich am Eingang jedes Waldes von Spaziergängern unterzeichnen, dass diese auf eigene Gefahr in den Wald gehen. Diej. Waldwege, an denen aus betriebswirtsch. Gründen keine Verwaltungsmitarbeiter stehen können, werden vorsorglich mit einem Zaun verschlossen, weil ansonsten ja Rechtsunsicherheit bestünde.

    Wundert sich angesichts dessen eigentlich noch jemand, dass Angstmacher Konjunktur haben u. massig Wählerstimmen bekommen und als bloße Gegenreaktion darauf die Leichtsinnigen noch leichtsinniger werden?

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