Ein kleiner Wasserfall ergießt sich über den S-Bahnhof Westkreuz. (Quelle: rbb/Nina Klippel)
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Video: rbb|24 | 12.07.2018 | Bild: rbb/Nina Klippel

A100 mehrfach gesperrt - Starkregen in Berlin führt zu "Ausnahmezustand Wetter"

Überflutete Straßen, unterspülte Gehwege, gelockerte Bäume - in Berlin und Brandenburg hat der Starkregen am Donnerstag für manche Verwüstung gesorgt. Es gab lange Staus. Und an einem Berliner U-Bahnhof funktioniert das Umsteigen jetzt nicht mehr so einfach.

Die Berliner Feuerwehr musste am Donnerstag wegen der hohen Niederschlagsmengen 125 Einsätze fahren - das gab sie am Nachmittag bekannt. Zwischenzeitlich galt in der Hauptstadt der "Ausnahmezustand Wetter". Ein Sprecher rief die Bevölkerung dazu auf, sich nur in echten Notfällen bei der Behörde zu melden und sich zum Beispiel um kleinere Wasserschäden selbst zu kümmern.

A100 unter Wasser

Die starken Regenfälle überfluteten auch die Berliner Stadtautobahn - die A100 musste deshalb am Donnerstag gleich zwei Mal für längere Zeit gesperrt werden. In beiden Fahrtrichtungen kam es zu längeren Staus. Tausende Autofahrer brauchten bis zu eine Stunde länger zur Arbeit. "Die Abläufe waren nicht imstande, die Regenmengen abzufangen", sagte Derk Ehlert, Sprecher bei der Verkehrsverwaltung.

Die Polizei registrierte zudem zwischen Mitternacht und 8 Uhr früh in Berlin 25 Unfälle, einige davon auf dem südlichen Berliner Ring. In Lichtenberg musste die Schlichtallee gesperrt werden, weil die Unterführung vorübergehend nicht passierbar war.

In weiten Teilen Brandenburgs ist es dagegen trotz der Starkregenfälle zu keinen größeren Verkehrsbeeinträchtigungen gekommen - außer in der Uckermark. In Passow beispielsweise regnete es innerhalb von 24 Stunden mehr als sonst im ganzen Monat Juli, sagte ein Meteorologe der Meteogroup dem rbb.

U-Bahnhof Möckernbrücke wegen Wasserschadens teilweise gesperrt

Am Berliner U-Bahnhof Möckernbrücke ist durch den Starkregen die Decke beschädigt. Aus Sicherheitsgründen ist der betroffene Bereich seit dem Vormittag gesperrt. Der direkte Übergang über den Landwehrkanal sowie die Nutzung der Fahrtreppen zwischen U1/U3 und U7 sind deshalb nicht möglich. Eine Reparatur dauert nach erster Einschätzung der BVG mindestens eine Woche.  

Badegewässer könnten verschmutzt sein

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales warnte vor möglichen Beeinträchtigungen der Badegewässer. Aufgrund der anhaltenden Regenfälle seien in der Nacht zum Donnerstag Misch- und Abwässer in die Berliner Flüsse und Seen geflossen. "Diese Einleitungen können zu erhöhten Belastungen der Badegewässer mit Krankheitserregern führen", hieß es. Besonders betroffen seien erfahrungsgemäß die nördlichen Badestellen der Unterhavel.  

Die Gefahr vor weiterem Starkregen war nach DWD-Angaben vom Donnerstagnachmittag noch nicht gebannt, die Wahrscheinlichkeit allerdings gering. Lokal könne es bis in die Nacht zum Freitag zu Gewittern und Starkregen kommen, mit Niederschlägen zwischen 15 und 25 Litern in kurzer Zeit. Stellenweise sei mit Nebel und Sichtweiten unter 150 Metern zu rechnen.

Keine Waldbrandgefahr mehr in Brandenburg

Bevor der Starkregen in sechs Stunden 20 und 35 Liter Wasser pro Quadratmeter in die Hauptstadt goss, hatte die Natur in der Region wochenlang unter Trockenheit gelitten.

Auch in Brandenburg sorgte der langerwartete Regen für dringend benötigte Feuchtigkeit. Nach mehreren schweren Waldbränden konnten die Waldbrandgefahrenstufen wieder in fast allen Landkreisen auf den niedrigsten Wert 1 gesenkt werden - das steht für geringe Gefahr.

Kommentar

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15 Kommentare

  1. 15.

    "Wenn man keine Ahnung hat..." war doch schon ein guter Ansatz und sollten sie besser selbst beherzigen!
    Denn die Berliner Wasserbetriebe haben in den letzten Jahren so viel in Regenauffangbecken u. -kanäle investiert, wie nie zuvor.
    Und dennoch passen keine 20 Liter Wasser in ein Trinkglas ;-)

  2. 14.

    Meinte es auch mehr symbolisch.
    Aber um keinen Brandenburger zu ärgern.
    Ich meinte als wir noch West Berlin waren

  3. 12.

    @Poldi78
    Wenn man keine Ahnung hat leise sein. Vor dem Sparwahn gab es keine Überschwemmungen von Straßen und u Bahnhöfen, da würden Gullies und ähnliches ordentlich gepflegt und gewartet.
    Und am besten ging es Berlin als Brandenburg noch eingemauert war.

  4. 11.

    Ach herrje, jetzt auch noch die beleidigte Leberwurst spielen. Probleme bei einmal Starkregen, den wir alle herbeigesehnt haben? Herrlich wars und vor allem der Spaziergang danach.

  5. 10.

    @ Berliner Retter.

    Wow was für eine kompetente aussage von ihnen.
    Haben sie in der schule in Physik aufgepasst???? sie können ja mal versuchen nen 20l eimer mit wasser in ein 0/15 Trinkglas zubekommen ohne das etwas daneben geht, die gullis in Berlin sind nunmal für so ein starkregen nicht ausgelegt.

  6. 9.

    Wenn er schon Probleme auf den Straßen gibt und diese Probleme hatten ja schließlich nicht nur die Autofahrer sondern alle Verkehrsteilnehmer! Aber wenn ich den RBB und seinen Jüngern auf dem Schlips getreten bin, dann dann Entschuldigung und ich werde euch nicht mehr stören!

  7. 8.

    Der Senat spart alles kaputt. Früher haben die Gullies die Straßen vor Überflutung „geschützt“, aber seit dem Sparwahn wird nichts repariert und gewartet. Wo soll das noch hinführen

  8. 6.

    Völlig daneben, D.Sch.! Empfinde Ihren Kommentar genau so, wie Matthias M.! Und ganz nebenbei: Ironie muss sitzen!

  9. 5.

    Ich bin als Fahrradfahrer ja auf Ihrer Seite, aber das ist doch schön. Warum sollte die Meldung ausführlich beschreiben, dass es für Fußgänger und Radfahrer keine Problem gab? Macht nicht wirklich Sinn. Vor allem dann nicht, wenn Regen noch nie zu Problemen für diese Verkehrsteilnehmer verursacht hat.

  10. 4.

    Es wird Zeit dass in Borsigwalde wieder Schwimmwagen produziert werden! :-D

    https://www.tagesspiegel.de/mobil/oldtimer/das-schwimmende-cabrio-amphicar-auto-ahoi/11837790.html

  11. 3.

    Ich bin mir sicher, dass „die Medien“, nachdem sie Deinen dringend notwendigen Forumsbeitrag nun gelesen haben, sensibilisiert sind und vom nächsten Fahrradstau berichten werden. Auch über nasse Fußgänger, die keine Regenkleidung anhatten.

    Wie konnten diese bösen Medien das nur immer unter den Tisch fallen lassen?! Gut, dass es aufmerksame Leser wie Dich gibt! Wo wäre der Journalismus, wenn nicht kritische Meckerer wie Du ihre unnüberlegte Meinung von sich geben würden? Nicht auszudenken! Gut, dass es Foren gibt. Sonst müsste ja jeder seinen Frust für sich behalten.

  12. 2.

    Unannehmlichkeiten drohen nur den Autofahrern, andere Verkehrsteilnehmer, wie z.B. Fussgänger und Radfahrer habne keine Probleme! So hat man z.B. an überfluteten Stellen für diese einen Ersatzverkehr mit U-Booten eingerichtet! Fahrräader können allerdings nur eingeschränkt mitgenommen werden! Die Entscheidung darüber obliegt dem U-Boot-Personal!
    Irgendwie kommt es mir vor, als wenn die Medien nur noch auf Autofahrer als einzige Verkehrsteilnehmer fixiert sind! Und dann sind Autofahrer auch nur noch jene, die mit PKW unterwegs sind! Sieht man so richtig schön, wenn geschrieben wird: "waren beteiligt, ein LKW und Autos" oder "LKW mit Auto zusammengestossen!"

  13. 1.

    Die Unannehmlichkeiten gibt es wieder nur für Autofahrer! Alle anderen Verkehrsteilnehmer scheinen keine Probleme mit dem Wetter zu haben! Oder berichten die Medien nur noch für Autofahrer?

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