Bela B und Farin Urlaub von Die Ärzte bei einem Konzert. (Quelle: dpa/EPA/KIRSTEN NEUMANN)
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Besondere Würdigung in Brandenburg - "Ärzte"-Zitat steht auf Urkunde für 1,0-Abitur

Brandenburger Abiturienten, die ihr Abitur mit 1,0 bestehen, werden vom Kultusministerium mit einer besonderen Urkunde gewürdigt. Auf dieser stehen nicht nur Glückwünsche für ihre "herausragenden Leistungen", sondern auch ein Zitat der Band "Die Ärzte" aus dem Lied "Deine Schuld":

"Es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es wär nur Deine Schuld, wenn sie so bleibt."

Das Deckblatt eines 1,0 Zeugnisses aus Brandenburg mit dem Ärzte-Zitat <<Es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es wär nur Deine Schuld, wenn sie so bleibt.>>. (Quelle: rbb|24)
Bild: rbb|24

Zuerst berichtete darüber die Morgenpost. Ausgewählt hatte das besondere Zitat der ehemalige Bildungsminister Günter Baaske, der eine Affinität für Rockmusik habe, so Pressesprecher Ralph Kotsch gegenüber rbb|24. Baaske war für ein paar Jahre sogar Manager der Rockband Keimzeit.  

Zitat passe gut zu Abiturienten

Die ersten Urkunden mit dem Ärzte-Zitat wurden 2015 an Abiturienten mit einem 1,0-Abschluss verteilt. In diesem Jahr erhielten 245 Absolventen die besondere Würdigung.

Überlegungen den Spruch zu ändern gibt es im Bildungsministerium nicht. Die neue Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) finde die Würdigung klasse und habe sie gerne übernommen, sagte Kotsch. Es sei ein gutes Zitat, das für jede Generation Gültigkeit habe und für Abiturienten sehr gut passe.

Kommentar

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10 Kommentare

  1. 10.

    Abi 1,0 von heute ist der Hauptschulabschluss der 60er, also was soll die "Würdigung", die Abiturienten lernen doch heute nichts mehr. Würdigung fürs Ausschlafen?

  2. 8.

    Welch schönes Zitat.
    Das es so manchem ... nicht gefällt, ist klar.

  3. 7.

    Was für ein Quatsch. Es ist ein Zitat, hier gibt niemand die Arbeit von jemand anderem als seine eigene aus.

    Zum Thema, es ist eine wundervolle Zeile und ich finde es schön, dass man etwas neueres genommen hat.

  4. 6.

    Warum eigentlich immer diese Nörgelei?! Warum sich nicht darüber zu freuen, dass Zitate der heutigen Zeit von noch lebenden Vorbildern einen Platz finden?

    Danke an die Bildungsminister!

    Diesen Satz sollte jeder für sich wahrnehmen und selber handeln und nicht meckern!

    Also ihr lieben Bedenkenträger: Es ist nicht eure Schuld, das die Welt so ist, wie sie ist, es wär nur eure Schuld wenn sie so bleibt!

    Ärmel hochkrempeln und jeden Tag ein Stück einfach nur „machen“... dann ist es auch nicht eure Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist ...

  5. 5.

    Lt. MAZ von heute hat Bildungsministerin Britta Ernst die Würdigung der 1,0er Abiturienten wortwörtlich von ihrem Vorgänger übernommen, man kann auch sagen " plagiatiert "!
    Eine persönliche Wertschätzung sieht anders aus....
    Kommentar des Ministeriums: es sei schwierig, jedes Jahr eine inhaltlich alternative Würdigung zu verfassen!
    Sehr seltsam, wo doch Kontinuität in der Bildungspolitik im Land Brandenburg eigentlich ein Fremdwort ist.....

  6. 4.

    Da muss ich Sie leider enttäuschen: Eine Durchschnittsnote gibt keinerlei Auskunft über die Pünktlichkeit und das Sozialverhalten des Schülers. Keine Verweise, keine Fehltage, keine Anzahl an Anrufen bei Mutti. Ein Notenschnitt ist ein Durchschnitt aller Noten. Nicht mehr und nicht weniger. Das sagt nichts darüber aus, ob der Schüler hilfsbereit oder angepasst ist - noch nicht mal, ob er fleißig ist oder nicht.

    Aber ganz ehrlich - ich wäre schon dafür, dass eine Schule mit Erziehungs- und Bildungsauftrag Schüler hervorbringt, die der Gesellschaft angepasst sind. Da uns zum Beispiel die Pünktlichkeit sehr am Herzen liegt, möchte ich mir gar nicht ausmalen, wie nicht angepasste Menschen sich dann im Arbeitsleben verwirklichen - zum Beispiel als Handwerker, Busfahrer, Ärzte (kommste heute nicht, kommste morgen - das Herz kann warten), Manager - die dann nicht zu Terminen erscheinen etc.

  7. 3.

    Na mal ehrlich - es sind nicht nur die 1,0-Abiturienten, die das Potential haben unsere Welt zum Besseren zu verändern: Das kann jeder Abgänger und jeder junge Mensch. Im Kleinen, wie im Großen hat jeder Mensch zu jeder Zeit die Möglichkeit sich einzubringen und etwas für seine Mitmenschen, die Gesellschaft bzw. für eine bessere Zukunft zu tun. Man muss nicht klug sein, um Gutes zu tun.
    Wir könnten es auch aus der anderen Richtung betrachten: "Dumm ist der, der Dummes tut!"

  8. 2.

    Der Notendurchschnitt besagt weniger darüber aus, was für scholastische Fähigkeiten eine Schülerin hat, sondern er definiert den Grad der Angepasstheit an ein Gesellschafts- und Schulsystem. Genauer gesagt, die Verwertbarkeit des Menschen für den abhängigen Arbeitsmarkt (Pünktlichkeit, Fehlzeiten, Gehorsam, Fleiss) steht im Vordergrund, weniger die Vorbereitung auf ein freies, wissenschaftliches Studium. Passend dazu auch die Ver-Bachelorisierung und Ver-Masterisierung der Universitäten. Allein die Verwertbarkeit des Menschen im Rahmen eines abhängigen Beschäftigungsverhältnisses steht im Vordergrund. Nicht etwa die Herausbildung einer wissenschaftlichen Elite, sondern das Massenstudium, die Abrichtung der Massen, findet statt.

    Trotzdem behält der Spruch der Ärzte seine Richtigkeit.

  9. 1.

    Als ärzte-affiner Mensch sage ich: sehr schöne Sache! :-)

    Bedenklich finde ich nur die Entwicklung zu den überguten Noten, wenn wir uns das 1,0er-Zeugnis ansehen. Dazu der Notendruck und ihre geringe Aussagekraft. Ich habe mir die Notenentwicklung vom Abitur meiner Berliner Schule angesehen (online). Eine nahezu konstante und sehr schnelle Entwicklung zu immer besseren Durchschnitten und immer mehr 1,0-Zeugnissen. Als ich abging, war eine 1,1 der beste Durchschnitt, der jemals registriert wurde. Seitdem (2005) gab es über zehn mal die 1,0. Chancengerechtigkeit und Vergleichbarkeit? Geht mit diesem System nicht! Für Nicht-1,0er-Abiturienten könnte dieser ansich schöne ärzte-Satz deshalb auch wie Hohn klingen.

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