Erschossener Wisent aus Lebus (Quelle: rbb/Brandenburg aktuell)
Audio: Studio Frankfurt | 12.06.2018 | Klaus Lampe | Bild: rbb/Brandenburg aktuell

Beschwerde der Grünen - Strafverfahren nach Wisent-Abschuss eingestellt

Im vergangenen Jahr hatte ein Jagdpächter bei Lebus ein streng geschütztes Wisent erschossen. Und zwar auf Anweisung des Ordnungsamtes. Trotz einer Anzeige der Grünen stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren ein. Doch das will die Partei nicht hinnehmen.

Nachdem im vergangenen Herbst ein Jagdpächter in Lebus (Landkreis Märkisch-Oderland) auf Anordnung des Ordnungsamtsleiters ein Wisent erschossen hatte, wurde das Strafverfahren nun eingestellt. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) teilte mit, die Entscheidung sei seinerzeit richtig gewesen.

Das allerdings wollen die Grünen nicht hinnehmen. Die Landtagsfraktion hatte die Strafanzeige gestellt. Der Vorwurf lautete “Jagdwilderei in besonders schwerem Fall“. Gegen die Entscheidung werde die Landtagsfraktion nun Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft einlegen, teilte sie am Dienstag als Reaktion mit.

Unterstützung des WWF

Die Grünen werden dabei der eigenen Mitteilung zufolge vom WWF-Deutschland unterstützt. Die Naturschutzorganisation kündigte ebenfalls weitere juristische Schritte an.

Der Wisent ist das letzte noch in Europa vorkommende Wildrind und ist streng geschützt. Das Tier war zu Beginn des letzten Jahrhunderts in Europa fast ausgestorben und kommt heute hauptsächlich in Osteuropa vor.

Das im Herbst erschossene Tier war zuvor von Polen nach Deutschland gekommen. Der Leiter des Ordnungsamtes von Lebus hatte die Abschussgenehmigung mit der Begründung erteilt, es bestehe eine Bedrohungslage für die Bevölkerung.

Sendung: Antenne Brandenburg, 12.06.2018, 16.30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

1 Kommentar

  1. 1.

    Älteren Berichten zufolge ist immer mal wieder damit zu rechnen, dass Wisente in Gebiete westlich der Oder kommen. Interessanter als die Frage nach einer Strafe für den damaligen Abschuss finde ich daher die Frage, wie die Märkischen Ordnungsämter künftig in solchen Fällen agieren. Denn es scheint ja damals nur eine theoretische Bedrohung gegeben zu haben, jedoch keine konkrete - soll heißen: das Tier war nicht aggressiv. Daher wundert mich, dass man in einem Bundesland mit ausgeprägter Großvieh-Landwirtschaft keinen Tierarzt auftreiben konnte, der diese seltenen Tiere betäuben kann. Vor allem aber frage ich, zu welcher Waffe man künftig greifen wird: Gibt es inzwischen eine Liste entsprechend qualifizierter Veterinäre auf den Ämtern; womöglich auch eine Zusammenarbeit mit polnische Behörden? Oder wird Töten wieder die Antwort auf einen Besuch sein?

Das könnte Sie auch interessieren