Die Gedenkstelle für die getötete Melanie in der Nähe der Dolomitenstrasse in Berlin Pankow (Quelle: rbb/Keuter)
Video: Abendschau | 04.07.2018 | Jochen Kienbaum | Bild: rbb/Keuter

Erfolg für Zielfahnder - Tote Frau am Bahndamm: Verdächtiger in Spanien gefasst

Nach der Ermordung einer 30-Jährigen Ende Mai in Pankow ist ein 38-jähriger Verdächtiger festgenommen worden. Der in Spanien gefasste Mann habe versucht, sein Opfer zu vergewaltigen - und es anschließend getötet. Die Ermittler halten die Tat für aufgeklärt.

Der Fall der jungen Frau, die Ende Mai in Berlin-Pankow getötet wurde, ist offenbar aufgeklärt. Zielfahnder fassten am Dienstag einen 38-jährigen Tatverdächtigen in Spanien, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilten. Der Mann soll die Frau erstickt haben, um eine versuchte Vergewaltigung zu verdecken, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner.

Ein Spaziergänger hatte die Leiche der Frau am 27. Mai an einer S-Bahn-Trasse nahe der Dolomitenstraße entdeckt - unweit ihrer Wohnung. Die Polizei nimmt an, dass die Social-Media-Beraterin dort zwei Tage zuvor - am 25. Mai - nach 16.00 Uhr getötet wurde. Die Frau, die auch zu Hause arbeitete, hatte ihre Wohnung verlassen, um am Bahndamm eine Pause zu machen.

"Eindeutig" zugeordnete Spuren

Gegen den Gesuchten war laut der Behörden Ende Juni ein Haftbefehl wegen Mordes erwirkt worden. Den Ermittlungen zufolge soll sich der 38-Jährige nach der Tat ins Ausland abgesetzt haben.  

Die Ermittlungsbehörden sind sich sicher, den Täter gefunden zu haben. Spuren vom Tatort hätten dem Verdächtigen "eindeutig" zugeordnet werden können, hieß es. Er habe sich in Berlin ohne festen Wohnsitz aufgehalten. Ob er dem Obdachlosenmilieu zuzurechnen ist oder anderweitig untergekommen war, konnte die Polizei zunächst nicht sagen.   

Wohl zentrale Rolle: DNA-Spuren

Eine zentrale Rolle in dem Fall dürften DNA-Spuren gespielt haben, die der Täter hinterließ. Denn die 30-Jährige wehrte sich: Der Täter müsse Kratzspuren an den Armen haben, hatte die Polizei in einem Zeugenaufruf nach dem Fund der Leiche mitgeteilt. Sie veröffentlichte das Bild einer braunen Mütze, die der Täter "nachweislich" bei dem Angriff auf die junge Frau verloren habe, so die Fahnder. Der Fall war auch Thema in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst".

Wie genau die Ermittler dem Mann auf die Spur kamen, gaben die Behörden zunächst nicht bekannt. Ziel ist jetzt die Auslieferung des Mannes nach Berlin. Wie lange das dauern kann, war zunächst unklar. Insgesamt waren zu dem Fall mehr als 200 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, die abgearbeitet werden mussten.

Sendung: Abendschau, 04.07.2018, 19:30 Uhr

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